Infam!

Der Autor des Leitartikels: „Arbeit mit großer Verantwortung“ plädiert in der Schwäbischen Zeitung vom 20. 04. 2015 dafür, dass Erzieherinnen für ihren verantwortungsvollen Dienst auch angemessen entlohnt werden sollen, was er jedoch Eltern für ihre Erziehungsleistung abspricht.

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Sehr geehrter Herr Redakteur!

„Dafür, dass Eltern eine staatliche Leistung nicht in Anspruch nehmen, soll der Staat auch kein Geld ausgeben“ - so die permanent verbreitete mediale Parole. Dies ist in doppelter Hinsicht fragwürdig: Denn Kinder, die nicht in eine Krippe verbracht werden, bleiben ja nicht ohne Betreuung, sondern sie werden privat 1:1 exklusiv sogar von ihren eigenen Eltern, und in der Regel höchst liebevoll betreut. Im Gegensatz zu früheren Jahrtausenden gibt es im 21. Jh. verschiedene Formen der Kleinkinderfürsorge. Alle müssten dem Staat gleich viel wert sein. Doch für einen Krippenplatz gibt der Finanzminister  monatlich 1200 € aus, für elterliche Erziehung klägliche 150 €.

Im Schulwesen dagegen agiert die öffentliche Hand angemessen und korrekt. Privatschulen mit je eigenem Profil werden vom Saat genauso gefördert wie öffentliche Schulen, weil er deren Bildungsleistung als wertvoll anerkennt.

Dieser Gegensatz kann einerseits bedeuten, dass der Staat elterliche Betreuung sehr viel geringer einschätzt als kollektive Betreuung. Andererseits liegt dem Projekt eine ganz simple Rechnung zugrunde: Die Milliarden an Ausgaben für Krippen fließen als Steuern aus Müttererwerbsarbeit x-fach in die Staatskasse zurück. Niemals gäbe ein Herr Schäuble Milliarden aus, wenn es sich nicht üppig lohnte! Kindeswohl und Elternrecht sind jedoch Kategorien, die in dieser Bilanz nicht die geringste Rolle spielen.

Infam, dass sowohl Politik als auch Medien diese  garstig-banale Seite der Medaille tunlichst verschweigen und dafür den Schwarzen Peter denjenigen Eltern zuschieben, die den staatlichen Auftrag nach Artikel 6 Grundgesetz erfüllen wollen, der aus gutem Grund nicht dem Staat, sondern den Eltern Recht und Pflicht zur Erziehung überträgt.

Bärbel Fischer

ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

Nachtrag

Das Geld, also 900 Millionen €, wären da, um Erzieherinnen im öffentlichen Dienst anständig zu entlohnen, wenn man das „von der CSU durchgedrückte“ ( unverschämt geringe ) Betreuungsgeld den selbst betreuenden Eltern entzöge, so Ihr Vorschlag,  werter Herr Redakteur. Wurde denn nicht auch die Krippenfinanzierung „von SPD und CDU einfach durchgedrückt“? In beiden Fällen geht es um die Betreuung ein-bis dreijähriger Kinder. Welchen Grund gibt es, beide Leistungen so unterschiedlich zu bewerten?

Man kann sich zur CSU stellen, wie man will. Aber sie ist die einzige demokratisch gewählte Partei, die sich einer Minderbewertung elterlicher Kinderbetreuung widersetzte. Dies muss man ihr hoch anrechnen, denn sie achtet noch den Art. 3 GG, nach dem Ungleichbehandlung untersagt wird. Alle anderen Parteien treten die Hoheitsrechte von Eltern mit Füßen. Und damit schaden sie der Gesellschaft dramatisch.

Wollten die Damen und Herren Abgeordneten aller Parteien nicht Schaden vom Volk abwenden?

