Wenn ein lasche(t)s Placebo besser schmeckt, als strenge Medizin
Wenn ein lasche(t)s Placebo besser schmeckt, als strenge Medizin
Datum: 16.05.2017, 13:24
Doch was nützt das denn, wenn unter Führung des nicht minder weltoffenen Ex-NRW-Integrationsministers Laschet von der Christsozialdemokratischen Union (CDU) mit tatkräftiger Hilfe eines Placebos namens Bosbach die Wahl mit einem Plus von 6,7% gewonnen wurde.
Nun sollte jeder natürlich gastfreundlich sein, aber weltoffen im Sinne von „Grenzen auf für alle“ ist genau die Ursache unserer derzeitigen Hauptprobleme. Dafür tragen Leute Verantwortung, Leute die leider gerade wiedergewählt wurden.Auch wenn es nun in NRW wahrscheinlich zu keiner großen Koalition kommt, haben diese beiden sozialdemokratischen Parteien zusammen beachtliche 64,2% der Stimmen erhalten. Das vor Wahlen gerne Polit-Placebos an das Volk verteilt werden, ist nicht neu.
Allgemein werden einem Placebo, obwohl es keinen Wirkstoff enthält kurzfristige Verbesserungen subjektiven Befindens zugeschrieben. Polit-Placebos sind besonders billig, da sie meist ausschließlich aus guten Worten und heißer Luft bestehen. Der Wohlfühl-Effekt muss in der Politik ja auch nur bis zur nahenden Wahl reichen.
Grundlegend wird sich so also nichts ändern, egal welche sozialdemokratische Macht auch gerade regiert, solange bis dann irgendwann vielleicht der individuelle Leidensdruck doch noch weiter angestiegen ist. Den einen trifft’s, den anderen nicht. Prinzip Hoffnung heißt das.
Wählerbeschimpfung verbietet sich, denn es ist natürlich das gute Recht der Bürger so zu wählen und die Wahl ist völlig demokratisch verlaufen, zumindest dem derzeitigen Anschein nach.
Das größte Placebo-Leckerli für den restkonservativen Wähler hat unlängst Innenminister deMaiziere mit seinen zehn Thesen zur guten alten „Leitkultur“ über den Top-Lautsprecher unserer Republik, die Bild-Zeitung, verteilt (Link: www.zeit.de/politik/deutschland/2017-04/thomas-demaiziere-innenminister-leitkultur ). Dieser Begriff ist erwartungsgemäß ein Reizwort für alle Linken, die als hippe Kosmopoliten per se alle Bezüge zur deutschen Kultur ablehnen und für die üblichen Migrantenlobbyisten, die auch gleich brav gegen de Maiziere los kläfften (Link: causa.tagesspiegel.de/gesellschaft/wie-nuetzlich-ist-eine-leitkultur-debatte/wir-brauchen-eine-politik-fuer-alle-nicht-eine-kultur.html ). Genau so war das aber sicher auch von de Maiziere geplant.
Denn ach, wie freut sich da das ausgemergelte konservative Herz, das unsere deutsche Kultur nun regierungsamtlich doch noch mal kurz die bestimmende Kultur in unserem Land sein darf. Danke, St. Thomas, danke CDU. Vielleicht probieren wir es deshalb doch nochmal mit ihr, werden sich so viele wieder sagen.
Um nicht missverstanden zu werden: Von den zehn Punkten ist nichts falsch. Manche, wie das Vermummungsverbot, sind sogar rechtlich geregelt, bräuchten hier also gar nicht unter einer gefühlten Kultur mit aufgeführt werden. Andere, wie das Hände geben, sind ganz süß, aber vor Jahren hat man meines Wissens die Ossis für ihr manisches „Pfötchen geben“ in manchen West-Regionen noch belächelt.
Meiner Meinung nach ist aber grundsätzlich der christlich-sozialdemokratische Ansatz falsch,wir könnten hier ruhig jeden Mühseligen aus aller Welt reinlassen und danach, wenn wir nur selbstbewusst unsere Leitkultur vorleben bzw. mit teuren „Integrationsmaßnahmen“ werden Zuwanderer dann schon unsere „Leitkultur“ annehmen und fleißige Mitbürger. Das ist bestenfalls naiv, da es ja in der Vergangenheit schon nicht geklappt hat.
