Falsche Politik_ Ghettobildung in deutschen Städten

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Falsche Politik_ Ghettobildung in deutschen Städten
Datum: 12.04.2016 - 11:29 Uhr

Eigentlich ist es schon lange eine Thema und beschäftigt die Gemüter: In Deutschland greifen in vielen Städten die Verarmung, Verwahrlosung und Kriminalität um sich. Häuser zerfallen, Parks werden zugemüllt, das zivile Miteinander verroht. In manchen Bezirken haben kriminelle Banden das Sagen übernommen.

Nun hat sich auch die „Bild“-Zeitung in ihrer Printausgabe vom Montag, den 11. April 2016, dieser Problematik angenommen. Ihr Fazit: „Marode Häuser, Arbeitslosigkeit, wachsender Ausländer-Anteil“ seien die Folgen einer „falschen Verteilung von Asylbewerbern“. Politisch inkorrekt? Mitnichten. Denn selbst viele Bürger mit Migrationshintergrund sehen die Entwicklungen mit Besorgnis. Der Verfall der Bausubstanz, Sicherheit und öffentlichen Ordnung betrifft alle Menschen, die dort wohnen. Viele, die es sich leisten können, ziehen weg. Dafür rücken die Ärmsten nach.

Ghettobildung entsteht, wenn die Konzentration von bestimmten ethnischen, kulturellen oder sozialen Gruppen zur Bildung von Parallelgesellschaften führt. In den Großstädten der USA sind Ghettobildungen seit der Gründungszeit weit verbreitet, weil die Einwanderer aus aller Welt zunächst den Anschluss an ihre Landsleute gesucht haben, um erste Kontakte zu knüpfen.

In Deutschland waren Ghettos im 19. und 20. Jahrhundert primär ein soziales Phänomen. Es waren Arbeiterviertel, in denen die einkommensschwachen Gesellschaftsschichten leben mussten, während das gehobene Bürgertum in besseren Vierteln residierte.

Doch seit mindestens zwei bis drei Jahrzehnten haben wir auch in Deutschland ethnische und kulturelle Ghettobildungen und Parallelgesellschaften, die mit der Einwanderung zu tun haben. In den letzten Jahren hat sich das Problem durch die Zahl der Asylbewerber verschärft.

Mehr als 9 Millionen Menschen ohne deutschen Pass in der Bundesrepublik

Die Bild-Zeitung bring die aktuelle Entwicklung auf den Punkt: „In Deutschland leben zurzeit mehr als 9,1 Millionen Menschen ohne deutschen Pass – knapp eine Million mehr als noch im Jahr davor.“ Interessant ist, dass der Anteil der Türken eher rückläufig ist. Andere Nationalitäten, wie etwa aus dem arabischsprachigen Raum, verzeichnen dagegen einen wachsenden Anteil.

Manche Viertel sind schon berüchtigt. So etwas der Stadtbezirk Bremerhaven-Lehe. Es handelt sich um einen der ärmsten Bezirke Deutschlands. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung sind 37 Prozent der Bevölkerung hoch verschuldet und können ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 38 Prozent. Fast 40 Prozent haben einen Migrationshintergrund. Viele Bewohner trauen sich abends nicht mehr aus dem Haus. Ähnlich sieht es im Bremer Stadtviertel Huchting aus. Hier leben viele Türken, Kurden und Migranten vom Balkan. 25 Prozent der Stadtteilbewohner leben von Hartz IV.

Ein anderes Beispiel, mit geradezu trauriger Berühmtheit, ist Duisburg-Marxloh. 33 Prozent der Menschen leben dort von Hartz IV. 66 Prozent der Bewohner von Duisburg-Marxloh haben einen Migrationshintergrund. Obwohl gerade dieser Bezirk seit langem mit seinen Problemen bekannt ist, wurden gerade hier besonders viele Flüchtlinge untergebracht. Der Grund war vor allen das Problem der leerstehenden Wohnungen. Doch die weitere Entwicklung sieht düster aus, weil der Prozess der Ghetto-Bildung durch solche Entscheidungen beschleunigt wird.

Berlin ist bekannt für seine Problemkieze und Ortsteile Wedding, Gesundbrunnen, Kreuzberg und Neukölln. Hier haben sich längst Parallelgesellschaften entwickelt. Die Statistiken in Berlin sind trügerisch, weil die Kieze und Ortsteile im Zuge einer Verwaltungsreform zu größeren Bezirken zusammengefasst wurden. So kam das Problemviertel Wedding zum Bezirk Berlin-Mitte, zu dem auch das schicke Regierungsviertel gehört. Da wird dann vieles statistisch verwischt. So muss auch bei Neukölln zwischen dem eigentlichen Ortsteil und dem Bezirk unterschieden werden. Doch selbst wenn man den gesamten Bezirk Neukölln als Erhebungsgrundlage nimmt, kommt man bei mehr als 328.000 Einwohnern auf 78.000 Hartz IV-Empfänger. 41 Prozent der Bewohner haben einen Migrationshintergrund. Die Drogenkriminalität ist in diesen Vierteln zu einem echten Problem geworden, zumal Kreuzberg und Neukölln zugleich beliebte Viertel für Touristen und Partygänger geworden sind.

