Banken_ Böse Provisionen!_
Banken_ Böse Provisionen!_
Datum: 26.03.2015, 10:30
Banken müssen sich aufgrund des Honoraranlagegesetzes entscheiden, wie sie künftig vergütet werden wollen. Manche Banken verlangen Beratungshonorare und andere Banken erhalten Provisionen. Welche Form der Bezahlung stattfindet, klären Anbieter und Kunde in einem Vertrag bzw. in den AGBs. Die meisten Banken verlangen keine Honorare, weil die wenigsten Bankkunden dazu bereit sind, solche Honorare zu bezahlen. Bei einer Honorarberatung bezahlt der Kunde das Honorar für die Beratungsleistung; ähnlich wie bei Rechtsanwälten oder einem Steuerberater. Das Honorar wird mit der Beratung fällig, egal ob der Kunde das Angebot annimmt oder nicht. Bei den Provisionen geht es ehrlicher zu: Die Beratung und Folgebetreuung ist kostenlos. Kauft ein Bankkunde beispielsweise Fonds, dann bekommt die Bank von der Fondsgesellschaft eine Provision. Diese wird nicht an den Kunden weitergereicht, denn er genießt ja die kostenlose Beratung und die noch viel wichtigere Folgebetreuung. Die wenigsten Kunden möchten ihren Banker wie einen Steuerberater oder Rechtsanwalt “pro Stunde” bezahlen. Das Provisionssystem ist nicht böse sondern genau das, was deutsche Anleger seit Jahrzehnten schätzen und nutzen.
Die meisten Banken entscheiden sich entweder für Honorarberatung oder Provisionen. Banken, die beides anbieten sind sehr selten. Übrigens: Die genaue Höhe der Provisionen, welche eine Bank von Dritten bekommt, wird im sogenannten Beratungsprotokoll ausgewiesen. Bei Fonds gibt es meist eine Einmalprovision aus dem Ausgabeaufschlag sowie eine Bestandsprovision für die laufende Betreuung. Bei Versicherungen ist es ähnlich, nur dort regt sich komischerweise nur selten jemand künstlich auf. Honorarberatung lohnt sich für die Kunden meist erst bei sehr großen Anlagesummen im Bereich des Portfoliomanagements. Kleinanleger haben meist keine Lust 50€, 100€ oder 200€ Honorar für 60 Minuten Beratung zu einem Fondssparplan zu bezahlen. Was die Politik hier wiedermal zu reglementieren versucht ist weder verantwortlich noch ursächlich für die Finanzkrise. Niemand arbeitet kostenlos; auch Banken nicht. Kaum eine andere Branche muss in einem Angebot so genau offenlegen, was sie verdient. Ich halte transparente Provisionen von Dritten und eine kostenlose Beratung sowie Folgebetreuung für die bessere Lösung.
Stellt euch mal die Reaktion der Verbraucherschützer vor, wenn eine Bank 100€ Beratungshonorar von einem RTL2-schauenden Assi verlangt, nur weil er sich zum Thema P-Konto beraten lässt. Das wäre amüsant…. ok, das war jetzt zynisch. Sorry. Nicht alle P-Kontoinhaber sind “assi”. Manche sind unverschuldet in der Situation.+
Beittrag erschien auch auf: pinksliberal.wordpress.com
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