Neue Studie warnt vor der globalen Überfettung
Neue Studie warnt vor der globalen Überfettung
Datum: 04.04.2016, 13:37
Übergewicht, oder Fettleibigkeit ist eine recht neue Krankheit. Die aktuell laufende Epidemie begann nach den beiden Weltkriegen. Damals als “Wohlstandsbauch” verharmlost, leiden inwischen sehr viele Menschen an einem zu hohen Körperfettanteil. Als die Menschen der westlichen Welt in den 50er-Jahren fett wurden, dachte man, das höre irgendwann auf. Doch die gut 700 Forscher der NCD Risk Factor Collaboration haben nun gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) BMI-Daten von 20 Millionen Erwachsenen in 186 Ländern ausgewertet und fanden dabei heraus, dass die Menschheit seit vielen Jahrzehnten konstant fetter wird.
55 Millionen Menschen haben sogar so viel auf den Rippen (BMI größer 40), dass Körperfunktionen wie Atmen oder Toilettengänge erschwert sind. Schriebt man den Trend für die Zukunft fort, dann wird jeder fünfte Mensch, also 20 von 100, im Jahr 2025 einen BMI größer 30 haben. In Deutschland liegt der Durchschnitts-BMI der Frauen bei 25,6, der der Männer bei 27,1. Damit liegen die Durchschnitte im Bereich des Übergewichtes. Der globale BMI liegt bei 24,2 , wobei hier tatsächlich auch sehr arme afrikanische Länder mit einfließen. Den niedrigsten BMI in Europa erreichen die Frauen in der Schweiz (23,7).
Die Studie zeichnet aber auch noch ein anderes Bild: Die Schere zwischen Dick und Dünn geht, analog zur Vermögensverteilung, immer mehr auseinander. Der weltweite Trend zu Übergewicht dürfe die Probleme vieler Menschen, die nicht genug zu essen bekommen, nicht überschatten, schreiben die Autoren der Studie. In Südasien sei fast ein Viertel der Menschen untergewichtig. In Zentral- und Ostafrika wiegen etwa 12 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer zu wenig. Zirka 25% der Frauen in Bangladesch und Indien erreichen kein Normalgewicht. Was ist denn das bitte für eine perverse Welt in der die einen krankhaft fett werden und andere verhungern?
Insgesamt, per Saldo, wird die Menschheit immer dicker, während viele unter Hunger leiden. Die Gründe sind einfach: Der Mensch ist dazu veranlagt, in Zeiten des Überflusses Reserven anzulegen. Für die meisten Menschen ist Überfluss ein Dauerzustand. Hinzu kommt, dass die Industrie unsere Gier nach Zucker gnadenlos ausnützt. Eine weitere Herausforderung ist die gesellschaftliche Einstellung. Überfettung wird noch immer verharmlost. Für viele stellt Übergewicht eine neue Normalität dar. Es wird einfach so hingenommen wie das Wetter.
Beitrag zuerst erschienen auf pinksliberal.wordpress.com
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