Universitäten_ Ideologie statt Meinungsfreiheit

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Universitäten_ Ideologie statt Meinungsfreiheit
Datum: 14.01.2025 - 07:50 Uhr

Es fängt schon bei der Wahl und Bewertung eines Themas für die Bachelor- oder Masterarbeit an. Und es hört bei den Dissertationen und Habilitationen nicht auf: An den Universitäten geht es nicht nur um Wissenschaft und Forschung, Wissen und Fakten, sondern auch um Gesinnung.

Und die Gesinnung ist vornehmlich linskgrün, vor allem an den klassischen Universitäten, insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Doktoranden, Assistenten oder Professoren, die vom linksgrünen Faden abweichen, der das gesamte Milieu durchzieht, können schnell in Schwierigkeiten geraten.

Denn ihr »Ruf« ist in Gefahr. Und der »Ruf« ist allesentscheidend, wenn es darum geht, auf eine akademische Position berufen zu werden. Ja, in der Tat: Lehrstühle werden auch politisch vergeben. Denn vom Lehrstuhl hängt auch der »Ruf« der Universität oder Hochschule ab.

Und so kam es, wie es kommen musste: Kaum hatten Alice Weidel und Elons Musk sich zu einem harmlosen Gedankenaustausch auf X online getroffen, rollte die Empörungswelle durch den Elfenbeinturm der Akademiker.

Wohl mehr als 60 Universitäten, Hochschulen und Bildungsinstitute in Deutschland und Österreich haben ihren X-Account stillgelegt [siehe Bericht SWR], sofern sie überhaupt einen haben, oder wollen der Plattform fernbleiben. Damit wollen sie ein »Zeichen gegen Rechts« setzen. Manche Universitäten wollen sogar prüfen, ob sie nach den Ankündigungen von Mark Zuckerberg auch Facebook und Instagram verlassen.

Die internationale Community wird das kalt lassen, denn offizielle Accounts von Unis sind wie Pressesprecher: langweilig und dröge, zumindest die aus Deutschland.

Deutschland spielt sowieso eine immer geringere Rolle in der Wissenschaft, besonders in der Naturwissenschaft. Führend sind die US-Universitäten und die chinesischen Universitäten. Und die machen auf X weiter. In China hat man für solche Aktionen wie in Deutschland wenig Verständnis. X steht für Elon Musk und damit auch für Tesla, Starlink und SpaceX.

Die großen Sozialen Medien sind fast alle in der Hand der Amerikaner und Chinesen. Die größten Datennetzwerke und Server-Zentren entstehen in den USA und in China. Die Wissenschaft und Forschung wird zunehmend auf die digitale Infrastruktur zurückgreifen müssen, die Entrepreneurs wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg zur Verfügung stellen.

In keinem Berufsfeld ist der Drang, für die Karriere ins Ausland zu gehen, so groß wie bei Akademikern. Dass die deutschen Universitäten sich von SpaceX, Tesla, Starlink und X distanzieren, wird den Jungakademikern, die nach ihrem Master-Abschluss oder ihrer Doktorarbeit in die USA wechseln wollen, den Sprung nicht leichter machen.

Unterdessen bemüht sich Musk, mit seinem Projekt der Künstlichen Intelligenz die Konkurrenz zu überflügeln. Werden die deutschen Akademiker auf dessen AI (z.B. Grok) und dessen Internet-Infrastruktur (Starlink) verzichten? Aus ideologischen Gründen? Weil er mit Alice Weidel ein Gespräch geführt hat?

Dem deutschen Elfenbeinturm ist alles zuzutrauen. Auch die Bereitschaft, international in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Im Ausland wird das kaum einer bemerken.

Sven von Storch

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