Karl Otto Pöhl – ein Mann, der es kommen sah
Karl Otto Pöhl – ein Mann, der es kommen sah
Datum: 12.12.2014, 11:54
Ein Nachruf. Karl Otto Pöhl ist am 09.12.2014 im Alter von 85 Jahren verstorben. Mit manchen Personen beschäftigt man sich erst, wenn sie tot sind. Pöhl ist so ein Mensch. Er stand für die “alte” SPD und eine Bundesbank, die sich noch nicht dem GoldmanSachs-Regime unterworfen hat.
Karl Otto Pöhl war zwischen 1980 und 1991 Präsident der deutschen Bundesbank. Er wollte zwar den Euro, doch er wollte, anders als Helmut Kohl, einen funktionierenden Euro. Im Jahr 2005 trat Pöhl aus der SPD aus, weil sie seiner Meinung nach zu weit nach links gerückt sei. Pöhl steht für eine sozialliberale Dimension, die man in der heute herrschenden neosozialistischen und radikaleuropäischen Zeit nur mühsam findet. Im Jahre 2006, 4 Jahre vor den Griechenlandhilfen und 2 Jahre vor “Lehman” sagt er in einem Interview mit der WirtschaftsWoche, dass er erstaunt wäre, dass sich der Euro trotz fehlender wirtschaftlicher Union, so gut gehalten habe. Er hätte Krisen erwartet, weil die Wechselkursrelationen fehlen. Für das Jahr 2006 mag das stimmen, aber in 2010 hätte er recht gehabt. Pöhl hat also die Eurokrise kommen sehen und kannte schon 4 Jahre vorher die Begründung.
“Ohne Konvergenz der nationalen Volkswirtschaften kann eine Währungsunion aber auf Dauer nicht funktionieren. Und ohne einen gewissen politischen Rahmen ebenso wenig. Deshalb bin ich skeptisch, was die Zukunft des Euro betrifft.” Auch diesen Satz sagte Pöhl bereits im Jahr 2006. Wie wurden solche Sätze von den Leitmedien damals behandelt? Als bedenkenträgerisch und antieuropäisch hat man solche Warnungen schon damals betitelt. Pöhl kritisiert auch den seiner Meinung nach falschen Umrechnungskurs der letzten beiden deutschen Währungsreformen. Beidemale (Ostmark zu D-Mark und D-Mark zum Euro) hätte man die Deutschen sinngemäß beschissen. Pöhl kritisierte auch heftig die SPD. Die Partei hätte alles vergessen, was sie in den Fünfziger- und Sechzigerjahren nach vorne brachte. Er fordert eine liberale Wirtschaftsordnung. Liberalité ist Freiheit und alles andere ist auch meiner Meinung nach Bullshit. Es wird Zeit, dass die Deutschen mal wieder nach Hambach gehen. (Wer den Satz versteht, darf stolz auf sich sein)
Karl Otto Pöhl war ein Währungspolitiker und SPD-Mitglied, vor dem ich mich verneige. Nicht weil “früher” alles besser war und nicht weil die D-Mark besser war. Ich verneige mich, weil wir hier einen Menschen verloren haben, der noch mit wirtschaftlicher Vernunft denken konnte und dessen Warnungen man im heutigen Kontext berücksichtigen hätte müssen. Pöhl dachte noch befreit von verlogener radikaleuropäischer Propaganda und neosozialistischem Führerkult um Politdarsteller, die sich im zwangsfinanzierten Rundfunk bewerben lassen. Wir brauchen heute mehr von der Sorte Banker und Politiker wie Herrn Pöhl. Er sah schon 1991 die Probleme des Euros, wurde ausgelacht und abgesetzt. Das radikaleuropäisch-neugrüne-neosozialistische Dreckspack aus dem verlogenen Parteienkartell regiert noch immer. Sind die Wähler schlicht zu dumm oder ist die zwangsfinanzierte Propaganda zu gut? Diese Frage kläre ich heute nicht. Ruhe in Frieden lieber Karl Otto Pöhl.
Zuerst erschienen auf pinksliberal.wordpress.com
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