Die TOP 10 der Methoden herrschaftlicher Diskursverhinderung
Die TOP 10 der Methoden herrschaftlicher Diskursverhinderung
Datum: 19.07.2018, 09:32
Deshalb wollen wir uns lieber mit dem Gegenteil herrschaftsfreier Diskurse befassen: Mit realer Diskursverhindung bzw. -verfälschung durch die Herrschaftselite der Altparteien und ihre Helfer, also gerade so, wie sie viele Bürger aktuell in Deutschland erleben dürften.
Der oft zitierte Spruch: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst Du“, der dem indischen Nationalstaatler Mahatma Gandhi zugeschrieben wird, ist sicher ein guter Spruch. Aber eine systematische Beschäftigung mit den Methoden der herrschaftlichen Diskursverhinderung kann er natürlich nicht ersetzen, weshalb wir das hier mal versuchen wollen.
Leider ist der Schluss, also das “und dann gewinnst du“, auch kein Automatismus, sondern nur eine schöne Hoffnung.
Das Ignorieren und insbesondere das Auslachen, bzw. Kompromittieren, gehören als Bestandteil der sogenannten „Sophismen“ ( https://de.wikipedia.org/wiki/Typen_von_Argumenten#Sophismen ) bzw. von Schopenhauers Eristischer Dialektik
(www.wendelberger.com/downloads/Schopenhauer_DE.pdf ) schon sehr lange zu den klassischen und dunklen Strategien der medialen Bekämpfung aufbegehrender Untertanen.
Ein medialer und gesellschaftlicher Tod politischer Gegner reicht ja heute bereits aus. Sie müssen nicht mehr, wie in totalitären Regimen, physisch bekämpft werden, das gibt hinterher nur unschöne Bilder.
Die Mächtigen haben heute auch elegante Möglichkeiten, prekäre „Medienhuren“ auf Kurs zu bringen, sofern diese das nicht schon längst waren. Es bedarf dazu keines täglichen Anrufs aus dem Politbüro beim ND mehr, denn es läuft fast geräuschlos auch so. Es ist das große Wunder der Selbstzensur in formalen westlichen Demokratien.
Herrschende in einer formalen Demokratie haben folgendes Dilemma: Eigentlich möchten sie überhaupt keinen inhaltlichen Diskurs, der eine Handlungsmacht durch Infragestellung beschränken könnte, aber da man in einer Demokratie Diskurse öffentlich nicht grundsätzlich ablehnen darf, muss man sie mindestens so lange wie möglich verhindern, möglichst ohne aufzufallen. Erst wenn das nicht mehr möglich ist, kann man versuchen, Diskurse so trickreich zu verfälschen, dass der Gegner mit keinem Argument durchkommt, selbst wenn es absolut stimmen sollte.
Sie meinen, das geht in der heutigen Informationsüberflussgesellschaft nicht, ohne dass es einer mitbekommt? Natürlich bekommen es viele mit. Die Hauptsache bleibt aber, dass es eine Mehrheit immer nicht mitbekommt, das reicht. Dabei helfen heute noch uralte und relativ simple Kommunikationstricks.
Den dümmsten Diskurs zum Thema „Man-wird-ja-wohl-noch-sagen-dürfen“ kennt sicher jeder, er geht ungefähr so:
Herr A (klagt empört): „Wir dürfen diese Meinung (die er gerade vorher empört sagte) gar nicht mehr sagen, ohne dass man gleich…!“
Herr B (unterbricht): „Unfug, natürlich darf man heutzutage alles sagen! Wir sind doch ein freies Land. Überhaupt, die Medien reden doch fast nur noch über dieses Thema und Sie selbst sind ja der beste Beweis dass man solche kritischen Meinungen äußern darf, denn Sie sagten diese Meinung ja eben bereits. Allerdings muss man, wenn man eine Meinung vertritt, natürlich auch die gesellschaftliche Kritik gegen diese Meinung aushalten. Das gehört in einer Demokratie nun mal dazu!“
Herr A schweigt nun ganz bedröppelt, weil er entweder meint (bei der wohlwollenden Variante), missverstanden worden zu sein bzw. (bei der vorwurfsvollen Variante) merkt, wie kompliziert es sein kann, dem politischen Gegner etwas ganz Offensichtliches auch nachzuweisen: subtile Manipulation.
