Die Aufträge sind zurück. Der Kostendruck auch.

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Einführung

Der September-PMI zeigt weiteres Wachstum bei Produktion und Aufträgen. Zugleich steigt der Preisdruck auf die Hersteller. Entscheidend wird, was von diesem Aufschwung in den Betrieben ankommt.

Die September-Umfrage von S&P Global meldet weiteres Wachstum der deutschen Industrie. Der Einkaufsmanagerindex lag bei 53,9 Punkten nach 54,3 im August. Die Produktion stieg den neunten Monat in Folge, die Neuaufträge den vierten. Die Fabriken bekommen Arbeit. Gleichzeitig wird ihre Erledigung teurer. Genau in diesem Zusammenspiel entscheidet sich die Qualität der Erholung.

Eine Zahl über 50 und die Frage dahinter

Ein PMI über 50 Punkten signalisiert verbesserte Geschäftsbedingungen gegenüber dem Vormonat. Die 53,9 Punkte im September stehen für weiteres Wachstum, beim Gesamtindex mit etwas geringerem Tempo als im August. Der endgültige Wert lag über der ersten Schätzung von 53,8 Punkten. Aus einem Monatswert folgt weder die absolute Höhe der Industrieproduktion noch eine Prognose für die Beschäftigung.

Die Neuaufträge liefern das stärkere Signal. Sie legten zum vierten Mal in Folge zu; auch das Exportgeschäft wuchs erneut. Laut Umfrage kam Nachfrage aus Asien, Europa und den USA. Für die Unternehmen zählt nun, ob diese Nachfrage auch bei höheren Preisen trägt.

Mehr Produktion, teurere Vorleistungen

Der Kostendruck nahm im September wieder zu – nach drei Monaten mit nachlassendem Druck. Die Inflation der Einkaufspreise erreichte den höchsten Stand seit Juni, die der Verkaufspreise ein Dreimonatshoch. Die Umfrage verbindet die erneute Teuerung mit den globalen Energiemärkten. Ein neuer Auftrag kann also genau dann eintreffen, wenn seine Fertigung mehr kostet.

Zwischen Bestellung und Auslieferung stehen Material, Energie, Transport und Arbeit. Ein Betrieb kann einen Teil des Anstiegs tragen, höhere Kosten weitergeben oder Investitionen anpassen. Die Folgen zeigen sich bei Marge und Spielraum für neue Maschinen. Der PMI allein beantwortet diese betriebliche Frage nicht. Er zeigt, warum Preise und Geschäftsergebnisse ebenso beobachtet werden müssen.

Wann kommt der Aufschwung in der Werkhalle an

Die Hersteller beurteilten ihre Produktionserwartungen für die kommenden zwölf Monate so günstig wie seit Februar nicht mehr. Auch diesen Befund liefert die September-Umfrage. Zuversicht hilft bei Entscheidungen. Sie muss sich jedoch in abgearbeiteten Aufträgen und verlässlicher Auslastung bewähren.

Für Beschäftigte wird die Wende an stabilen Schichten, Einkommen und Stellen sichtbar. Für kleinere Zulieferer zählen zahlungsfähige Kunden und bezahlbares Material. Wer aus den 53,9 Punkten schon einen vollständigen Sieg ausruft, überspringt den Weg vom Auftrag zum Wohlstand.

Die Erholung hat einen Preis

Die deutsche Industrie geht mit steigender Produktion und mehr Aufträgen in den Oktober. Nach einer langen Phase der Unsicherheit ist das eine gute Nachricht. Die September-Daten zeigen zugleich den Preis dieser Bewegung: Energie und andere Vorleistungen beanspruchen wieder einen größeren Anteil. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Nachfrage und Margen gemeinsam tragen. Die Aufträge sind zurück. Jetzt entscheidet sich, was davon bleibt.

Quellen:

S&P Global – Germany Manufacturing PMI, September 2026

Reuters – German manufacturing upturn holds firm, 01.10.2026

Sven von Storch

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Blog-Kommentare

Meiner Ansicht nach muss man den S&P Global kritisch betrachten.  Auftragseingänge und Neuaufträge aus dem Ausland spielen dort eine starke Rolle. Ob die Geschäfte tatsächlich zustande kommen oder ausgeführt werden, wird dort nicht erfasst. Erst einmal sind das nur Absichtserklärungen.

Seit dem Ukraine-Krieg wird ja die Rüstungsindustrie sehr stark gepuscht. Im Jahr 2014, als der Ukraine Krieg begann, war der Verteidigungsetat von Deutschland bei 41 Milliarden, jetzt sind wir bei 140 Milliarden für 2027. So kann man Zahlen auch schönrechnen. Und viele von den Aufträgen sind gar nicht ausgeführt worden oder haben sich als Fehlinvestitionen erwiesen.

Siemens hat beispielsweise große Aufträge aus Österreich erhalten. 

Das hilft Deutschland an sich nicht weiter, es hält nur einzelne Firmen am Leben.

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