Beitrag erschien auch auf: familiengerechtigkeit-rv.de

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Bärbel Bätsch

Liegt das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen der ca. 40 Millionen Deutscher Arbeitnehmer zwischen 2000.- bis 3000.- Euro und muss der ( die ) Arbeitnehmer ( in ) vom 1.1. eines jeden Jahres bis zum 8. Juli nur für den Staat arbeiten, wie berichtet wurde, so entfallen mehr als die Hälfte der genannten Beträge an den Staat.
Anderen Einschätzungen zufolge ist jedoch mit einer durchschnittlichen 2/3 – Minderung der Löhne und Gehälter zugunsten des Staates zu rechnen. Wodurch vergleichsweise der Steuerzahler bis zum 31. August eines jeden Jahres für den Staat arbeitet und sein monatlicher steuerlicher Durchschnittsbeitrag durch direkte und indirekte Steuern bis annähernd 2000.- Euro/ Monat zu veranschlagen wäre.
Nach freiwirtschaftlicher Doktrin sind die von Müttern und Kindern erwirtschafteten Leistungen in den Bodenpreisen und –Pachten enthalten und legitimer, unrechtmäßiger Erwerb der Grundeigentümer.
Würde man sämtliches Grund- und Bodeneigentum in Stadt und Land in den allgemeinen pachtrechtlichen Besitz über Schuldverschreibungen zurückkaufen und mit den Pachtzinsen tilgen, wie einst Bismarck für die Bahngrundstücke, und die Pachtzinsen alsdann allmählich den Müttern nach Zahl ihrer Kinder vollständig und gleich-anteilig zum Lohn auszahlen, so könnten zur Zeit nach Tilgung der Schuldverschreibungen auf jedes Kind unter 14 Jahren 2000.- bis 3000.- Euro/Monat entfallen. Ohne einen einzigen steuerlichen Beitrag.

Gravatar: fegalo

Obwohl ich in der Sache prinzipiell zustimme, glaube ich, dass das Kalkül nicht stimmt:
Eine erwerbstätige Mutter erwirtschaftet niemal EUR 1200 im Schnitt an Steuergeldern pro Monat, um die Kosten für die Krippe zu kompensieren.

Gravatar: H.Roth

Ich vermisse in der öffentlichen Diskussion um das Betreuungsgeld die Erwähnung von Alternativen zur Kinderkrippe. Sollte der Staat nicht auch Interesse daran haben, neue Arbeitsplätze zu unterstützen? Ich denke da an das klassische "Kindermädchen"/Nanny/Amme, die das Kind im eigenen Zuhause betreuen, sowie Tagesmütter. Das wäre nach der Betreuung durch die Mutter die zweitbeste Möglichkeit. Viele Mütter wären bereit, zusätzlich zu dem eigenen Kind noch 1-3 andere zu betreuen und dadurch auch ein kleines zusätzliches Einkommen zu haben.

Gravatar: Reiner Schöne

Eltern sollen nur noch zum Kinder kriegen da sein, denn zur Erzeihung ist der Staat da. So wollen die es haben, somit hat der Staat die Kontrolle über Kinder und nicht zuletzt auch über deren Eltern. Vergessen wird, daß der Staat, also Kindergarten, Schulen usw. einen Bildungsauftrag haben, die Eltern den Erziehungsauftrag. Das möchten man jetzt ändern, da man sieht das die staatliche Kontrolle fehlt, und Unterschiede zwischen deutschen Familien und ausländischen Familien ja nun überhaupt nicht geht. Schließlich sollten ausländische Familien im Zuge des erlernens der deutschen Sprache, ihre Kinder in den Kindergarten bringen. So war es gedacht, eigendlich. Dieser ganze Wahn, ja inzwischen ist ein Wahn, das der Staat in alle Bereiche der Familie eingeifen muss, nein er will, wird zur Manie. Der Staat will seine Finger überall drin haben, Familien bzw. Menschen die das nicht wollen, sind Rückständig, Rechts eingestuft, und vorallem Ausländerfeindlich.

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