Warum der Privatanleger fast immer verliert

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Warum der Privatanleger fast immer verliert
Datum: 12.08.2014, 12:01

Der DAX steht heute 9 mal so hoch, als noch im Jahr 1989. Anleger setzen lieber auf Bankeinlagen und misstrauen dem Unternehmertum. Warum eigentlich?

Die Deutschen hassen Aktien und lieben Zinsen. Immobilien gelten sowieso als sicher, denn eine Immobilienkrise wie in Spanien oder den USA haben wir hierzulande noch nicht gesehen. Es ist die Liebe zu “festen Erträgen”, die viele verleitet. Deutsche Anleger sehnen sich nach festen Mieteinnahmen, Zinsen oder auch Dividenen. Kein Wunder also, dass hochriskante Mittelstandsanleihen in jüngster Vergangenheit einen hohen Absatz fanden. Ein bisschen mehr Zins als auf der Bank und ein “Klimaschutz”-Etikett genügen, schon stürtzen sich die Anleger wie eine Horde verblendeter Schafe auf die Papiere. Der aktuelle Rückgang des DAX bestätigt die Anleger. Statt die günstigeren Kurse für  eine sukzessive Positionierung zu nutzen, fühlen sie sich am Spielfeldrand pudelwohl.

Der Privatanleger verliert fast immer, weil er langfristig denkt aber kurzfristig handelt. Er investiert mit der Absicht, die Position über einen längeren Zeitraum fruchten zu lassen, dabei bewertet er die Anlage von Depotauszug zu Depotauszug. Ein weiterer entscheidender Fehler ist, dass die Anlagen stets in Euro bewertet werden. Niemand würde sagen: “Ich lebe in 200.000€ Immobilienvermögen”. Man würde eher sagen: “Ich wohne im eigenen Haus”. Ein Haus wird immer ein Haus bleiben, eine Unze wird immer eine Unze bleiben und eine Aktie wird immer eine Aktie bleiben. Was soll diese irreführende Bewertung in Euro? Es ist sehr viel bequemer Sachwerte in Stückzahlen zu messen, statt immer nach dem Verkehrswert in der gerade gültigen Währung.

Der Privatanleger ist nicht dumm, aber ungebildet und beeinflusst. Es denkt Aktien seien böse, dabei ist es vor allem das Wagniskapital, welches uns Wachstum und Wohlstand bringt. Staatsanleihen (früher nennte man sie Kriegsanleihen) hingegen töten weltweit unschuldige Menschen. Heutzutage besitzt fast jeder indirekt über Altersvorsorgeverträge, Versicherungen und Bankeinlagen Staatsanleihen. Damit sind wir alle Gläubiger von uns selbst. Geht der Staat pleite, dann sind wir selbst pleite. Oder frei nach Jesus Christus: “Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern”. Wenn wir diesen Satz ernst nehmen würden, dann gäbe es kein Geld mehr. Das Schneeballsystem aus Staatsanleihen kommt bei Privatanlegern gut an, denn reale Investitionen in Ideen, Menschen, die Umwelt und unseren Wohlstand hat man der breite Masse aberzogen.

Zum weiter lesen: So geht Anlageberatung

Zuerst erschienen auf pinksliberal.wordpress.com

Sven von Storch

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