Geldanlage_ Geben und Nehmen
Geldanlage_ Geben und Nehmen
Datum: 15.04.2014, 12:47
Bei der Geldanlage stellt sich mir immer die gleiche Frage: Wer verdient eigentlich an mir? Wer bereichert sich an mir, und gibt es eine Möglichkeit, mir etwas davon wieder zurück zu holen? In meinem Tagesablauf begegne ich vielen Konzernen, deren Aktien ich kaufen könnte, damit ich quasi an mir selbst verdiene.
- 7:00 Uhr: Ich stehe auf und das iPhone weckt mich. Hier begegnet mir die Aktie des Apple-Konzerns. Später nutze ich eine elektrische Zahnbürste von Braun. Die Zahncreme kommt von Colgate. Natürlich nutze ich auch Produkte von Unilever, Nivea, Bebe und l´Oreal. Ich habe noch nicht gefrühstückt, trotzdem haben sich schon sieben Aktiengesellschaften an mir bereichert.
- 8:00 Uhr: Ich frühstücke eine Banane von Chiquita, Produkte von Nestle und was leckeres von Danone. Für eventuelles Kopfweh nehme ich was von Bayer. Grund für das Kopfweh ist die AxelSpringer AG.
- 10 Uhr: Bei der Arbeit begegnen mir Leistungen von Microsoft, der Telekom, Siemens und vielen anderen. Meine Mails checke ich bei UnitedInternet (u.a. GMX).
- 12 Uhr: Ich gehe shoppen in Läden der Metro-Gruppe, eventuell zu McDoof und trinke CocaCola. Ich fahre mit meinem VW hin. Geschmiert wird er mit Öl von FuchsPetrolub.
- 18:00 Uhr: Kraft und Maggi versorgen mich mit Nahrung, Heineken mit Bier und Sony mit Entertainment. Die Deutsche Post liefert Päckchen von Zalando, Puma und Gerry Weber. Ich wasche meine Kleidung mit Produkten von Henkel.
- 20:00 Uhr: Ich schaue Prosieben oder RTL. RWE und EON versorgen mich mit Strom. Über TUI buche ich einen Flug bei der Lufthansa; Abflug am Fraport mit einem Airbus. Ach ja und Brille: Fielmann. Damit es auch hell ist, nutze ich Glühbirnen von Osram.
Wenn ich richtig gezählt habe, dann verdienen täglich mindestens 40 Großkonzerne direkt und viele weitere indirekt an mir. Wenn ich nun deren Aktien kaufe, dann kann ich mir ein bisschen davon wieder zurück holen. Durch eine Aktienanlage entsteht eine gewisse soziale Gerechtigkeit, denn so können die Profite wieder unters Volk gemischt werden. Die meisten der genannten Unternehmen sind Großkonzerne. Man spricht hier auch von einer sogenannten Dividendenstrategie. Es handelt sich hierbei um eine konservative Aktienanlage. Man setzt nicht nur auf Wachstum, sondern eher auf laufende Erträge. “Man mästet die Kuh nicht. Man melkt sie”. Das soll jetzt natürlich keine Empfehlung sein! Denkt mal darüber nach, wer eigentlich alles an eurem Tagesablauf verdient. Wer nicht die Zeit und die Marktkenntnis für die Selektion einzelner Aktien besitzt, kann auch auf einen Fonds zurückgreifen, der die Dividendenstrategie mit der nötigen Granularität verfolgt. Manche Großkonzerne verdienen einfach immer Geld, denn “Gefressen und Gesoffen wird immer”.
Ebenfalls erschienen auf pinksliberal.wordpress.com
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