Jordan Peterson_ Der intellektuelle Vordenker der Konservativen
Jordan Peterson_ Der intellektuelle Vordenker der Konservativen
Datum: 23.02.2018 - 10:27 Uhr
Wenn die »political correctness« absurde Züge annimmt und jede freie Rede abschnürt, wenn Gedankengut zensiert wird und umstrittenen Rednern die Bühne entzogen wird, wenn sich immer weniger Menschen trauen, ihre Meinung frei zu äußern, weil sie Angst haben, ihren Job zu verlieren oder gesellschaftlich geächtet zu werden, dann wird auch dem letzten kritischen Denker klar, dass sich in unserer Gesellschaft etwas in die falsche Richtung entwickelt.
Dumm nur, wenn die akademische »Elite« regimetreu und dem Zeitgeist entsprechend die freie Rede abwürgt und die Rolle des »Gatekeepers« (Torwächters) übernommen hat. Dann sehnen sich kritische Menschen nach einen Vorkämpfer der Redefreiheit. In den USA und in Kanada haben sich einzelne Intellektuelle dieser Rolle angenommen. Einer von ihnen ist der kanadische Psychologie-Professor Jordan B. Peterson.
Peterson reicht den Menschen die Hand, die in der Welt nicht mehr zurecht kommen, weil die Werte und Entwicklungen in der Gesellschaft dem gesunden Menschenverstand – wie ihn noch die Großeltern zu haben schienen – widersprechen. Warum soll eine Patchwork-Familie besser sein als eine Bindung von Vater-Mutter-Kindern? Warum sollen Menschen dazu ermuntert werden, ihr Geschlecht zu ändern? Warum sollen alte Traditionen verboten werden? Warum soll man sich dem Islam gegenüber öffnen? Warum soll man seine Sprache ändern? Warum sollen Frauen nicht daheim bei ihren Kindern bleiben dürfen? Diese und viele andere Fragen lassen Menschen ratlos zurück.
Doch dann kommt jemand wie der Psychologie-Professor Jordan Peterson und zeigt wieder etwas, dass man in der heutigen Zeit so vergeblich sucht: den gesunden Menschenverstand – gepaart mit der Weisheit unserer Vorfahren. Und in diesem Gedankengut ist vieles konservativ. Und plötzlich passt Vieles wieder zusammen: die Lehren aus der Evolution des Menschen und die Erkenntnisse der Neurowissenschaft, die Erzählungen unserer Vorväter und die Lebensweisheiten alter Literatur, Märchen, Legenden, Sagen und auch alter religiöser Texte. Plötzlich ergeben Vaterrollen und Mutterrollen wieder Sinn. Für manche Leser und Zuhörer ist es, als hätten sie ihren Kompass wiedergefunden, der ihnen die Richtung zeigt.
Damit hat man ein wirksames Gegengift zur Ideologie der Generation »Mulikulti-1968-Rotgrün-Genderneutral-Kulturmarxismus-Radikalfeminismus-Männerhass-und-Selbsthass« gefunden.
Licht am Ende des Tunnels: Peterson zeigt den Weg durch die kulturmarxistische Finsternis
Was der Linguistik-Professor Noam Chomsky über viele Jahre für die Linken und Linksliberalen in Nordamerika war, ist nun der Psychologie-Professor Jordan Peterson für die konservative Gegenbewegung geworden.
Um in der von den Mainstream-Medien dominierten Meinungswelt eine abweichende Ansicht zu vertreten, braucht man Intellektuelle als Vorkämpfer, die man zitieren und auf die man sich beziehen kann. Die Linken hatten genug Vordenker. Nun rüstet die Gegenseite nach.
Mit den Mainstream-Medien hatten beide, Chomsky und Peterson, so ihre Konflikte: Die »New York Times« hatte Chomsky lange Zeit bewusst ignoriert. In den großen Fernsehstudios kam er stets nur kurz zu Wort. Oft wurde er falsch zitiert. Doch unzählige alternative Medien und Buchverlage machten ihn schließlich zur am meisten zitierten lebenden Person auf den Planeten. Aus Ärger über die Mainstream-Medien publizierte Chomsky gemeinsam mit Edward S. Herman das Buch »Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media«, indem schonungslos das System der Mainstream-Medien analysiert wird.
