Eurokrise war kein Marktversagen
Eurokrise war kein Marktversagen
Datum: 04.12.2013, 09:36
Was passiert, wenn Märkte nicht funktionieren, konnten wir schon mehrfach beobachten. Es scheint so, als würde die Lösung der einen Krise stets die nächste Krise verursachen. Dies liegt einfach daran, dass wichtige Marktmechanismen von staatlicher Seite außer Kraft gesetzt wurden. Die Eurokrise war kein Markt- sondern eher Politikversagen.
Marktpreise, wie Zinsen, Risikoaufschläge, Aktienkurse oder Waren- sowie Rohstoffpreise können sich in einem freien Markt bilden. Problematisch wird es immer dann, wenn der Markt nicht mehr richtig funktioniert. Wenn es zu Verwerfungen kommt, dann spricht man davon, dass die Marktmechanismen versagt haben. Ich stelle die Frage nach dem Warum! Märkte versagen immer dann, wenn die Marktmechanismen aufgrund Eingriffe von Notenbank und Staat eliminiert werden. “Der Markt” verliert seine Funktionsfähigkeit nicht von sich aus, sondern die Faktoren kommen stets von außen. Weitere Störfaktoren sind die Bildung von Oligarchen und Monopolen. Solche Marktteilnehmer stören ebenfalls den Markt. In einem echten Polypol, mit vielen Anbietern und Nachfragern, wird Arbitrage stets sofort abgebaut. In staatlich manipulierten Märkten können sich diese kleinen Verwerfungen nicht sofort abbauen, sondern sammeln sich an, damit sie dann in einem großen Knall abgebaut werden müssen. Erst durch diese Störfaktoren wie Oligarchen, Monopole, Notenbanken und falsche staatliche Regulierung entstehen Preisblasen, die beim Platzen eine Krise, oft in einem anderern Bereich, auslösen.
Schön zu sehen waren diese “Störfaktoren der Marktmechanismen”, in der sog. Honeymoonphase der Euroära.Von 2002 bis 2008 bezahlten alle Euroländer die fast gleichen niedrigen Zinsen, obwohl ihre Risiken definitiv unterschiedlich waren, wie sich heute herausstellt. Durch politische Vorgänge und eine Notenbank auf Abwegen wurde dieser Zustand so lange gehalten, bis das ganze Spiel nicht mehr tragbar war. Seit ca. 2 Jahren will sich diese Verwerfung nun in einem großen Knall entladen; sie wird aber mit vielen undemokratischen Steuergeldern und neuen Schulden verschleppt (Stichwort ESM). Grund hierfür ist die Manipulation der Risikoaufschläge von 2002 bis 2008. Nicht der Markt war schuld, sondern diejenigen sind schuld, die die Marktmechanismen außer Kraft gesetzt haben. Hätten wir einen echten Markt gehabt, mit echten Preisen und korrekten Kursen, dann müssten sich die Verwerfungen jetzt nicht in einem großen Knall entladen. Was nun liberale Herzen höher schlagen lässt, meine ich durchaus ernst. Wir brauchen mehr Markt. Aber die Märkte müssen funktionieren und dürfen nicht durch Staat, Notenbank, Oligarchie und Monopole gestört werden. Ein Markt ist das natürlichste was es gibt; er folgt den Naturgesetzen. Der Mensch sollte sich nicht anmaßen, die Naturgesetze in Frage zu stellen.
Ein echter und funktionierender Markt lässt nicht zu, dass sich Spannungen aufbauen. Aus diesem Grund hat auch Planwirtschaft noch nie großflächig funktioniert. Auch jetzt leben wir in einer Planwirtschaft; genauer gesagt in einer Kapitalplanwirtschaft. Aber die Mehrheit der Wähler will das nun mal so.
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