Vermögenskonzentration im Aufwind
Vermögenskonzentration im Aufwind
Datum: 06.10.2014, 13:25
In Europa (nicht EU) leben ca. 743 Millionen Menschen. Jeder Mensch in Europa, vom Kind bis zum Greis, besitzt also durchschnittlich ein Privatvermögen in Höhe von 75.370€. Bereits hier beginnen die Ungleichgewichte: Das mittlere Vermögen deutscher Haushalte beläuft sich laut Bundesbank auf rund 51.400 Euro netto. In Italien beträgt das Haushaltsvermögen rund 163.900 Euro, in Spanien rund 178.300 Euro. In Frankreich beläuft sich das Vermögen der Haushalte im Mittel auf 113.500 Euro, erklärte die Bundesbank weiter. Der für Österreich ermittelte Wert liege mit 76.400 Euro näher am deutschen Niveau. In dieser Rechnung fehlt aber Immobilienbesitz. Die Deutschen haben eine große Neigung zu Immobilien und vielleicht auch deshalb etwas weniger Barvermögen, als andere.
Interessant ist nicht nur wie das Vermögen unter den Ländern verteilt ist, sondern auch, wie groß der Anteil einzelner Bevölkerungsgruppen ist. Hierbei hilft der neu veröffentlichte «Wealth Report Europe» der Privatbank Julius Bär. Die reichsten 10% Europas besitzen mehr als die Hälfte des Vermögens. Die höchsten Vermögenskonzentrationen weisen Österreich und Deutschland auf: 40 bzw. 35 Prozent der gesamten Privatvermögen sind im Besitz der reichsten 1-Prozent. In diesen beiden Ländern funktioniert die Wirtschaft also am besten. Wirtschaft, das ist wenn einer der Wirt ist und der andere schafft. Ein Grund für die gewachsene Umverteilung ist, dass die Kapitalrenditen über dem Wirtschafts- und Lohnwachstum liegen. “Wachstum, Wachstum über alles”, das ist es was die Wähler mehrheitlich wollen. 100% der in deutschen Parlamenten vertretenen Parteien wollen genau diese Umverteilung.
Das Geldvermögen ist auch durch das billige Zentralbankgeld gewachsen. Nicht durch Zinsen aber durch gestiegene Kurse.Kapitalbesitz ist rentabler im Vergleich zu ehrlicher Arbeit. Leider hat niemand Interesse daran, dies zu ändern. Geldpolitik gilt als Verschwörungstheorie und das Thema Gerechtigkeit gilt als linke Spinnerei. Das elitäre Regiment schottet sich mit seinen Hofberichterstattern ab und setzt sich dreist für die Erhaltung des Umverteilungssystems ein. Als Beruhigungspille gibt es Brot, Spiele und einen ekelhaften Füherkult um Darsteller wie z.B. Merkel. Wir haben in Europa ein großes Problem mit den Arbeitslosen. Dabei gibt es zwei Arten von Arbeitslosen: Reiche Arbeitslose und arme Arbeitslose. Wie diese Studie nun wieder zeigt, sind die reichen Arbeitslosen das größere Problem. Auch sie leben von der arbeitenden Bevölkerung, denn immer wenn jemand Geld verdient ohne zu Arbeiten, muss jemand anderes arbeiten ohne dabei Geld zu verdienen.
Beitrag erschien auch auf: pinksliberal.wordpress.com
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