Krieg der Geburten_ Wie uns die Kinderlosigkeit als Tugend eingeredet wird

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Krieg der Geburten_ Wie uns die Kinderlosigkeit als Tugend eingeredet wird
Datum: 25.09.2018 - 08:42 Uhr

Es gibt bei uns zwei parallele Kulturen: Auf der einen Seite der Lobpreis des Kinderreichtums, auf der anderen Seite der Lobpreis der Kinderlosigkeit. Die Grenze zwischen beiden verläuft nach ethnisch-kultureller Herkunft.



Ist Ihnen schon aufgefallen, dass in der letzten Zeit fast überall in Europa und Nordamerika die Mainstream-Medien zunehmend Artikel und Sendungen lancieren, in denen das kinderlose Leben gepriesen wird? Artikel wie »Wir sollten alle aufhören, Kinder zu bekommen. Denn das ist egoistisch!« oder »Ich muss keine Kinder haben« gehören schon zum Hintergrundrauschen der alltäglichen medialen Beschallung. Bei der »Huffington Post« gibt es das Thema Kinderlosigkeit sogar als eigene Rubrik.


Die Argumente sind immer dieselben: Die Erde sei überbevölkert, weniger Menschen seien besser für die Umwelt, Kinder schränken das Leben ein, Kinder zu haben sei zu teuer, man könne sich nicht mehr selbst verwirklichen. Singles und Paare ohne Kinder werden als Trendsetter dargestellt.


Das Auffällige hierbei ist, wie besonders die europäische und amerikanische Mittelschicht angesprochen wird. Dass eine muslimische Familie ohne Kinder fast undenkbar ist und in vielen Kulturen Kinderreichtum als Zeichen von Wohlstand und Lebensfreude gesehen wird, bleibt unangetastet. Denn diese kulturell bedingten Einstellungen zu kritisieren, wäre rassistisch oder chauvinistisch.


Es sind hauptsächlich die Europäer und europäisch-stämmigen Amerikaner, die in ihrer Kinderlosigkeit bestärkt werden. Wer hier für höhere Geburtenraten wirbt, um die eigene Ethnie zu erhalten, dem wird mitunter »völkisches Denken« vorgeworfen.


Es ist so, als ob alle Kulturen und Ethnien der Welt einen Selbstwert haben, der sie erhaltenswürdig macht. Nur die Europäer und europäisch-stämmigen Amerikaner sind nach dieser Logik nicht würdig, einen Selbstwert an sich zu haben. Sie dürfen aussterben. Das finden auch viele linke Ideologen so: Einer ihrer Leitsprüche, den man immer wieder liest, lautet, der sinkende Anteil der Deutschen sei »Völkersterben von seiner schönsten Seite«.


Wie sieht Europa in 50 oder 100 Jahren aus?


Eine Gesellschaft ohne Kinder stirbt aus. So einfach ist das. In fast allen europäischen Staaten ist die Geburtenrate zu niedrig, um auf Dauer die Population erhalten zu können. Mit einer Fertilitätsrate von 1,43 (UNO-Angaben) beziehungsweise einer Geburtenrate von 8,5 auf 1000 Einwohner (CIA Fact Book 2016) liegt Deutschland selbst für europäische Verhältnisse im unteren Bereich.


Der temporäre Rückgang der Bevölkerung Deutschlands wäre an sich nicht das Problem. Wenn Deutschlands Bevölkerung sich von rund 82 Millionen auf 62 Millionen reduzieren würde, wäre das Land immer noch dicht besiedelt.


Problematisch beim Bevölkerungsrückgang sind die Umkehrung der Alterspyramide und die Verlagerung der gesamtgesellschaftlichen und staatlichen Schulden auf immer weniger Schultern. Moderne Staaten profitieren von wachsenden Bevölkerungszahlen und gleichzeitig vom höheren Frauenanteil in der Berufswelt, weil sie mehr dann Schulden machen können, die auf mehr Schultern verteilt werden. Der Markt der Staatsanleihen ist größer als der Aktienmarkt. So die fiskalische Betrachtungsweise.


Dennoch: In Nordamerika und Europa ist das gesellschaftliche und staatliche Engagement, die Geburtenraten zu erhöhen, sehr beschränkt. Umso engagierter wird dagegen um die Einwanderung geburtenreicher ethnischer Gruppen aus Afrika, Asien und Lateinamerika gerungen.


Im Zeitraffer könnte man für Westeuropa deutlich erkennen, wie der Anteil von Menschen mit außer-europäischem Migrationshintergrund steigt und der Anteil von autochthonen Europäern sinkt.


Das Problem für die Öffentlichkeit besteht jedoch darin, dass sich viele Menschen diese Entwicklung nicht vorstellen können, weil es ihren Zeithorizont übersteigt. Tatsächlich wird sich die Entwicklung wird noch beschleunigen, weil gerade bei den Europäern der Anteil der Senioren in der Bevölkerung sehr hoch ist, während die Migranten im Durchschnitt nicht nur kinderreicher, sondern auch jünger sind. Wenn in 20-30 Jahren die jetzige Senioren-Generation das Zeitliche gesegnet haben wird, werden die Verhältnisse in unseren Landen ganz anders aussehen. Wer eine Prognose für die Zukunft sucht, der werfe einen Blick in die Kindergärten und Grundschulen.


Eine gute Regierung, die der eigenen Bevölkerung kulturell und ethnisch einen Selbstwert zuerkennt, würde die Frage, wie das Land in 50 oder 100 Jahren aussieht, ernst nehmen. Sie würde der Migration einen engen Rahmen setzen und Familien steuerlich entlasten.


Die Merkel-Regierung hat andere Prioritäten: Das Projekt der Migrationsgesellschaft und multikulturellen EU steht im Vordergrund. Die klassische Familie aus Mutter, Vater und Kindern und die klassische Nation wurden zu Auslaufmodellen degradiert.

 

Sven von Storch

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