Wir dürfen dem Terrorismus nicht nachgeben!
Wir dürfen dem Terrorismus nicht nachgeben!
Datum: 15.01.2016 - 12:41 Uhr
Der islamistische Terrorismus hat eine klare Strategie: Angst zu verbreiten. Es ist die Form des Guerillakrieges. Niemand weiß, wo die Terroristen als nächstes zuschlagen werden. Das sorgt für Unsicherheit. Die Menschen geben Schritt für Schritt ihren Lebensstil auf. Sie opfern ihre Freiheit der Sicherheit. Doch wenn das weiterhin geschieht, haben wir, die Europäer, verloren und die Terroristen ihr Ziel erreicht. Denn dann haben sie uns unsere Freiheit genommen. Wollen wir wirklich so schnell klein beigeben?
Durch die Anschläge ist der Tourismus in der arabischen Welt zusammengebrochen
Beispiel Tourismus: Ein paar gezielte Anschläge in Tunesien und Ägypten haben einen Großteil des Tourismus lahmgelegt. Sobald neue Anschläge in den Nachrichten vermeldet werden, stornieren viele Urlauber ihre geplanten Urlaubsreisen. Für Länder wie Ägypten und Tunesien ist der ausbleibende Tourismus eine Katastrophe. Die ausländischen Reisegäste waren über Jahrzehnte die wichtigsten Devisenbringer. Nun stehen die Hotels und Restaurants leer, die Souvenirverkäufer verlieren ihr Einkommen, Reiseführer suchen nach anderen Jobs, die es nicht gibt. Eine ganze touristische Infrastruktur, die über Jahrzehnte für viele Milliarden Dollar aus dem Boden gestampft wurde, liegt brach.
Für deutsche Touristen schrumpft das Urlaubs- und Reiseangebot. Wo ist man noch sicher? Kann der Terrorismus nicht überall zuschlagen? Ist denn eine Reise nach Ägypten so viel gefährlicher als ein Trip nach New York oder Rio de Janeiro? Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit größer, in einer normalen Weltmetropole überfallen und ausgeraubt zu werden oder auf dem Weg zum Flughafen mit dem Auto zu verunglücken. Doch die Menschen treffen ihre Entscheidungen nicht nach Statistiken. Sie lassen sich von Schlagzeilen beeinflussen. Und wenn dort von Anschlägen die Rede ist, werden sie vorsichtig.
Damit haben die Terroristen mit wenig Aufwand viel erreicht. Sie haben der ägyptischen und tunesischen Regierung geschadet, dem Land die Wirtschaft ruiniert und gleichzeitig Angst und Schrecken unter den Menschen aus dem Westen ausgelöst. Eigentlich müsste man gerade jetzt nach Tunesien und Ägypten reisen, um zu signalisieren, dass man sich nicht einschüchtern lässt. So würde man zudem der dortigen Wirtschaft helfen. Die Ägypter und Tunesier sind dankbar für jeden Gast.
Angriff auf unseren Lebensstil: Die Anschläge von Paris
Die Anschläge in Paris auf die Konzerthalle, das Fußballstadion und die Cafés treffen noch unmittelbarer unsere Lebenswelt. Die Ziele waren konkret ausgesucht, um den Puls des westlichen Lebensstils und der freien Jugend zu treffen. Die heitere Welt der jungen Menschen und Touristen in Paris ist vorüber.
Auch wenn die Attacken in der Kölner Silvesternacht nicht mit der islamistischen Terrorszene in Zusammenhang stehen, sondern eher auf kriminelle Banden zurückzuführen sind, so haben auch diese zur Unsicherheit beigetragen.
Wie wird es am Rhein und am Main zur Fastnachtszeit aussehen? Wird man ungetrübt Karneval feiern können? Schon vor den Ereignissen in Köln war die Polizei alarmiert, weil man Bombenattacken und andere Formen terroristischer Anschläge in Deutschland befürchtete. Immer wieder wird davor gewarnt, dass auch Deutschland Ziel von Angriffen werden könne. Die nervöse Stimmung hatte sich seinerzeit bei dem abgesagten Fußballspiel in Hannover gezeigt. Jeder Hinweis kann bereits Alarm auslösen, jeder einsame Koffer, jeder merkwürdig sich verhaltene Mensch kann Unsicherheit verursachen. In Paris hat es bereits mehrfach falschen Alarm gegeben, der jedoch ausreichte, um Panik zu erzeugen. Es ist klar geworden: Die Nervosität steigt.
Ende der freien Meinungsäußerung?
Auch in unserer Meinungsfreiheit schränkt uns der islamistische Terrorismus immer mehr ein. Wir haben gelernt, mit Kritik umzugehen und Karikaturen als das zu erkennen, was sie sind. Doch die Redaktion des Satire-Magazins Charlie Hebdo musste ihre Meinungsfreiheit bitter bezahlen. Ähnliche Vorfälle hatte es zuvor in Dänemark und den Niederlanden gegeben. Wir erinnern uns an die Mohammed-Karikaturen und die Reaktionen darauf.
Islamkritiker müssen heutzutage auf alles gefasst sein. Wer ein islamkritisches Buch herausgibt oder eine kritische Rede in der Öffentlichkeit hält, braucht Personenschutz. Der in Deutschland lebende ägyptische Autor Hamed Abdel-Samad hat wegen seiner islamkritischen Bücher und Reden Morddrohungen erhalten. Ein prominenter Muslimbruder hatte sogar im ägyptischen Fernsehen zum Mord an Abdel-Hamad aufgerufen. Das Ganze erinnert uns an Salman Rushdie, dem wegen seines Werkes „Die satanischen Verse“ die Fatwa verhängt wurde.
Für viele Menschen in Europa wird es auf Dauer schwer erträglich, wenn die eigene Kultur, Lebenswelt und Tradition permanenter Kritik und Satire ausgesetzt wird, jedoch die Religion, Kultur, Lebenswelt und Tradition einer anderen Bevölkerungsgruppe dagegen durchgehend wie sakrosankt mit Samthandschuhen angefasst wird. Es ist völlig offensichtlich, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Und der Grund dieses doppelten Maßstabes ist einzig und allein die Sorge vor einer Überreaktion in der muslimischen Bevölkerung und vor etwaigen Anschlägen der Fundamentalisten. Aus Angst schweigt man.
Wie geht es weiter: mit Mut oder Angst?
Die Frage, die sich unsere Gesellschaft stellen muss, ist, ob wir uns weiterhin einschüchtern lassen oder ob wir unsere Grundwerte und Freiheiten zu verteidigen bereit sind. Das bedeutet auch, zu den Werten zu stehen, die man als wichtig erachtet und sie zu leben.
Europa hat viele Kriege, Reformationen, Revolutionen, Aufklärungen und gesellschaftliche Veränderungen durchlebt, um den Grad an Freiheit zu gewinnen, den wir heute schätzen. Es wäre tragisch, wenn all diese Bemühungen unserer Vorfahren umsonst gewesen waren. Deshalb ist es wichtig, dass wir von unseren Freiheiten und Gewohnheiten, von unseren Traditionen und Festen nichts aufgeben.
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