Die nächste Blase
Die nächste Blase
Datum: 22.05.2014, 17:22
Der deutsche Aktienindex DAX steigt seit einem halben Jahrzehnt; Immobilienpreise sind astronomisch hoch und viele Anleihen vergüten nicht mal mehr das dahinterstehende Risiko. Diese Entwicklung ist sehr gefährlich, denn viele Anleger fühlen sich in Sicherheit, obwohl die Risiken (wie immer) potenziell vorhanden sind. Der DAX hat sich seit dem Tief in 2009 mehr als verdoppelt. Billiges, frisch gedrucktes Zentralbankgeld hat die Kurse von Aktien und Anleihen in die Höhe getrieben. Mangels Alternativen fließen Unsummen in diverse Assets und nähren den Trend zusätzlich.
Dabei ist die Krise alles andere als gelöst. Man hat sich nur freigekauft, aber die strukturellen Probleme nicht beseitigt. Ursache der Eurozone waren Verwerfungen, die durch die fehlenden Wechselkurse verursacht wurde. Auch zu billiges Geld hat die Staaten zum Verschulden animiert. Beide Ursachen hat man bis heute nicht beseitigt. Eine Rückkehr zu nationalen Währungen findet keine politische Mehrheit; also hätte man zumindest die Wirtschaftspolitik in der Eurozone homogenisieren müssen. Aber selbst das hat man nicht geschafft. Die radikaleuropäische Politik hat sich durch Zinsen nache Null Zeit gekauft. Gefährliche Zeit, in der neue Blasen entstanden sind, denn das billige Geld floss nicht wesentlich in die Realwirtschaft sondern eher in die Finanz- und Immobilienmärkte.
Schaut man sich Risikoanlagen an, dann sieht man erschreckend niedrige Renditen. Die Risiken werden nicht mehr korrekt bepreist, weil das viele Geld die Kurse nach oben treibt. Eine 10 jährige griechische Staatsanleihe bringt Stand heute 6,3% Rendite, das kriselnde Frankreich muss für einen 10 jährigen Kredit sogar nur ca. 1,84% Zinsen bezahlen. Deutschland bezahlt dafür nur noch ca. 1,35%. Auch deshalb kann unsere Regierung einen “tollen” Haushalt präsentieren, weil die Zinskosten so niedrig sind. Selbst ein Land wie die Türkei, der man sämtliche demokratischen Werte abspricht, muss für einen 10 jährigen Kredit aktuell nur ca. 3,84% bezahlen und selbst eine Firma wie z.B. Nestlé bekommt das Geld für einen 5 jährigen Kredit zu ca. 0,94% nachgeschmissen.
Ich möchte nicht schwarz malen. Die viele Renditen und Profite machen sich im Portfolio ziemlich sexy. Aber die Börse kennt eben zwei Richtungen! Die Ursachen der letzten Krise wurden bis heute nicht gelöst. Die Ungleichgewichte und die hohe Heterogenotät der europäischen Volkswirtschaften ist noch immer vorhanden, die Großbanken sind noch immer “to big to fail” und die Märkte sind noch immer dereguliert. Alle Ursachen der letzten Krisen sind noch da. Das einzige was man gemacht hat ist billiges Geld zu drucken. Und genau diese Finanzströme blasen aktuell die nächsten Blasen auf. Wir legen aktuell den Grundstein für die nächste Krise. Spannen wir dann wieder Rettungsschirme? Schließen wir wieder Banken auf Mittelmeerinseln? Geben wir wieder Macht an kontinentale Stellen ab? Stärken wir dann wieder die radikaleuropäische Regierung, welche wir aber nicht wählen dürfen? Diese Fragen sind es, die man sich stellen muss. Aber diese Fragen werden von den gottverdammten, zwangsfinanzierten radikaleuropäischen Lügenpackmedien nicht gestellt, weil es ihr staatlicher Auftrag ist, den Status Quo zu erhalten.
Beitrag erschien auch auf: pinksliberal.wordpress.com
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