Auch Jordan Peterson hat von Beginn an die Mehrheit der Presse und Mainstream-Medien gegen sich. Auch er kommt kaum zu Wort und wird oft falsch zitiert. In die Kritik war er zuerst geraten, weil er sich weigerte, Transgender-Personen mit besonderen Personalpronomen anzusprechen und dies mit seinem Recht auf freie Rede begründete.
Regeln für ein gutes Leben
Professor Peterson gestaltet seine Universitäts-Vorlesungen so lebendig, dass viele von ihnen online auf YouTube zu finden sind und zahlreich geschaut und kommentiert werden. Dabei schafft er es auf angelsächsische Art, komplexe Zusammenhänge verständlich darzustellen. Damit unterscheidet er sich von vielen deutschen Akademikern, die einfache Zusammenhänge verkompliziert darstellen und sich im Fachjargon verlieren.
Seine Vorlesungen und Bücher haben neben der Theorie immer einen Bezug auf das wirkliche Leben, wie auch die angewandte Psychologie und Psychotherapie ihren Platz im realen Leben haben und nicht auf den akademischen Elfenbeinturm beschränkt sind.
Sein aktueller Bestseller »12 Rules for Life« stellt nicht nur in zwölf Kapiteln wichtige Lebensregeln zusammen, sondern beschreibt wichtige Hintergründe und Zusammenhänge.
Die Zwölf Regeln sind übrigens sinngemäß: 1. Steh aufrecht im Leben. 2. Behandle dich selbst so wie jemanden, für den du verantwortlich bist. 3. Befreunde dich mit Menschen, die das beste für DICH wollen. 4. Vergleiche dich mit dir selbst in deiner Vergangenheit, nicht mit anderen Menschen von heute. 5. Lass nicht zu, dass deine Kinder etwas tun, dass du sie nicht mehr magst. 6. Ordne dein eigenes Haus, bevor du die Welt kritisierst. 7. Strebe nach Dingen, die Bedeutung haben. 8. Bleibe wahrhaftig oder versuche wenigstens, nicht zu lügen. 9. Gehe immer davon aus, dass dein Gesprächspartner etwas weiß, das du nicht weißt. 10. Sei präzise in deiner Sprache. 11. Störe Kinder in ihrer Entwicklung nicht, wenn sie etwas im Leben ausprobieren. Und 12. streicheln Sie eine Katze, wenn sie einer auf der Straße begegnen – als Symbol für den Umstand, wie man in Zeiten großer Not und Stresses sich auf den Moment fokussiert.
Diese Regeln sind selbst jedoch nur Titel größerer Kapitel, die umfangreichere Themen der Psyche und des sozialen Umgangs miteinander behandeln. Peterson baut in seiner Herangehensweise oft auf der Psychologie von C.G. Jung auf. Doch geht es ihm noch mehr um die Selbstreflexion des Lesers. Daher ist das Buch auch kein Werk neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Es beruht vielmehr viel mehr auf Lebensphilosophie, die auf alten Denkern, Lebensweisheiten, Lebenserfahrungen und Werken von klassischen Schriftstellern zurückgeht.
Warum füllen Petersons lebensphilosophische und psychologische Schriften eine Lücke?
Es sind vor allem Männer, die sich von Petersons Büchern und Vorlesungen angezogen fühlen. Peterson deckt Dinge auf, die die meisten Männer als Lebenserfahrungen bereits in sich tragen, aber diese nicht auszudrücken vermögen, weil ihre Weltsicht dem Zeitgeist widerspricht.
Es ist, als ob man den Lebensweisheiten alter und lebenserfahrener Großeltern zuhört, deren Weltsicht nicht mehr dem Zeitgeist unserer Gesellschaft entspricht, aber dennoch auf einem festen Grunde steht.
Viele Menschen, besonders viele Männer, haben das Gefühl, dass man in der heutige Zeit aus Rücksicht auf die »politische Korrektheit« verschiedene Dinge nicht mehr ansprechen darf. Das führt zu einer Distanz zwischen der eigenen Wahrnehmung und der gesellschaftlichen Darstellung. Viele Themen sind mit Tabus besetzt. Peterson schafft es, einige dieser Tabus wieder aufzubrechen.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment