Negativzins geht nur mit Bargeldverbot

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Negativzins geht nur mit Bargeldverbot
Datum: 21.11.2014, 14:34

Bei Krisentheoretikern und Untergangspredigern knallen die Sektkorken! Nachdem der Euro-Crash nicht kam und die Aktienmärkte noch immer im Glanz erstrahlen, gibt es endlich neue Themen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Eines ist klar: Negativzins geht nur mit Bargeldverbot. Aber wäre das denn so schlecht?

Die Deutschen besitzen abzüglich ihrer Kredite zirka 3 Billionen Euro. Ein Großteil davon liegt zinslos als Sichteinlage auf Girokonten, Sparbüchern oder Tagesgeldkonten. Würden Banken (über Nacht) negative Zinsen einführen, dann käme es zu heftigen Barverfügungen, denn Bargeld zu 0,00% Zinsen wäre besser als Buchgeld zu beispielsweise -0,2%. Banken halten üblicherweise ca. 3-6% ihrer Sichteinlagen als Bargeld. Das heißt die Bank könnte von hundert Kunden zirka 3 bis 6 auszahlen. Beim siebten Kunden müsste sie dicht machen. Negativzinsen gehen also nur mit einem Bargeldverbot.

Natürlich wird die Politik ein eventuelles Verbot von Bargeld geschickt verkaufen und schmackhaft machen. Ein Bargeldverbot verhindert Drogengeschäfte, Steuerhinterziehung und andere Illegalitäten. “Wer Bargeld will, der hat etwas zu verbergen und ist rechtsradikal”, werden die staalichen Propagandaanstalten von früh bis spät posaunen. Und ja, die Menschen werden folgen, wie sie immer folgen, denn das Wort “Volk” kommt vom Verb “folgen”, glaub ich. Wenn wir alles über Buchgeld abwickeln, dann ist unser kompletter Alltag digital aufgezeichnet. Unsere NSA-Vertreter in Berlin bekommen bei dieser Vorstellung massenhaft feuchte Träume.

Abgesehen von der Überwachung spricht allerdings nichts gegen ein Bargeldverbot. Ich wäre sogar dafür! Die Politik soll übers Wochenende Bargeld verbieten und einen Negativzins mit 5% auf alle Sicht- und kurzfristigen Spareinlagen verlangen. Was wir dann hätten, wäre Geld, welches an Wert verliert, wenn es nicht investiert wird. Die Folge wären Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Industrie und Handel. Statt das Geld zu horten würden viele Anleger das machen, was man mit Vermögen eigentlich machen sollte: Wagnisse eingehen und den Wohlstand aller mehren.

Negativzins und Bargeldverbot wäre wie “Geld mit Mindesthaltbarkeitsdatum”. Wird das Geld nicht ausgegeben oder investiert, dann verliert es an Wert. Oder anders gesagt: Dient Geld nicht der Allgemeinheit, dann wird der Besitzer bestraft. Man kann natürlich auch Fristen einführen. So könnte man den Negativzins erst nach einigen Monaten verlangen. Unser Hauptproblem ist doch, dass es zu viel Geld gibt. Geld ist immer auch eine Schuld. Wenn man Geld vernichtet, dann vernichtet man Schulden. Ich halte Negativzinsen auf Geld, welches nicht der Allgemeinheit dient, für eine gute Idee. Um sie durchzusetzen brauchen wir ein Bargeldverbot. Und wenn das Volk nicht überwacht werden will, dann soll es eben fähige Politiker wählen, die solch dreiste Dinge nicht tun.

“Armut ist eine Kette und Reichtum ist eine Kette. Und der Anblick von Ketten muss jedem Freien ein Gräuel sein. Wo er sie sieht, muss er sie brechen.” Zitat: Silvio Gesell 1920

Lesetipp: Warum das Bargeld abgeschafft wird

Zuerst erschienen auf pinksliberal.wordpress.com

Sven von Storch

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