Die irren Thesen der EU-Populisten

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Die irren Thesen der EU-Populisten
Datum: 13.05.2014, 11:12

Bald ist Europawahl. Das heißt die Populisten haben wieder Hochkonjunktur. Gerade deshalb ist es nun wichtig einen klaren Kopf zu behalten. Die dumpfen Parolen des europaradikalen Parteien- und Meinungskartells sitzen bereits so tief in der kollektiven Wahrnehmung, dass echte Tatsachen und reale Fakten kaum mehr eine Chance haben.

     

  • “Europa muss  mit einer Stimme sprechen können”
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Müssen wir das wirklich? Die europaradikalen Populisten sind ohnehin durch die Bank weg lupenreine “NATO-Versteher”. Außerdem ist die EU nicht Europa. Selbst wenn die EU mit einer Stimme sprechen kann, dann spricht sie nicht für ganz Europa, denn Europa ist ein Kontinent und kein Staatenbund. Die Forderung nach “einer Stimme” gleicht dem Ruf nach einem zentralistischen Führer. Dies können und dürfen echte Demokraten nicht unterstützen.

     

  • “Die EU garantiert Wohlstand und Friede”
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1 Milliarde Menschen auf diesem Planeten leben von weniger als 60 Cent pro Tag. Viele von ihnen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Unsere Meere sind vergiftet, die Luft verschmutzt, die Landschaft voller Monokultur und unser Essen ein Chemiecocktail. Seit 1945 sind weltweit zirka 25 Millionen Menschen bei Kriegen gestorben; seit 1990 waren es auch unter Beteiligung europäischer Truppen 1,1 Millionen Opfer. Durch die EU gibt es weder mehr Wohlstand noch mehr Friede. Wir haben zwar in Europa keinen Krieg, aber wollten wir nicht irgendwie globaler denken?

     

  • “Scheitert der Euro dann scheitert Europa”
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Das berühmte Kanzlerinnen-Dogma hält sich noch immer als eines der populistischsten Aussagen in den Köpfen. Der Satz ist ein irres Schreckensszenario, welches den Menschen gezielt Angst einjagen soll. Geografisch gibt es in Europa 51 Staaten, aber nur 18 haben den Euro. Wie soll ein ganzer Kontinent an einer Währung scheitern, die nur eine Minderheit benutzt? Besser gefällt mir da ein Zitat von Prof. Dr. Wilhelm Hankel: “Mit diesem Euro scheitert Europa”.

     

  • “Europa bringt mehr Arbeit”
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Diesen Satz liest man aktuell auf den Plakaten einer radikaleuropäischen Partei. Man fordert mehr Arbeit. Ok freiwillige bitte vor! Wer will den mehr Arbeit? Also ich nicht. Ich hätte gerne weniger Arbeit bei gleichbleibendem oder erhöhtem Wohlstand, aber einfach nur mehr Arbeit ist für mich kein Anreiz.

     

  • “Europa muss wettbewerbsfähiger werden”
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Wenn die Wirtschaft an den Bürgern vorbeiwächst, dann spricht man von Wettbewerbsfähigkeit. Dieses Dummwort hört sich zwar in Sonntagsreden gut an, gemeint ist aber, dass Arbeiter und Angestellte weniger Kaufkraft im Portemonnaie haben. Wie die Bundestagswahl am 29.09.2013 gezeigt hat, finden über 80% der Wählerinnen und Wähler Wettbewerbsfähigkeit gut, weil ihnen die Propaganda noch nie erklärt hat, dass es sich hierbei um Reallohnverluste handelt.

     

  • “Deutschland hat vom Euro profitiert”
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Uns wird immer gesagt, dass eine schwache Währung Wettbewerbsfähigkeit bringt und gut für den Export sei. Hat Deutschland vom Euro profitiert? Ja! Aber nicht ganz Deutschland. Alle die nichts zum exportieren haben, sind Opfer dieser Politik. Der Euro schafft Ungleichgewichte und Verwerfungen, die an verschiedenen Stellen sichtbar werden.

     

  • “Portugal ist gerettet”
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Eine aktuelle Schlagzeile! Portugal verlässt den Rettungsschirm, die Aktion ist geglückt und alle sind happy. Was uns die radikaleuropäischen Hofberichterstatter in den teilweise staatlichen Propagandaanstalten nicht sagen ist, dass Portugal heute die höchsten Staatsschulden in seiner Gerichte hat. Wenn eine Rettung daraus besteht, dass ein Land hinterher mehr Schulden als vorher hat, dann ist alles gesagt.

     

  • “EU-Gegner und €-Skeptiker sind rechts”
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Wenn nichts mehr hilft dann holen die Standrichter des Parteien- und Meinungskartells stets die Nazikeule raus. Wenn auch diese machtlos ist, dann kommt die Verschwörungstheorie-Keule. Liebe Freunde, Hand aufs Herz! Wer bitteschön ist hier rechts?? Diejenigen, die echte Demokratie und dezentrale Machtverteilung wollen, oder diejenigen, die eine zentralistische Räterepublik ohne Mitbestimmung bevorzugen? Nicht alle Kritiker des Zentralbankensystems und nicht alle Gegner radikaleuropäischer Bestrebungen sind rechts. Weniger EU heißt nicht automatisch mehr Nationalstaat! Im Gegenteil: Konsequent Liberale lehnen auch das ab, was manche “Deutschland” nennen.

Fortsetzung folgt…

Lesetipps:

Zuerst erschienen auf pinksliberal.wordpress.com

Sven von Storch

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