Der Fehler von Herrn A liegt in der ungenauen Beschreibung des Problems, denn in westlichen Ländern gibt es heutzutage natürlich kein festgeschriebenes Meinungsverbot (von echter nationalsozialistischer Propaganda mal abgesehen) und auch die zu erwartende inhaltliche Kritik auf eine Meinung ist nicht das eigentliche Problem, sondern die Befürchtung einer mehr oder weniger subtilen und lang andauernden Bestrafung durch eine Herrschaftselite und ihre Anhänger für eine öffentlich vorgetragene, unbotmäßige Meinung. Allerdings lässt sich das kaum beweisen, nur aus indirekten Erfahrungen heraus befürchten.
In der Regel bleibt es unterhalb einer rechtlichen Relevanz, also im Rahmen des klassischen Mobbing-Instrumentariums: Also, da trennen sich dann plötzlich Freundschaften, da wird man aus Vereinen ausgeschlossen, bzw. besser gar nicht erst aufgenommen, oder man verliert, oft auf Grund ganz anderer, vorgeschobener Argumente, seinen Job bzw. bekommt überhaupt nur schwer einen neuen Job.
Das ist nun natürlich noch nicht z.B. mit kommunistischen oder nationalsozialistischen Diktaturen vergleichbar, als es um Leben und Tod ging. Es reicht aber, um allgemein ein diskursfeindliches Klima zu erzeugen.
Die staatlich finanzierten kriminellen Bestrafungsaktionen durch „Kampf-gegen-Rechts“-Gruppen, wie z.B. Plakat-Rufmord, Wohn-Fassaden-Farb-Attacken, abfackeln von Privat-PKWs etc. pp, bleiben dann nur noch das i-Tüpfelchen der Zersetzungsmaßnahmen, mit denen aber auch nur besonders notorische „Andere-Meinungs-Vertreter“ ausgezeichnet werden, denn die Antifa-Kapazität ist ja auch nicht unendlich.
So, hier kommen nun also meine persönlichen TOP 10 der Methoden der herrschaftlichen Diskursverhinderung (die ersten 6 Fälle) und der Diskursverfälschung (die letzten 4 Fälle):
1. Verschweigen
Statt inhaltlich zu debattieren, wird ein unliebsames Thema bzw. eine thematische Gruppe erst mal so lange wie möglich verschwiegen. Eine der häufigsten Methoden, wobei das Prinzip Verschweigen nur funktioniert, wenn die Hauptmedien zumindest indirekt alle von Herrschenden abhängig sind. So wird das im „öffentlich-rechtlichen“ Deutschland sicher besser gehen, als in den USA, mit seinen verschiedensten politischen Privat-Sendern. Eine Talkshow muss ja niemandem Rechenschaft ablegen, wen sie nun einlädt und wen nicht. Verschweigen ist somit die einfachste passive Methode, da sie schlechter angreifbar ist als jede Aktion.
Sie kann nur durch massive alternative Internetberichte oder Demos aufgebrochen werden, wie z.B. nach den Übergriffen zur Silvesternacht 2015/2016 in Köln oder die Pegida-Demos in Dresden.
2. Kompromittieren
Statt inhaltlich zu debattieren, wird gern kompromittiert, also die Person, die eine unliebsame Meinung vertritt, wird öffentlich beschmutzt oder die Person und somit dessen Meinung werden lächerlich gemacht. Bei den Sophismen (s.o.) nennt man das ganz klassisch: Argumentum ad hominem ( https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_hominem ).
Hierfür gibt es unzählige Beispiele. Es beginnt beim „Kontaktverbrechen“, d.h. wenn z.B. Herr A mit Herrn B (den er gar nicht kennt und der z.B. NPD-Mitglied ist) gleichzeitig gemeinsam auf der freien öffentlichen Demo z.B. gegen Gewalt an Frauen oder gegen ein neues Heim war, dann wird von interessierten Medien daraus nicht etwa logisch ein Einsatz der Person A gegen Gewalt an Frauen oder gegen ein neues Heim abgeleitet, sondern schnell eine Nähe zum Nationalsozialismus konstruiert (zum Beispiel hier: https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-demo-in-berlin-altglienicke-cdu-abgeordnete-ich-bin-alles-andere-als-fremdenfeindlich/13572182.html ).
Stellvertretend für die vielen Beispiele des Lächerlichmachens seien hier Staats-Satiresendungen wir z.B. „Die heute-show“ genannt. Sie bieten eine eigene Königsklasse des „Hau-drauf!“ und pervertieren so das uralte Prinzip der Satire, die „Macht der Machtlosen“, zu einer staatlichen Humor-Exekution von oben.
