Merz am Ende des Rankings, AfD bei 29 Prozent

Veröffentlicht:
Einführung

Eine Regierung kann ihre Politik stundenlang erklären. Der Bürger bewertet am Ende Leistung, Richtung und Vertrauen. Die aktuelle INSA-Erhebung liefert dafür ein hartes Zwischenzeugnis: Friedrich Merz steht im Politiker-Ranking auf Platz 20 von 20, während die AfD in der Sonntagsfrage 29 Prozent erreicht.

INSA befragte zwischen dem 21. und 24. August 2026 insgesamt 2.004 Wahlberechtigte. Die AfD erreicht 29 Prozent, CDU/CSU 20,5 Prozent und die SPD 12 Prozent. Der Abstand zwischen AfD und Union beträgt damit 8,5 Prozentpunkte

Im Politiker-Ranking fällt das Urteil noch persönlicher aus. Friedrich Merz erreicht 2,51 Punkte und landet auf Platz 20. Boris Pistorius führt die Liste mit 4,81 Punkten an.

Eine einzelne Umfrage zeigt eine Momentaufnahme. Die Entwicklung der vergangenen Wochen zeigt zugleich, dass die AfD in mehreren INSA-Erhebungen dauerhaft im Bereich von 28 bis 29 Prozent liegt, während die Union deutlich darunter bleibt.

DIE RECHNUNG DER REGIERUNG

CDU/CSU und SPD erreichen zusammen 32,5 Prozent. Die AfD steht allein bei 29 Prozent. Zwischen der gesamten Regierungskoalition und der stärksten Oppositionspartei liegen damit lediglich 3,5 Prozentpunkte.

Der Vergleich mit der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 verschärft das Bild. AfD liegt in dieser Erhebung 8,2 Punkte über ihrem damaligen Ergebnis, CDU/CSU 8,0 Punkte darunter und die SPD 4,4 Punkte darunter.

Solche Verschiebungen entstehen aus vielen Entscheidungen gleichzeitig: Wirtschaft, Migration, Energie, Sicherheit, Verwaltung, soziale Fragen und das allgemeine Gefühl politischer Steuerungsfähigkeit. Für Bürger zählt am Ende, ob politische Entscheidungen im Alltag überzeugen.

Hier entsteht die eigentliche Frage: "Wie lange kann eine Regierung den Bürgern ihre Politik erklären, wenn die Bürger der Regierung immer lauter erklären, was sie von dieser Politik halten?"

DIE NÄCHSTE ANTWORT KOMMT AN DER URNE

Die nächsten Landtagswahlen geben dieser Frage zusätzliches Gewicht. Sachsen-Anhalt wählt am 6. September. Reuters berichtet dort von Umfragewerten um 41 Prozent für die AfD und 24 Prozent für die CDU.

Berlin und Mecklenburg-Vorpommern folgen am 20. September.

Regionale Themen, Kandidaten und politische Traditionen prägen jede dieser Wahlen. Gleichzeitig werden die Ergebnisse bundespolitisch gelesen werden.

Für Friedrich Merz geht es damit um mehr als persönliche Beliebtheit. Seine Regierung muss zeigen, dass politische Führung messbare Ergebnisse erzeugt und Vertrauen zurückgewinnt.

Politische Kommunikation kann Leistung erklären. Dauerhaftes Vertrauen entsteht dort, wo Bürger diese Leistung selbst erkennen.

Demokratie besitzt dafür ein präzises Messinstrument. Es heißt Wahl.

Sources:

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Blog comments

Wir sollten solche Rankings aber nicht zu ernst nehmen!

Da geht es wohl nicht zuletzt sehr viel um Äußerlichkeiten oder gezielte Medienunterstützung.

Wie könnte es sonst sein, daß der übereifrige Diener der globalstischen Kriegstreiber, Pistorius, so gut dabei wegkommt? Der ist keinen Deut besser als Merz!

Zweifel habe ich auch, ob Wahlen wirklich ein "präzises Messinstrument" sind. Da spielt vor allem die Manipulation durch unsere(?) fremdbeherrschten Medien eine verfälschende Rolle. Zum anderen aber auch persönliche oder berufliche Abhängigkeiten von Parteien, hirnlose Gewohnheiten oder Wahlmüdigkeit bei frustrierten Nichtwählern. 

Sie rechnen hier mit Umfragewerten herum, als hätte Deutschland bereits gewählt. 29 Prozent für die AfD werden bei Ihnen beinahe zum Volksurteil und Merz' letzter Platz zum politischen Totenschein.

Vielleicht wäre etwas weniger Begeisterung für Momentaufnahmen angebracht. Umfragen wählen keine Regierung. Bürger tun das.

Bis dahin ist das vor allem eines: eine sehr hübsch mit Zahlen dekorierte politische Erwartung.

Auf unkontrollierte Migration mit allen negativen Folgen für Leib und Leben folgt eben irgendwann die Gegenreaktion. Sicher nicht schön, aber nachvollziehbar.

Beim Parteiprogramm von SPD, CDU und Grünen nahezu schon als Notwehr zu werten.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.