23. August - ein bundesdeutscher Ungedenktag_
23. August - ein bundesdeutscher Ungedenktag_
Datum: 23.08.2017, 10:00
So erklärte sie kurzerhand die ganze SED, die selbstverständlich auch recht national und autoritär war, zu einer rechten Partei und somit die heutige Linkspartei für deren historische Verbrechen als gar nicht mehr zuständig.
Aber das reichte ihr noch nicht, denn da geht schließlich noch mehr: Ein CDU-Abgeordneter fragte: Mao, Stalin, Ho Chi Minh – auch alles Rechte? - „Zumindest keine Linken“, beteuert die Bundestagsabgeordnete. „Auch wenn sie sich selbst ggf. so bezeichnet haben.
( https://www.welt.de/politik/deutschland/article167648972/Linke-Abgeordnete-erklaert-SED-zur-rechten-Partei.html )
Taa-daa! So sehen linke Sieger der Geschichte aus.
Man könnte nun ganz einfach erwidern: Wenn ihr nicht mehr SED sein wollt, dann gebt bitte erst mal die verschwundenen SED-Millionen wieder her. Gregor Gysi hatte 1990 doch alle Chancen eine neue und somit völlig unbelastete linke Partei zu gründen.
Er hat es aber nicht gemacht. Warum? Genau. Darum.
Man könnte aber auch darauf verweisen, dass wohl umgekehrt viel besser ein Schuh daraus würde und die Nationalsozialisten vielleicht eher Linke als Rechte waren ( http://www.theeuropean.de/rainer-zitelmann/12621-war-hitler-rechts ).
Man könnte aber auch gemeinsam der Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus in Europa gedenken.
Die gute Nachricht: Es gibt einen solchen von der EU beschlossenen Gedenktag seit 2008. Er sollte am 23. August jeden Jahres, dem Tag des Hitler-Stalin-Paktes, als „Europäische Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus“ stattfinden.
Die schlechte Nachricht: Kaum einer in Deutschland kennt oder begeht ihn und das ist wohl weniger Zufall als Programm unserer politischen Eliten. ( http://www.tagesspiegel.de/politik/den-opfern-von-stalinismus-und-nationalsozialismus-ein-gedenktag-der-verschwiegen-wird/14450580.html ).
Fast unnötig zu erwähnen, dass es in Deutschland immer noch keinen zentralen Gedenkort für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft gibt. In etlichen osteuropäischen Ländern gibt es dagegen längst Gedenkorte und Museen des Kommunismus, wie z.B. in Prag in Tschechien.
Dabei war es sogar eine der Forderungen in der Bundestagsdrucksache 18/6188 Abschn. III (Link: dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/061/1806188.pdf ) der gerade ablaufenden Legislaturperiode. Dort heißt es:
"Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, ...
(15.) das Gedenkstättenkonzept des Bundes im Sinne des Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und SPD weiterzuentwickeln und dabei im Besonderen eine in dieser Legislaturperiode anstehende Initiative des Deutschen Bundestages für ein Denkmal zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft an einem zentralen Ort in Berlin vorzubereiten und zu begleiten."
Die Legislaturperiode ist nun fast um und passiert ist meines Wissens nichts.
Anscheinend fehlt es an Standortideen.
Könnte z.B. der geplante „Campus für Demokratie“ in der ehemaligen Stasi-Zentrale in der Normannen und Magdalenenstr. in Berlin-Lichtenberg mehr sein, als nur ein Stasi-Museum und ein Ort an dem sich die heutige Parteiendemokratie selbst feiert und schließlich Antifa-nahe Gruppen wie der VVN/BdA in der Magdalenenstr. 19 neue Projekte im „Kampf gegen Rechts“ präsentieren? ( http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-lichtenberg-stasi-zentrale-wird-campus-fuer-demokratie/12802542.html ).
Die Stasi und die SED sind nicht vom Himmel gefallen. Die Hauptursache für die Unterdrückung der eigenen Bevölkerung in der DDR hieß nicht nur Stasi, denn die war nur ein Werkzeug, sondern schlicht „Kommunismus“.
Ein Gesellschaftssystem, das weltweit millionenfaches Leid und Opfer zu verantworten hat. Historisch angefangen bei den Klassikern, die übrigens größtenteils auch ein deutscher Exportartikel waren, weshalb wir hier noch mehr Grund haben müssten zu handeln.
Ein Campus als „Lernort für Demokratie“ sollte über alle Formen moderner Totalitarismen aufklären, den Kommunismus, den Nationalsozialismus und den Islam..
Das wird man sich ja wohl noch wünschen dürfen, denn wie wichtig das wäre, zeigt nicht nur das Geschichtsverständnis von Fräulein Wawzyniak.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment