Deutschland baut ab. China stellt aus.
Zwei Zahlen stehen heute nebeneinander: Volkswagen plant konzernweit rund 50.000 zusätzliche Stellen weniger. Auf der Berliner IFA präsentieren sich 928 Unternehmen aus der Volksrepublik China, Deutschland kommt auf 201. Zusammen ergeben diese Zahlen ein komplexes Bild industrieller Verschiebung.
Sie zeigen, wie schnell sich industrielle Gewichte verändern, während Deutschland über Transformation, Wettbewerbsfähigkeit und staatliche Hilfe diskutiert.
Eine Messe als Momentaufnahme
Berlin eröffnet heute die IFA. Auf dem Messegelände stehen 928 Aussteller aus der Volksrepublik China, weitere 84 kommen aus Hongkong. Deutschland ist mit 201 Ausstellern vertreten, Japan mit fünf.
Eine Messe liefert ein Marktbild und einen konzentrierten Blick auf internationale Anbieter
Viele chinesische Aussteller sind kleinere Hersteller, Zulieferer oder Anbieter für den internationalen Handel. Trotzdem besitzt dieses Verhältnis enorme Symbolkraft: Auf einer Messe, die einst als Schaufenster deutscher Technik galt, ist die chinesische Präsenz heute mehr als viermal so groß wie die deutsche. Mit Hongkong zusammen liegt sie ungefähr beim Fünffachen.
IFA-Chef Leif Lindner beschreibt China als gegenwärtig führend bei vielen Innovationen. Chinesische Unternehmen zeigen inzwischen komplette Ökosysteme aus Smartphone, Haushalt, Robotik und Automobil.
Am selben Tag schrumpft Volkswagen
Einen Tag vor der IFA-Eröffnung hat der Aufsichtsrat der Volkswagen Group den Zukunftsplan 2030 beschlossen. Der Konzern sieht zusätzlich zu bestehenden Programmen einen weltweiten Abbau von rund 50.000 Stellen vor. Reuters ordnet diese neue Runde zusammen mit dem bereits laufenden Stellenabbau in eine Größenordnung von rund 100.000 Stellen ein.
Der Konzern will seine Modellpalette bis 2035 um rund 50 Prozent und die Angebotskomplexität um rund 75 Prozent reduzieren. Gleichzeitig weist Volkswagen in Europa eine Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen aus. Für Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm wird für die Jahre 2031 bis 2034 eine neue wettbewerbsfähige Folgebelegung benötigt; Volkswagen prüft parallel alternative Nutzungen.
Das ist der Moment, in dem zwei Nachrichten zusammengehören. In Wolfsburg wird reduziert
In Berlin wird ausgestellt. Auf der einen Seite steht ein deutscher Industriekonzern vor der größten Restrukturierung seiner Geschichte. Auf der anderen Seite demonstrieren chinesische Technologieunternehmen auf deutschem Boden, wie breit sie inzwischen aufgestellt sind.
Der Stellenabbau reicht weit über VW hinaus
Destatis meldete für das Ende des ersten Halbjahres 2026 nur noch 691.500 Beschäftigte in der deutschen Automobilindustrie. Das waren 42.300 weniger als ein Jahr zuvor und der niedrigste Stand seit 2005. Bei Herstellern von Kraftwagen und Motoren sank die Beschäftigung um 6,1 Prozent, bei Teile- und Zubehörzulieferern um 7,6 Prozent.
Der VDA rechnet bei Fortsetzung der heutigen Rahmenbedingungen bis 2035 mit einem weiteren Nettoverlust von rund 125.000 Arbeitsplätzen gegenüber dem heutigen Niveau. Gegenüber 2019 ergäbe sich damit ein Minus von rund 225.000 Stellen. Der Verband nennt Elektromobilität, geringere Fertigungskomplexität und schwächere Standortbedingungen als Ursachen.
Auch die Investitionen zeigen die Richtung. Nach VDA-Zahlen stiegen die Sachinvestitionen der deutschen Autoindustrie 2024 im Ausland um 16 Prozent, während die Investitionen im Inland um fünf Prozent sanken. Das ist eine industrielle Verschiebung, die sich längst in Beschäftigung und Kapazitäten messen lässt.
China ist heute technologischer Wettbewerber
Die DIHK veröffentlichte gestern eine Sonderumfrage unter rund 1.300 Unternehmen. Zwei Drittel spüren wachsenden Wettbewerbsdruck aus China, in der Industrie sind es 83 Prozent. Bei Unternehmen mit eigener Präsenz in China liegt der Anteil sogar bei 88 Prozent.
Die Unternehmen nennen dabei zwei Ebenen gleichzeitig
Chinesische Firmen sind technologisch stärker, schneller und international präsenter geworden. Deutsche Unternehmen nennen zugleich hohe Energie- und Arbeitskosten, Regulierung, Marktzugang in China, Subventionen und Rohstoffzugang als Belastungen.
Das ifo Institut liefert ein zweites Warnsignal. Im August berichteten 43 Prozent der Unternehmen der deutschen Autoindustrie von einer schlechteren Wettbewerbsposition außerhalb der EU. Das Institut bezeichnet die Wettbewerbsprobleme der deutschen Industrie als strukturell.
Der Bürger soll die Industrie retten
Ausgerechnet heute veröffentlicht der ARD-DeutschlandTrend eine bemerkenswerte Kombination. 73 Prozent der Befragten sehen Versäumnisse der Autoindustrie bei alternativen Antrieben als Ursache der Krise. Gleichzeitig wollen 62 Prozent, dass der Staat die heimische Autoindustrie besonders unterstützt, um Arbeitsplätze und Produktion in Deutschland zu sichern.
Das ist politisch hochinteressant. Die Bürger sehen Verantwortung bei den Unternehmen und erwarten zugleich den Staat als Schutzschirm. Staatliche Hilfe bedeutet Steuergeld, Garantien, Förderprogramme, Kaufanreize oder regulatorische Entlastung. Jede Variante trägt eine öffentliche Rechnung.
Damit wird aus einer Unternehmenskrise eine Frage politischer Verantwortung
Wer entscheidet, welche Arbeitsplätze geschützt werden? Wer bestimmt, welche Technologie Förderung erhält? Wie erklärt die Politik einem Mittelständler, der seine Transformation aus dem eigenen Cashflow finanziert, die Maßstäbe staatlicher Unterstützung?
Die Transformation hat einen Standort
Deutschland hat die industrielle Transformation über Jahre als Technologieprojekt behandelt. Für Arbeitnehmer ist sie ein Standortprojekt. Ein Elektroauto braucht weniger Teile im Antriebsstrang, Software verschiebt Wertschöpfung, Batterien schaffen neue Abhängigkeiten und neue Produktionsketten. Die entscheidende Frage lautet daher: Wo entstehen die neuen Arbeitsplätze?
Der VDA formuliert genau dieses Problem
Neue Stellen der Transformation entstehen zunehmend dort, wo Investitionsbedingungen attraktiver sind. Wohlstand entsteht dort, wo Entwicklung, Fertigung, Zulieferung und Skalierung tatsächlich stattfinden.
Die IFA liefert dafür heute ein sichtbares Bild
China verkauft längst mehr als billige Elektronik. Xiaomi zeigt Smartphone, Haushalt, Robotik und Fahrzeug als zusammenhängendes System. Deutsche Industriepolitik diskutiert währenddessen Energiepreise, Regulierung, Arbeitszeit, Verbrennerregeln, Kaufprämien und Schutz vor Importen.
928 zu 201
Die Zahl 928 ist eine Einladung, sehr nüchtern auf Deutschlands industrielle Position zu schauen. Eine internationale Messe soll internationale Unternehmen anziehen. Genau deshalb zeigt ihre Zusammensetzung, welche Länder besonders offensiv nach Märkten suchen.
China hat über Jahre Kapazitäten, Ingenieure, Lieferketten, Batterietechnik, Elektronik und industrielle Skalierung aufgebaut. Deutschland besitzt weiterhin Weltklasseunternehmen, Forschung, Maschinenbaukompetenz, Marken und qualifizierte Beschäftigte. Der Abstand bei Kosten, Geschwindigkeit und Investitionsbedingungen entscheidet darüber, welche dieser Stärken morgen noch in Deutschland produziert.
Die politische Debatte braucht deshalb mehr Ergebnis
Wie viele neue Fabriken entstehen hier? Wie viele Modelle werden hier entwickelt? Wie viele Zulieferer investieren hier? Wie viele Beschäftigte arbeiten in fünf Jahren noch in der industriellen Wertschöpfung?
Deutschland baut gerade Kapazitäten ab. China baut Präsenz auf. Die IFA macht diese Bewegung heute sichtbar. Deutschland baut ab. China stellt aus.
Quellen:
- Volkswagen Group — Zukunftsplan 2030
- Reuters — Volkswagen flags 50,000 job cuts across group
- Reuters — Volkswagen shares jump after turnaround agreement
- Reuters — Main points of Volkswagen restructuring plan
- Destatis — 42,300 fewer automotive jobs in H1 2026
- VDA — Employment Trends 2035
- VDA — Annual figures automotive industry
- DIHK — Deutsche Wirtschaft im Wettbewerb mit China
- ifo Institut — Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen
- ARD-DeutschlandTrend — Staatliche Hilfen für Autoindustrie
- Infratest dimap — ARD-DeutschlandTrend September 2026
- tagesschau / rbb — Technikmesse IFA startet, China im Fokus
- rbb24 — IFA 2026: China im Fokus
- IFA Berlin — Exhibitors 2026
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Blog-Kommentare
Wo Wachstum ist,da ist auch Blätter fallen(Nietzsche)
In China ist Wachstum und in Deutschland fallen die Blätter! Wo Idioten regieren ist es so!
Was soll man aus diesem…
Was soll man aus diesem Artikel denn für eine andere Schlussfolgerung ziehen, als die, das die zukünftige globale Mobilität der Elektromobilität gehört, die Zeit der konventionellen Verbrenner auf Basis fossiler Brennstoffe läuft ihrem Ende entgegen und das wird nur noch eine nostalgische Nische sein.
Daraus folgen unmittelbar und logisch ganz bestimmte Sachzwänge, in der Industriepolitik, in der Wissenschaft bis hinein in alle gesellschaftspolitischen Bereiche, denn Energie und Mobilität durchdringen nunmal so gut wie alle Bereiche des modernen Lebens.
Man mag es Anachronismus nennen, Nostalgie oder Betonschädeligkeit, wer diese deutlichen Zeichen der Zeit nicht erkennt, der hat sich verabschiedet auf das Abstellgleis einer untergehenden Industrieepoche.
Gerade deswegen ist es gut und richtig, das solche Artikel gerade hier erscheinen. Noch kicken wir ganz vorne mit bei den Grundlagenwissenschaften moderner Batterietechnik, moderner Netzleittechnik, auf allen Teilgebieten hochmoderner Sektorenkopplung zwischen End-Energieerzeugung, - verteilung, - verbrauch.
Auf einem Gebiet könnten wir den Asiaten sogar voraus sein:
Im verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen des Planeten auf einem angemessen hohen Wohlstandsniveau, welches die Belastungsgrenzen des Planeten Erde respektiert.
Das setzt die Bereitschaft voraus, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, synonym für die Fähigkeit zu schonungsloser Selbstkritik.
Diesd grundsätzliche Fähigkeit dazu ist bei uns und unserem Kulturkreis durchaus vorhanden,
nur noch nicht zu allen vorgedrungen.
Es bedarf dazu lediglich der rechnerischen Mehrheit und den erforderlichen politischen Willen.
MfG, HPK
Wer nur in eine Richtung denken kann,
der ist ein ewig Gestriger! Man muss für alles offen sein. Grüne können und sind das nicht! Die sind sogar NAZI und kämpfen gegen rechts also alles was anders ist als ihre kleingeistigen Hirne! Wer grün wählt ist ein Idiot!
Politischer Krebs als Nutznießer ?
Deutschland baut gerade Kapazitäten ab. China baut Präsenz auf. Die IFA macht diese Bewegung heute sichtbar. Deutschland baut ab. China stellt aus.
Diese Behauptung ist nicht ganz richtig ! Ja China baut auf ,nicht nur Präsenz ,sondern Zukunft ! Nur die dargestellten Neuigkeiten sind schon wieder ältere Entwicklungen .China ist viel weiter und bekommt dafür (,als 3ttland von Täuschland noch Entwicklungshilfe ) .
Man muss schon besonders blöd sein ,die Realität nicht sehen zu wollen ,oder man hat einen besonderen Hass auf dieses Land! Wofür dieses wunderschöne Land überhaupt nichts kann ,und all die Bürger ,die hier geboren wurden vermutlich ihr Bestes immer versucht haben .Schuld haben gewisse Politiker und Strippenzieher ,die dieses Land in den Abgrund gefahren haben .Beginnend mit Korruption und Lügen und wenn z.B. Coronamassenmord nicht aufgeklärt ,bzw. Verantwortliche nicht zur Rechenschaft gezogen werden ,ist es klar ,dass sämtliches Vertrauen in solche "Verräterpolitik " verloren gegangen ist ! https://youtube.com/shorts/15IXdpkByMA?si=9XRNS9dmo0c3btwq .
Wer will für solche Lügenpolitik überhaupt noch irgend einen Strich machen . Das Land hat nur reale Chancen ,wenn restlos alles auf den Kopf gestellt wird ,China ist dabei ,nur Jahre voraus ! Ob Täuschland noch eine Chance hat ? Vielleicht , doch Wahrheit muss erst wieder einmal auf den Tisch ! Und dann beginnen wir vielleicht wieder in Kleinem ,dank arroganter Lügenpolitiker ,die dieses Land für kommende Generationen in den Dreck gefahren haben und nun wollen sie noch einen Krieg anzetteln ,um ihre Schuld unter den Teppich zu kehren ! https://youtube.com/shorts/7XMqgONeJGo?si=BGqDKLCWnv3fIAfL
Keinen Cent mehr für arroganten,bösartigen Nutznießer ! https://youtube.com/shorts/X7WSMg_nL6s?si=V8rd9iFnBta2g0ly
... „Auf der Berliner IFA…
... „Auf der Berliner IFA präsentieren sich 928 Unternehmen aus der Volksrepublik China, Deutschland kommt auf 201. Zusammen ergeben diese Zahlen ein komplexes Bild industrieller Verschiebung.“ ...
Was für dieses https://schurken.fandom.com/de/wiki/B%C3%B6ser_Friederich Co. etwa Grund genug dafür bietet, die Drohung von Deutschlands einstigem - auch m. E. - Außenministerinnen-Starlett gegen China https://www.tagesschau.de/ausland/baerbock-drohnen-china-100.html unverzüglich umzusetzen???
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