Demystifizierung des Kohlenhydrats

Veröffentlicht:

Demystifizierung des Kohlenhydrats
Datum: 16.03.2015, 11:26

Kohlenhydrate gehören zu den drei Makronährstoffen und spielen neben Fetten und Proteinen eine wichtige Rolle bei der Ernährung. Der Körper benötigt ausreichend Kohlenhydrate, damit er perfekt funktioniert. Man findet sie vor allem in Obst, Gemüse und Getreide. Kohlenhydrate liefern dem Gehirn Energie und stellen eine leicht verfügbare Energiequelle für die Muskeln dar. Auch verhindern sie den Abbau von Muskelgewebe bei “Übertraining” oder längeren Ausdauereinheiten.

Wer sich gesund ernähren möchte, der muss zwingend Kohlenhydrate essen. Doch der Körper zieht uns oft einen Strich durch die Rechnung. Dieser Störfaktor nennt sich Insulin. Grob zusammengefasst kann man sagen, dass “schnell verfügbare” Kohlenhydrate das Insulin in die Spitze treiben, während “langsam verfügbare” Kohlenhydrate (Ballaststoffe) das Insulin nur unwesentlich beeinflussen. Insulin ist ein Hormon, welches die Einlagerung von Fett begünstigt. Demnach gibt es gute Kohlenhydrate und böse Kohlenhydrate, welche ein unnötiges Insulinfeuerwerk entfachen.

Zu den guten Kohlenhydraten gehören Obst (in Maßen), Gemüse und Vollkornprodukte. Schlechte Kohlenhydrate besitzen einen geringeren Nährwert, werden schnell verdaut und sorgen für eine unnötige Insulinausschüttung. Schlecht sind zum Beispiel Zucker, Reis, Nudeln, Gebäck, Weißmehl und fast alle Fertiggerichte sowie FastFood. Man sollte nicht den Fehler machen und “gute Kohlenhydrate” für die schlecheren in Sippenhaft zu nehmen.

Unser Körper besitzt zwei Speicherstellen für Kohlenhydrate: Die Leber und die Muskeln. Nur der Teil der, der in der Leber lagert (sog. Glykogen) kann das Gehirn mit Energie versorgen. Die Leber macht dies aber nur begrenzt, denn ihr “Speicher” ist sehr klein. Jeden Überschuss schickt die Leber zur Endlagerung (Fett). Deshalb ist es wichtig Kohlenhydrate zu essen, aber eben nicht zu viel auf einmal und keine zu schnell verfügbaren. Die Leber speichert zirka 80 Gramm Kohlenhydrate. Bei regelmäßigem Alkoholkonsum weniger.

Schlechte Kohlenhydrate machen also dick, weil sie den Glykogenspeicher der Leber zum überlaufen bringen. Zudem kommt der Insulinschock: Große Mengen an Insulin sorgen dafür, dass der Körper Energie für zukünftige Bedürfnisse als Fett einlagert. Zu viel schlechte Kohlenhydrate geben dem Körper das Signal, langfristig Energie zu speichern. Bei zu wenigen Kohlenhydrate baut der Körper Muskelgewebe ab und verliert an geistigen und körperlichen Fähigkeiten.

LowCarb ist also suboptimal und NoCarb ist absoluter Bullshit. Die Ausgewogenheit ist wichtig. Und noch wichtiger ist, dass man sich auf gute, also ballaststoffreiche Kohlenhydrate begrenzt. Auch sollte man an Tagen, an denen man planmäßig keinen Sport treibt, eher weniger davon essen und an Tagen, wo man sich viel bewegt mehr. Am Abend machen Kohlenhydrate fast nie Sinn, denn in der Nacht benötigen die meisten Menschen keine Energie. Es sind nicht die guten Kohlenhydrate, die 2 von 3 Deutschen fett machen. Es ist der Zucker; versteckt in Junkfood, Weißmehl, Alkohol. Ein Kohlenhydratmangel zeigt sich oft in Müdigkeit, Lustlosigkeit, Schwäche und Kopfschmerzen.

Beitrag erschien auch auf: pinksliberal.wordpress.com

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.