Tödlicher Genuss

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Tödlicher Genuss
Datum: 22.07.2014, 10:28

Christian Rach besuchte mit seinen Gästen einen Schlachthof. Es wurde ein Schwein herein gebracht, per Elektroschock betäubt, und mit einem brutalen Schnitt durch die Kehle getötet. Die Zuschauer waren wie gelähmt. Manche hielten sich die Hände vors Gesicht. Nachdem das Tier ausgeblutet war, wurde es kopfüber aufgehängt und längs aufgeschnitten. Der Schlachter entnahm die Gedärme und zersägt das Tier in zwei Hälften. Spätestens jetzt war der Schock perfekt. Es war zwar nicht live aber real. Rach erklärte seine Schock-Therapie wie folgt: “Wir wollten Sie nicht schockieren, sondern Ihnen zeigen, dass ein Stück Fleisch nicht nur etwas Abgepacktes ist, sondern einmal gelebt hat.” Auch die Seite “Promiflash” berichtete.

In der Tat essen viele Menschen Unmengen an Fleisch, wollen aber nicht wissen, wie das Tier dafür gestorben ist. Manche bilden sich wohl ein, dass die Filets in ansehnlichen Stücken auf einem Baum wachsen. Ich wäre dafür, dass man mit Schulklassen in Schlachthöfe geht. Jeder, der Fleisch essen möchte, sollte mal gesehen haben, wo es her kommt. Es spricht nichts dagegen, dass der Mensch Tiere tötet, um sie zu essen. Dies macht der Mensch seit tausenden von Jahren. Aber es muss bewusst geschehen. Nicht nur der Schlachter tötet das Tier, sondern auch der Konsument.

Eine weitere unglaubliche Story ist die Sache mit den Eintagsküken. Weil bei der Zucht von Legehennen die männlichen Küken keinen wirtschaftlichen Nutzen haben, werden sie unmittelbar nach dem Schlüpfen geschreddert, vergast oder zu Tierfutter verarbeitet. Das betrifft allein in Deutschland schätzungsweise 40 bis 50 Millionen Küken im Jahr. Wer Geflügel kauft, sollte sich dieses “Schreddern” mal ansehen. Einfach mal 30 Minuten neben so einen Schredder stehen und zuschauen. Würde man auf diese Grausamkeit verzichten, würde jedes Ei um zirka 4 Cent teurer werden, schrieb neulich die Badische-Zeitung.

Ich möchte hier keine “veganverschwulte” Ideologie verbreiten. Trotzdem finde ich, dass wir ein stärkeres Bewusstsein brauchen, wo unsere Lebensmittel herkommen. Billige Preise und hohe Profite bedürfen industrielles Töten und eine unwürdige Haltung. Fleisch im Supermarkt ist nicht nur ein Produkt; es hat auch eine Geschichte; ein echtes Lebewesen. Jeder Konsument sollte sich die Packung genau anschauen und sich vorstellen, wie das Fleisch ins Plastik gekommen ist.

Beitrag zuerst erschienen auf pinksliberal.wordpress.com

Sven von Storch

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