Deutsche Automobilindustrie unter Druck
Deutsche Automobilindustrie unter Druck
Datum: 28.03.2019 - 08:00 Uhr
In Deutschland werde ein regelrechter »Kulturkampf« gegen das Auto geführt: So lautet die immer lauter werdende Klage. Vergessen worden scheint zu sein, dass der Industriestandort Deutschland an der Automobilindustrie hängt wie am Tropf. Denn es sind ja nicht nur die großen Auto-Konzerne mit ihren Hunderttausenden von Arbeitsplätzen, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden. Es ist auch die gesamte Zulieferer-Industrie, es sind die vielen mittelständischen Betriebe, die als Spezialisten von der Automobilindustrie als Abnehmer abhängig sind. Baden-Württemberg ohne Daimler und Porsche? Bayern ohne BMW und Audi? Niedersachsen ohne VW? Undenkbar!
Die deutschen Autos werden seit Jahrzehnten immer sauberer und sparsamer. Es gibt überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass diese Entwicklung sich nicht fortsetzen lassen könnte. Kaum ein Land der Welt ist technologisch so fortgeschritten in der Benzin- und Dieseltechnologie wie Deutschland. Doch die neuen Umweltinitiativen bestimmter Lobby-Gruppen schneiden der deutschen Autoindustrie gerade genüsslich die Achillesferse durch. Die Grünen jubeln. Ob sie auch jubeln, wenn die deutsche Wirtschaft am Ende darniederliegt?
Wenn es um die Elektromobilität geht, ist Deutschland nicht führend. Dennoch hat gerade Volkswagen-Chef Herbert Diess jetzt appelliert, sich auf eine Elektro-Zukunft einzustellen [siehe Bericht »Welt«]. Ob das eine gute Idee ist?
Die Asiaten und Amerikaner sind in der Elektromotor-Entwicklung weiter. Die Japaner haben neue Technologien entwickelt, die das Elektroauto revolutionieren könnten. So haben sie große Fortschritte in der Entwicklung des Radnabenmotors erzielt, bei denen kleine Motoren direkt in die Räder eingebaut sind und somit jedes Rad einzeln vorantreiben [siehe Bericht »Heise-Online«].
Doch die Japaner sind nicht nur in der Elektromobilentwicklung einfallsreich. Sie probieren auch weiterhin zahlreiche Alternativen aus, wie Hybride oder Wasserstoffautos. Toyota will beispielsweise sich jetzt auf die Weiterentwicklung der Wasserstoff-Technologie konzentrieren [siehe Bericht »Wirtschaftswoche«].
In Deutschland scheint sich dagegen die Meinung durchzusetzen, dass man aus der Not heraus jetzt alles auf das Elektroauto setzen muss, um den Anschluss nicht zu verlieren. Das ist ein schlechtes Zeichen. Man setzt nicht mehr Maßstäbe, sondern man läuft den anderen hinterher. Noch schlimmer: Man weiß nicht einmal, in welche Richtung man laufen soll.
Man stelle sich vor: Die sogenannten Umweltlobbygruppen hätten weniger Einfluss und die deutsche Automobilindustrie hätte weiterhin konzentriert auf immer sparsamere und effektivere Verbrennungsmotoren gesetzt und diese mit Hybridfunktionen erweitert. Dann hätte unsere Automobilindustrie ihren Vorsprung erhalten und vielleicht sogar erweitern können. Doch diese Entwicklung hatte wohl zu viele Gegner.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment