Gerade ist sehr viel los in Deutschland_ Grenzenlos und heimatlos
Gerade ist sehr viel los in Deutschland_ Grenzenlos und heimatlos
Datum: 09.10.2017, 13:09
eider konnte es Frank Walter Steinmeier auch dabei nicht lassen, sich gleich in den Reigen derer einzureihen, welche die DDR-Mauer stets mit etwas, sonst auch gerad noch irgendwie „Mauerigem“, vergleichen mussten.
Man ist es ja leider schon fast gewöhnt, dass von linken Fest-Rednern die DDR-Mauer gerne z.B. mit Mauern in unserem Kopf oder aber mit sonstigen Mauern dieser Welt verglichen wird.
Dass diese „Vergleichsmauern“ allerdings immer nur einem legitimen Schutz souveräner Staaten dienen, wie z.B. bei der Grenze zwischen den USA und Mexiko oder der zwischen Israel und den arabischen Palästinensergebieten - und nicht dem unvergleichlich schlimmeren Einsperren der eigenen Bevölkerung, kapieren dann selbst viele Politikstudenten schon nicht mehr.
Bundespräsident Steinmeier stellte in seiner blumigen Rede
( http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2017/10/171003-TdDE-Rede-Mainz.html ) nun die gefallene DDR-Mauer ganz allgemein in einen Zusammenhang mit „Mauern zwischen unseren Lebenswelten: zwischen Stadt und Land, online und offline, Arm und Reich, Alt und Jung – und Mauern, hinter denen der eine vom anderen kaum noch etwas mitbekommt“, womit er die „Mauern rund um die Echokammern im Internet“ meinte, die bitte auch noch fallen mögen.
Wenn der Metapher-O-mat denn schon angeworfen werden muss, dann sollte man doch bitte eine kommunistische Mauer auch nur mit Grenzen vergleichen, die Menschen unter direkter Mordandrohung ebenfalls am Verlassen ihres Landes hindern.
Alles andere wäre, selbst wenn es so nicht bezweckt wäre, eine Verharmlosung kommunistischer Gewaltherrschaft.
Der Aufruf des Bundespräsidenten zum gemeinsamen Dialog erschien bei tieferer Betrachtung auch wenig schlüssig.
Zitat: „Wo nach dem 24. September jeder in seiner gesellschaftlichen Nische den Kopf geschüttelt hat, wo wir übereinander reden – und übereinander hinweg – da sollten wir wieder lernen, einander zuzuhören: wo wir herkommen, wo wir hinwollen, was uns wichtig ist.“
Wenn jemand seit Ende 2014 Zeit gehabt hätte, z.B. mit der Pegida-Opposition in diesem Land einen Dialog zu führen, dann diese Merkel-Regierung, der ja bis vor kurzem auch Steinmeier noch als Außenminister angehörte. Dass er oder irgendeiner seiner Kollegen sich dafür sonderlich eingesetzt hätten, ist aber nicht bekannt.
Einer der wenigen Halbprominenten, die das versucht haben, der ehemalige Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen, Falk Richter, wurde zum Beginn des Jahres dafür anscheinend dort gegangen und ist inzwischen selbst auch enttäuscht aus der CDU ausgetreten. Falk Richter war kein Pegida-Freund, aber er wollte als Theologe mit dem „Feinde“ reden.
Es gab aber nicht nur keinen Dialog, sondern ganz im Gegenteil, fielen selbst aus ministerialem Munde manch unschönen Worte von „Mob“ über „Pack“ bis hin zu „Ratten“.
Alles schon vergessen?
Jetzt mit bürgerlichem Finger auf grölende und pfeifende Bürger zu zeigen ist wohlfeil.
Diese Bürger hatten und haben bisher keine andere Möglichkeit, ihrem berechtigten Anliegen gegen diese Teflon-und-weiter-so-Kanzlerin Gehör zu verschaffen, als durch diese absolut legalen Straßenproteste. Daran ändert auch der Einzug der AfD in den Bundestag nichts, da die AfD mit 12,6 % da nichts wird ausrichten können.