3. Moralisieren
Statt inhaltlich sachlich zu debattieren, z.B. inwieweit ein Land zu sichern ist, wird oft mit Einzelfällen moralisiert und Mitleid geweckt. Auch dafür gibt es unzählige Beispiele. Die Amtskirchen tun an 7 Wochentagen 24 Stunden nichts anderes, als zu moralisieren.
Auch das Bild des Flüchtlingskindes Aylan von 2015, zeigt wie es geht (https://www.compact-online.de/der-falsche-fluechtling-11-mysterien-im-fall-aylan-koennten-zu-einer-anderen-wahrheit-fuehren-koennte/ ).
Bei den Sophismen nennt man diese Form ganz klassisch: Argumentum ad misericordiam.
4. Ablenken
Statt inhaltlich zu debattieren, wird auch gern mal vom eigentlichen Thema abgelenkt. Hierzu gesteht man z.B., oho, den nicht zu leugnenden Fakt zu, dass unser Land gerade aufgewühlt und gespalten ist. Nur man benennt dann nicht die wahre Hauptursache „Migrationsdesaster“, sondern macht dafür einfach eine Nebenursache auf, wie z.B. hier: Die mangelnde Teilhabe der Ostdeutschen am Aufschwung, - ein linkes Lieblingsthema
( http://www.taz.de/Staatssekretaer-ueber-deutsche-Politik/!5522334/ )
5. Worte umdeuten
Statt inhaltlich zu debattieren, wird der ursprüngliche Sinn von bestimmten Worten umdefiniert oder stark ausgeweitet. Eine linke Spezialität seit J. Derrida ist die Dekonstruktion von Begriffen, die bis hin zu den Sprachverhunzungen der heutigen Genderist*Innen geht.
Wenn man immer weniger gemeinsame Wortbedeutungen hat, wird logischerweise auch echter Diskurs immer schwieriger. Man streitet sich erst mal über gemeinsame Wortbedeutungen.
Ein klassisches Beispiel ist z.B. die lange unmerkliche Umdefinierung des Wortes „Gleichberechtigung“ zu „Gleichstellung“. Der Unterschied: Das Ergebnis von gleichen Rechten für alle ist in der Regel eben nicht „Gleichheit“. Deshalb erfand man „Minderheiten-Quoten“ und erzeugte so künstliche Gleichheit. Das geschieht immer auf Kosten der Differenzierung von individuellen Fähigkeiten.
Das neue Prinzip der Gleichmacherei nannte man „Gleichstellung“, verkaufte das Wort aber als Synonym der guten alten „Gleichberechtigung“, gegen die man schwerlich etwas haben kann.
Ein anderes Beispiel ist die Ausweitung des ursprünglich nur biologistisch definierten Begriffes „Rassismus“ auf alle möglichen Arten von Diskriminierung, z.B. von Religionen oder sexuellen Identitäten. Rassismus war zu Recht geächtet, denn im Gegensatz zu seiner Religion kann sich niemand seine Biologie aussuchen. Bestimmte Religionen müssen kritisierbar bleiben.
6. Machtworte
Statt inhaltlich zu debattieren, holt man sich mächtige bzw. populäre Persönlichkeiten, also Promis, sogenannte „neutrale“ Experten, bzw. man erzeugt einfach künstlich den Anschein von Mehrheiten, die bestimmte Argumente unterstützen.
Beispiele sind z.B. Künstler, die (vermutlich gerne) an die Pegida-Front geschickt wurden, also von Roland Kaiser über Grönemeyer bis zum Ensemble der Semperoper. Beispiele sind auch all die Heerscharen linker Rechtsextremismus-„Experten“, die in Talk-Shows plötzlich als „neutrale Wissenschaftler“ aus dem Hut gezaubert werden. Aber auch Zeitungsüberschriften wie „Dresdner…gegen Pegida“, wobei der Anschein von Mehrheiten erweckt wird, die nur eine Seite unterstützen würden, obwohl bei Pegida doch sicher auch viele „Dresdner“ mit dabei waren.
( http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresdner-mit-sechs-Versammlungen-gegen-Pegida-Geburtstag ). Bei den Sophismen nennt man diese klassische Form: Autoritätsargument
( https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_verecundiam )
7. Themensetting
Wenn inhaltlich debattiert wird, dann setzen natürlich die Veranstalter auch die Frage-Themen.
