Karl und Kirche_ Mit Copy and Paste zur Sonne zur Freiheit
Karl und Kirche_ Mit Copy and Paste zur Sonne zur Freiheit
Datum: 02.07.2014, 15:55
Schon seit Monaten macht Jesu Stellvertreter auf Erden mit marktwirtschaftsfeindlichen Platitüden von sich reden. Einige seiner Kritiker sehen in Franziskus gar einen marxistischen Ideologen. Doch ihnen entgegnete Franziskus nun mit einem eleganten Schachzug. Die Gründer der christlichen Kirche seien die ersten wahren Sozialisten gewesen. Karl Marx habe viele Jahrhunderte später lediglich abgepaust aus der Heiligen Schrift. „Die Kirche war zuerst da“, so Franziskus kurz und schmerzlos gegenüber der italienischen Tageszeitung „Il Messaggero“. Und weiter: „Die Kommunisten haben unsere Flagge gestohlen. Die Flagge der Armen ist christlich. Die Armen und ihre Bedürfnisse bilden das Kernstück des Evangeliums. Die Kommunisten sagen, dass all dies Kommunismus sei. Ja. Dies war es 20 Jahrhunderte später. Doch man muss ihnen auch klarmachen, dass sie mit diesen Ideen gleichzeitig Christen sind.“
Papst Franziskus wird seit seinem Amtsantritt nicht müde, den „Kapitalismus“ zu verdammen und für weitergehende „soziale“ Interventionen der Politik weltweit einzutreten. Dabei bewies er bereits in seinem Apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“, dass er mehr von der christlichen als von der ökonomischen Lehre versteht. In diesem Text ist zu lesen: „Wenn die lokale, nationale oder weltweite Gesellschaft einen Teil ihrer selbst in den Randgebieten seinem Schicksal überlässt, wird es keine politischen Programme, noch Ordnungskräfte oder Intelligenz geben, die unbeschränkt Ruhe gewährleisten können. Das geschieht nicht nur, weil die soziale Ungleichheit gewaltsame Reaktionen derer provoziert, die vom System ausgeschlossen sind, sondern weil das gesellschaftliche und wirtschaftliche System an der Wurzel ungerecht ist.“ Die Politik habe es also zu richten, die weltweite Gesellschaft. Sie dürfe die Menschen nicht sich selbst überlassen. Eine ordnende menschliche Intelligenz sieht der Papst als unabdingbar an, um Elend und Armut zu verhindern. Ansichten, die viel verraten über das päpstliche Bild vom Menschen.
Papst Franziskus hat Großes vor. Seine Kirche soll wieder eine Rolle spielen im Konzert der Gesellschaftsklempner. Und Imitat hin oder her: In einem wichtigen Punkt widerspricht der Papst dem angeblichen Plagiator Marx. Während letzterer noch das Vertrauen in Staat und Verwaltung als Religionsersatz pries, steht für Franziskus die Verschmelzung beider Glaubensrichtungen im strategischen Fokus. Er arbeitet hin auf die Verweltlichung der katholischen Kirche, auf einen staatlich-kirchlichen Einheitsmatsch der Sozialromantik.
Beitrag erschien zuerst auf: ef-magazin.de
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