Verpasst die neue Immobilienkreditrichtlinie der Immobilienblase den Todesstoß_

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Verpasst die neue Immobilienkreditrichtlinie der Immobilienblase den Todesstoß_
Datum: 02.08.2016, 18:24

Baugewerbe und Bankenlandschaft kritisieren die neuen Vorschriften stark. Inzwischen melden Sie sogar Volumenrückgänge.

Baden-Württembergs Sparkassenverbands-Chef Peter Schneider hält die Regeln für „völlig überzogen und ohne Grund“, auch weil es vorher keine hohen Kreditausfälle gegeben habe. „Es war ein völlig problemfreier Geschäftszweig.“ Das Gesetz solle geändert werden. Je nach Bundesland gäbe es bis zu 20% weniger Baukredite im Vergleich zum Vorquartal. Hauptsächlich für Familien und Senioren wird eine Finanzierung jetzt schwieriger. Früher galt die Immobilie selbst noch als Sicherheit für den Kredit. Dies hat sich geändert: Hauptfaktor für die Kreditvergabe ist nun die aktuelle und künftige Kapitaldienstfähigkeit. Der Kreditnehmer muss schriftlich nachweisen, wie er die Raten heute, morgen und übermorgen bezahlen kann. Der sog. Kapitaldienstverlauf sollte nie negativ sein.

Der Einbruch der Kreditvergabe hat aber auch andere Gründe. Es war lange bekannt, dass die Richtlinie am 21.03.2016 in Kraft tritt. Daher kam es zu Vorzieheffekten. Viele Banken mussten mit der Richtlinie neue EDV-Programme einführen. Natürlich dauert es immer einige Wochen, bis jeder Angestellte damit zu Recht kommt. Hinzu kommt, dass im Sommer generell weniger Bauanträge (im Vergleich zum Q1) gestellt werden. Inzwischen weiß man auch, wie man mit der Immobilienkreditrichtlinie in der Praxis umgehen kann. Die Bank kann so ziemlich vieles heilen, wenn sie es anspricht und dokumentiert. Auch ein negativer künftiger Kapitaldienst ist mit einer guten Begründung kein KO-Kriterium mehr.

Ich finde es gut, dass Banken nun Beratungs- und Dokumentationspflichten haben. Ich finde es auch gut, dass die Kapitaldienstfähigkeit auch mit einer Zukunftssicht dargestellt werden muss, denn ein Immobilienkredit ist ein sehr langfristiges Projekt. Man muss sich auch bewusst sein, dass eine Immobilie KEIN sicheres Investment ist. Käufer, Finanzierer oder Investierer haben Risiken und sollten diese Risiken kennen. Wie viele Menschen haben schon ihre Existenz verloren, weil sie oder ihr Eigentum nicht richtig abgesichert waren? Wie viele mussten ihre Immobilie verkaufen, weil sie den Kredit nicht mehr zahlen konnten? Die neue Richtlinie schützt die Menschen vor einem naiven Immobilienkauf.

Pressespiegel:

Immobilien sind, wie jede andere Anlageklasse auch, mit Risiken verbunden. Aufgrund der sich andeutenden Spekulationsblase können diese Risiken im aktuellen Umfeld erhöht sein. Tipp: “Der kritische Immobilienkurs” – Dieses Buch gibt einfach und schlüssig einen kompletten Überblick über einen Immobilienerwerb.

Zuerst erschienen auf https://pinksliberal.wordpress.com/

Sven von Storch

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