Veranstalter sein ist Herrschaft, dazu muss man sich nur mal eine x-beliebige Talk-Show ansehen.
Ein Vertreter der Macht wird sich kaum je herablassen, auf einer Gegner-Veranstaltung z.B. auf einer Erfurter Demo eine Rede zu seinen Gegnern zu halten und sich ihren Fragen zu stellen.
So etwas wären dann ja fast „Runde Tische“, was man bisher aber sicher verhindern konnte.
8. Teilnehmerungleichgewicht
Wenn inhaltlich debattiert wird, dann möglichst mit vielen Anhängern der Macht gegen einzelne Gegner. Den Riss, der durch die Meinung unseres Landes geht, werden sie nicht freiwillig pari-pari durch die Teilnehmerzahl abbilden.
Natürlich kommt, wenn überhaupt, dann jeweils nur maximal ein politischer Underdog (z.B. ein Björn Höcke) mit vielen linientreuen Mitdiskutanten in eine Staatssendung. Als Beispiel muss man sich wieder nur entsprechende Talk-Shows im Fernseher ansehen, wo ein Vertreter „Dunkeldeutschlands“ ™ natürlich ab und an auch mal mitmachen darf.
9. Nicht-Beweise
Wenn inhaltlich debattiert wird, dann wird sehr gern mit klassischen Scheinargumenten argumentiert, z.B. wird eine Nichtbelegbarkeit als ein Beweis für das Gegenteil genommen.
Beispiel: Die Aussage „Die Deutschenfeindlichkeit von Migranten ist sehr hoch“ kann niemand belegen, da Daten unter der Rubrik „Deutschenfeindlichkeit“ gar nicht erhoben werden. Aus der Nichtbelegbarkeit der Aussage wird nun aber gern geschlußfolgert, dass sie falsch sei. Sie ist aber nur nicht belegt, d.h. es kann sein, es kann aber auch nicht sein. Wir wissen es nicht.
Bei den Sophismen nennt man diese klassische Form: Argumentum ad ignorantam
( https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_ignorantiam ). Ein anderes praktisches Beispiel von Scheinargumenten sind die beliebten Vergleiche von Äpfeln und Birnen, also wenn z.B. in der Statistik der politisch motivierten Kriminalität rechte und linke Fallzahlen verglichen werden, aber nur für die rechten Fälle gibt es die häufigen Propagandadelikte. Linke Propagandadelikte kann es kaum geben, da hier nichts an Propaganda verboten ist. Das weiß leider nicht jeder Zuschauer.
10. Angst-Recht
Wenn inhaltlich debattiert wird, werden oft schon vorab, also a prioi, Ängste in berechtigte und unberechtigte eingeteilt. Berechtigte Ängste sind dann z.B. Gentrifizierungsängste und unberechtigte, „dumme“ Ängste sind z.B. Ängste vor Identitätsverlust durch ungesteuerte Migration.
Dabei hat jeder ein Recht auf seine persönlichen Ängste, selbst wenn sie sich später als falsch herausstellen – umso besser. Etwas ganz anderes ist dann die Diskussion um Risikowahrscheinlichkeiten. Aber vorab hat niemand anderen die Ängste als „dumm“ abzusprechen.
Diese Auswahl der TOP 10 ist subjektiv. Jeder kann sie nach eigenen Erfahrungen ergänzen oder ändern.
Das Thema Manipulation von Kommunikation ist vermutlich so alt wie die Kommunikation selber.
Doch das tröstet aktuell wenig, denn eine Diskursverhinderung und -verfälschung durch die Herrschenden ist für ein Land immer schädlich, da es Vertrauen in Diskurse und Diskussionen generell vergiftet.
Nichts bräuchte dieses zerrissene Deutschland aktuell mehr, als einen großen Diskurs auf allen Ebenen über seine Zukunft.
Die inzwischen durch den Einzug der AfD erzwungenen lebhafteren Debatten in den kommunalen Parlamenten und im Bundestag stimmen hoffnungsvoll.
Nur, die Bürger müssen sie sich schon aktiv anschauen. Die technischen Vorraussetzungen für youtube dürfte heute fast jeder haben. Die Zeit passiven Medienkonsums a la „Tagesschau, mach mich schlau“ ist vorbei.
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