Die Politikwissenschaftlerin und Publizistin Ulrike Guérot hat jüngst in einem Interview einen – wie ich finde – interessanten Begriff benutzt. Sie sprach von »homogenisierten Meinungslandschaften«.
Durch die Verengung des Meinungskorridors seien viele Konsumenten bestimmter Medien, wie beispielsweise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, nicht mehr darauf gefasst, auf völlig abweichende Meinungen zu stoßen. Andere Meinungen zu vertreten, wird dann von diesen Menschen als Aggression aufgefasst.
Bei bestimmten Themen wie Bankenkrise, Migrationskrise, Coronakrise, Ukrainekrieg oder AfD wird das Meinungsspektrum besonders eingeschränkt. Abweichende Meinungen kommen in den Mainstream-Medien kaum vor. Ihre Vertreter weichen auf die sogenannten alternativen oder freien Medien des Internets aus.
So entstehen unterschiedliche Meinungslandschaften. Begegnen sich zwei Menschen unterschiedlicher Meinungslandschaften, wird die Differenz als unüberbrückbar empfunden. Das trägt zur Spaltung der Gesellschaft bei.
Was lernen wir daraus? Für mich ist die Antwort klar: Die »Konsens-Maschine« (Begriff von Noam Chomsky) der Mainstream-Medien und die Marginalisierung abweichender Meinungen zerstört den offenen demokratischen Diskurs. Das Land wird unfähig, kontroverse Debatten auszuhalten. Damit ist das Ende der Demokratie eingeläutet und die Tür zum Totalitarismus geöffnet.
Die einzige Chance, diese Demokratie noch zu retten, ist eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks oder dessen Abschaffung. Nur, wenn das komplette Meinungsspektrum auf der öffentlichen Bühne gleichberechtigt an der gesellschaftlichen und politischen Debatte teilnehmen darf, kann die Spaltung der Gesellschaft überwunden werden.



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