Neue Weltsprachen_ Arabisch und Chinesisch auf dem Vormarsch

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Neue Weltsprachen_ Arabisch und Chinesisch auf dem Vormarsch
Datum: 01.10.2019 - 08:00 Uhr

Englisch und Spanisch werden wegen ihrer Verbreitung bedeutende Weltsprachen bleiben. Die US-amerikanische Dominanz im Netz sorgt ebenfalls für eine überwältigende Präsenz des Englischen im Netz. Französisch wird an Bedeutung verlieren. Zwei Sprachen werden in Zukunft international an Bedeutung gewinnen: Arabisch und Chinesisch.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war das Arabische stark zurückgedrängt. Im Maghreb war durch die Kolonien Französisch Verkehrssprache geworden und im Osten durch das Osmanische Reich Türkisch. Mit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches und des französischen Kolonialreiches gewann das Arabische wieder an Bedeutung als Verkehrs- und Verwaltungssprache.

Doch der wichtigste Aspekt ist die wachsende Bevölkerung. Um 1800 und um 1900 war die Zahl der arabischen Muttersprachler gering, weil zuvor das Bevölkerungswachstum in Nordafrika und Vorderasien über mehrere Jahrhunderte stagnierte.

Ägyptens Bevölkerung ist in nur 60 Jahren von 27 Millionen auf rund 100 Millionen gestiegen

Zum Vergleich: Um 1800 hatte Ägypten 2-3 Millionen Einwohner. Um 1960 waren es 27 Millionen. 1980 waren es schon 44 Millionen (Quelle: Weltbank). 97 Millionen waren es offiziell im Jahr 2017 (Quelle: World Fact Book 2018). Mittlerweile hat das Land die 100-Millionenmarke überschritten. Heute (2019) hat das Land rund 101 Millionen Einwohner.

Nun ist es so, dass die Zahlen der Erhebungen und Berechnungen unterschiedlich ausfallen. Wegen der Flüchtlinge, Migranten, illegaler Umzüge innerhalb des Landes und wegen der starken Landflucht (nach Kairo) sind die Ämter mit genauen Erhebungen überfordert. Klar ist nur folgendes: Entweder hat Ägypten die 100-Millionenmarke gerade überschritten oder es wird diese Zahl in jedem Moment überschreiten.

Arabisch wird Weltsprache

Andere Länder haben ebenfalls ein enormes Wachstum, und das trotz Kriegen und Krisen. Beispiel: Der Irak hatte (nach Weltbankinformationen) 1960 rund 7 Millionen Einwohner. 1980 waren es fast 14 Millionen. 2018 hatte der Irak rund 38,2 Millionen Einwohner und dürfte demnächst die 40-Millionen Einwohnermarke erreichen. Bis 2050 soll die Bevölkerung auf rund 80 Millionen angestiegen sein.

Arabisch wird von mehr als 320 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Rund 420-430 Millionen sprechen es als Zweitsprache. Das sind zusammen rund 750 Millionen. Bald dürfte es eine Milliarde sein. Bis 2050 dürfte sich die zahl der arabischsprachigen Staaten von Marokko bis Irak und Oman verdoppelt haben.

Doch es gibt noch andere Gründe, die dafür sprechen, dass Arabisch Weltsprache wird. Araber leben überall auf der Welt. Ihre Zahl wächst in Großbritannien, Frankreich, in den USA und auch in Deutschland beständig. Sie bauen Netzwerke auf und finden Gemeinsamkeiten.

Man kann es im Alltag beobachten. In Berlin stoßen immer mehr Urlauber aus den arabischen Golfstaaten auf arabischsprachige Bewohner der Stadt. Die arabischen Touristen aus den VAE (Duai und Abu Dhabi) oder aus Kuwait wundern sich, dass sie im Berliner Restaurant oder an der Imbissbude von Arabern aus Syrien oder dem Libanon bedient werden. Oft hört man Sätze und Dialoge wie »Btitkallem arabi?« —  »Aiwa«, »Naam« — und verwunderte oder freudige Gesichter, weil sie alle auf Arabisch in Deutschland kommunizieren können.

Chinas Netzwerk umschließt die Welt

China hatte schon immer eine große Einwohnerzahl. Somit gab es schon immer viele Menschen, die Chinesisch (Inklusive Mandarin und Kantonesisch) sprechen oder verstehen. Doch zu Zeiten, als die Volksrepublik China abgekapselt war, hatte dies kaum Einfluss auf die globale Kommunikation.

Das hat sich nun gewandelt. Denn den rund 1,4 Milliarden Chinesen in der Volksrepublik (inkl. Hongkong und Macao) sowie in Taiwan und Singapur stehen noch zusätzlich rund 40 Millionen Auslandschinesen gegenüber, die in verschiedenen Teilen Asiens, Europas und Nordamerikas leben. Ihre Zahl steigt beständig und führt zu einem Wachsen chinesischer Netzwerke. In immer mehr Staaten dominieren Chinesen den Handel (Thailand, Malaysia, Indonesien).

Das hat sich herumgesprochen. Daher lernen immer mehr Schulkinder in den USA, Kanada und Großbritannien Chinesisch, weil die Eltern Sorge haben, dass ihre Kinder in der globalen Welt der Zukunft den Anschluss verlieren könnten.

Sven von Storch

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