Diese und viele andere Bezirke und Stadtteile werden nun weitere Flüchtlinge und Asylbewerber aufnehmen. Doch wo bereits Not und Mangel herrscht, wird durch die Art der Verteilung die Not noch verschärft. Man kann die vielen deutschen Sorgenstadtviertel nicht der völligen Verwahrlosung preisgeben, bis sie dann völlig unkontrollierbar und zu No-Go-Zonen geworden sind.

Konzentration der organisierten Kriminalität

Eine besorgniserregende Entwicklung ist durch den Zuzug kompletter Clan-Strukturen entstanden, die in Deutschland in die organisierte Kriminalität eingestiegen sind. So berichtete die „Welt“, dass in Berlin große arabischsprachige Familienclans mittlerweile ganze Stadtviertel kontrollieren. So heißt es, in Berlin würden 15 bis 20 arabische Großclans leben, zumeist aus dem Libanon, von denen 7 bis 9 kriminell auffällig seien. Die Polizei hat sich längst mit der Tatsache abgefunden, dass in Berlin die Unterwelt in der Hand dieser Clans ist. So berichtet die „Welt“, dass beispielsweise der Straßenstrich in Berlin-Schöneberg in der Hand einer arabischen Familie sei, die von den Prostituierten abkassiere. Vor allem Schutzgeld werde erpresst. Auch viele Shisha-Cafés und Bars werden mit Schutzgeldforderungen erpresst.

Mittlerweile hätten viele Clans damit begonnen, in Flüchtlingsheimen nach Nachwuchs zu werben. Die mittellosen Asylbewerber werden angelockt und schließlich mit den kriminell besonders schmutzigen Aufträgen beschäftigt, während die Clans im Hintergrund die Fäden ziehen, berichtete die „Welt“. Die Polizei ist technisch, organisatorisch und personell den Herausforderungen nicht gewachsen.

Was kann man dagegen tun?

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welcher Weg beschritten werden muss, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Welche Gesellschaft wollen wir eigentlich? Wollen wir eine bürgerliche Zivilgesellschaft mit einer starken Mittelschicht, in welcher die meisten Bürger in anständigen Wohnungen und Häusern wohnen, in sauberen und sicheren Wohngegenden leben, mit anständiger Arbeit ihr Geld verdienen und eine sichere Zukunft haben? Oder geht es nur darum, ein möglichst buntes Bild zu kreieren, das am Ende zur gesellschaftlichen Aufspaltung in Arm und Reich sowie in unzählige Parallelgesellschaften führt?

Migration muss immer von mehreren Seiten betrachtet werden. Peter Scholl-Latour hat einmal sinngemäß gesagt, wer halb Kalkutta zu sich hole, helfe nicht Kalkutta, sondern werde zu Kalkutta. Man importiert fremde Gesellschaftsstrukturen und Hierarchien, die es nach unserer demokratischen und relativ egalitären Auffassung in einer modernen Gesellschaft nicht mehr geben dürfte. Die libanesischen Clans in Berlin und anderswo sind ein Beweis dafür, wie nicht nur Familien, sondern komplette Clan- und Dorfstrukturen nach Deutschland gewechselt sind. Die in den Bergen des Libanon verbreitete Form des Clan-Patrimonialismus taucht nun in Städten wie Berlin auf. Clan-Chefs bauen Netzwerke in Form eines Patronage-Systems auf, dass das deutsche Rechtsgefüge außer Kraft setzt. Es gelten dann die claneigenen Werte und Normen und gegebenenfalls eigenen Rechtsvorstellungen, bei denen nicht selten Ideen der Familienehre und Blutrache eine Rolle spielen.

Auch die Konflikte zwischen den Religionen und Konfessionen werden importiert. Das war bisher in jeder Einwanderungsgesellschaft zu sehen, warum sollte es in Deutschland anders laufen? Eine gewissenhafte Politik hätte aus der Geschichte lernen müssen. Man fragt sich, wofür all die Gelder für die Sozialforschung ausgegeben wurden, wenn am Ende keine Lehren aus den Erkenntnissen gewonnen werden?

Klar ist, dass kleine Minderheiten schneller wirtschaftlich und gesellschaftlich Anschluss finden und sich besser assimilieren. Sobald jedoch in einem begrenzten Raum eine quantitativ kritische Größe überschritten ist, wirkt das Gesellschaftsmilieu des Gaststaates nicht mehr, sondern vornehmlich die Kultur der ghettoisierten Parallelgesellschaft. Das Ergebnis ist eine Migration in die Sozialsysteme und ein Anwachsen der Kriminalität.

Am besten hat die Integration bisher immer dort gewirkt, wo Einwanderer auf gute Arbeitsmarktchancen treffen und mit deutschen Kollegen und Kollegen aus anderen Ländern zusammenarbeiten müssen. Eine türkische, albanische oder arabische Familie, die in ein Ghetto kommt, passt sich dem Ghetto an. Kommt eine solche Familie in ein bürgerliches Viertel, beispielsweise nach Wolfsburg, und bekommt der Familienversorger eine Facharbeiterposition bei Volkswagen mit entsprechender Entlohnung, sind die Neubürger relativ schnell integriert.

Die einzige Möglichkeit diese Vorstellungen in die Realität umzusetzen, wäre die Einführung eines klaren Einwanderungsgesetzes nach kanadischem, australischem oder US-amerikanischem Vorbild und eine strengere Bewertung der Asylkriterien sowie deutlichere Anwendung bereits bestehender Gesetze.

Sven von Storch

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