Nun soll es mit noch mehr „Leitkultur vorleben“ und noch mehr „Integrationsanstrengung“ vorallen Dingen der autochthonen Bevölkerung doch noch klappen. Die Merkel-Regierung hat alle Deutschen so selbstherrlich einem großen Laborversuch ausgesetzt. War sie nicht Physikerin? Das hier ist aber keine Physik. Denn wer trägt das Risiko wenn es nicht klappt? Es wird dann wohl unser persönliches Pech sein, nicht das von Frau Merkel. Schuld werden so oder so wieder wir Deutschen sein, da wir entweder nicht genug Leitkultur vorgelebt haben oder nicht genug ehrliche „Willkommenskultur“ praktiziert haben.
Natürlich sollten wir unsere deutsche Kultur selbstbewusst leben und natürlich versteht jeder ein wenig was anderes darunter. Das ist alles kein Problem.Aber wenn ein Land erst mal eine verordnete „Leitkultur“ von oben nötig hat, dann ist das doch bereits das Zeichen einer „leidenden Kultur“.Wie sieht es eigentlich in anderen Ländern mit deren Leitkultur aus? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich in Ländern wie z.B. Mexiko oder aber auch Australien, die also entweder nicht übermäßig von Zuwanderung betroffen sind, bzw. ihre Grenzen zu schützen wissen, Gedanken um eine Leitkultur machen müsste.
Da gibt es eben die mexikanische Kultur, auch wenn da z.B. seit 1922 ein kleines Grüppchen von plautdietsch sprechenden Mennoniten (Ostfriesen) hartnäckig in einer deutschen Parallelwelt lebt. Die scheinen niemanden zu stören. (Link: www.stern.de/reise/fernreisen/mennoniten-in-mexiko-leben-wie-im-19--jahrhundert-3217976.html ). Wenn es aber statt der ca. 50.000 Mennoniten so um die 10% der Bevölkerung wären, würde auch dort das Thema mexikanische Kultur langsam relevant werden.
Der Zauberbegriff „Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern“, ist natürlich dort wo es geht richtig, aber der linksliberale Einwand: Wir bräuchten bei vielen abgelehnten Asylbewerbern erst mal "Heimat"-Länder in die dann abgeschoben werden kann (wenn z.B. die Ausweise größtenteils fehlen) ist ja leider auch richtig. Viele Täter sind aus der EU (z.B. Rumänen und Bulgaren) die kommen nach der Abschiebung durch die offene EU-Grenze gleich wieder zurück, oder sie haben bereits einen deutschen Pass aufgedrängt bekommen, wie z.B. viele der libanesischen-Clans unter Rot-Grün.
Bevor man im Notfall Wasser aus einem Keller schöpft, sollte man doch erst mal die Wasserquelle abstellen. Das wird nicht ohne Einschränkung der EU-Freizügigkeit und erhebliche Kosten möglich sein, aber nur das würde hier eine „Leitkultur“ ganz von alleine sicherstellen. Alle anderen Vorschläge sind leider nur Placebos und keine wirkliche Medizin.
Was wir brauchen ist also keine Leitkultur sondern eine staatlich geschützte Grenze, eine strikt nach Nützlichkeitskriterien ausgerichtete staatliche Zuwanderungssteuerung, sowie staatliche Maßnahmen die den Missbrauch unseres Asylrechts weitestgehend verhindern. Asyl und Zuwanderung sind natürlich strikt zu trennen. Asylbewerber müssten bereits exterritorial überprüft werden und dürften erst als anerkannte Asylbewerber Deutschland betreten, alles andere über Maßnahmen wie Integration und Leitkultur umerziehen zu können ist eine linke Utopie. Aber diese strenge Medizin will man anscheinend mehrheitlich in Deutschland bisher doch noch nicht.
Es ist doch bezeichnend, dass es in unserem deutschen Wortschatz nicht mal eine klare Bezeichnung für anerkannte Asylbewerber gibt. Alle sollen nur noch „Geflüchtete“ sein. Mein Vorschlag dazu: das Kunstwort „Asylannt“ (eine Verbindung aus den Begriffen Asyl undanerka-nnt). Oh, mein etwas ängstliches Über-Ich hört sie alle schon wieder aufheulen.
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