Natürlich werden bei solchen wütenden Volkserhebungen keine hübsch gecasteten Bürger ausgewogene Referate in öffentlich-rechtliche Mikrofone säuseln.
Den braven Bildungsbürger graust sächsisches Gekeife, die Hauptmedien freut es.
Nun hat Herr Steinmeier ja durchaus auch richtige Sätze gesagt, z.B.:
„Verstehen und verstanden werden – das ist Heimat“.
Nur hat er dann gleich wieder versucht, den Heimat-Begriff in linkem Sinne als reine Utopie umzudeuten: (Zitat) „Heimat weist in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit. Heimat ist der Ort, den wir als Gesellschaft erst schaffen.“
Damit deckt sich seine Sicht, oh Wunder, auch gleich mit dem neuen Grünen Begriff von Heimat als Projekt, das Frau Göring-Eckardt für sich entdeckt hat: www.taz.de/Gastkommentar-Gruener-Heimatbegriff/!5451388/
Der Mensch Steinmeier, oder die MenschIn Göring-Eckardt können das natürlich gern so empfinden und ihre Heimat immer noch weiter rastlos suchen und projektieren.
Ein Bundespräsident Steinmeier wäre hierbei doch wohl auch anderen Sichtweisen von Heimat gegenüber zur Neutralität angehalten, als z.B. eine grüne Frontfrau Göring-Eckardt.
Steinmeier sieht sich eben auch als linker SPD-Bundespräsident.
Die Grüne Jugend fetzte Göring-Eckardt dann das zu kurze Heimatmäntelchen mit dem Schlachtruf „Heimat ist ein ausgrenzender Begriff“ auch gleich wieder weg (Link: https://twitter.com/gruene_jugend/status/914802730367111171 ).
Grüne Jugend, da habt ihr natürlich völlig recht: Heimat braucht Grenzen.
Besser „Solidarität statt Heimat!“ rufen sie uns noch nach. Ja, zu mindestens solange, bis das Geld der anderen alle ist. So ist es immer im Sozialismus, aber das könnt ihr vermutlich noch nicht verstehen.
Ich kann mich entsinnen, vor noch nicht allzu langer Zeit bereits schon mal eine ganz passable Heimat gehabt zu haben, eine, die ich halbwegs verstanden habe und in der auch ich verstanden wurde.
Sie ist mir inzwischen durch Politiker, die meine Heimat nun zu einer Heimat aller möglichen Menschen dieser Erde machen wollen, allerdings stark entfremdet worden.
Ich hätt sie gern wieder zurück, Herr Steinmeier.
Und damit meine ich gar nichts Ostalgisches oder so, sondern wirklich nur einen ganz aktuellen Ort des Verstehens und des verstanden Werdens, durch meine Mitmenschen. Es liegt übrigens auch nicht an der Sprache, denn vorwiegend verstehe ich dabei meine deutschen Mitmenschen nicht mehr.
Ihre schöne „neue Heimat in der Zukunft“, Herr Bundespräsident, in der man jeden Tag aufs Neue mit Menschen, die Ungläubige wie mich gerne beseitigen wollen, aushandeln darf welche Gesellschaftsgrundlage denn gerade so gilt, die dürfen sie dafür dann auch gerne behalten.
Was Linke immer prima können, ist, Begriffe wie z.B. „Heimat“ zu dekonstruieren.
Natürlich kann man mehrere Heimaten haben, aber das Zitat von Volker Beck: „Mensch, deine Heimat ist die Erde!“ ist so absolut schlicht nur Unfug, auch wenn er es der Bibel, (Psalm 24) entlehnt haben will: „Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdboden und was darauf wohnt."
Könnte morgen dann vielleicht auch die ganze Milchstraße Herrn Becks Heimat sein?
Ich kenne da einen viel besseren Spruch: „Hol Dir Dein Land zurück!“
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