Gender_ Wagner und das holde Weib

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Gender_ Wagner und das holde Weib
Datum: 18.11.2013, 13:12

Einen kleinen, aber feinen Einblick in die Hirnwindungen der steuergemästeten Gender-Verwissenschaftler gewährt in diesem Herbst eine kurze Meldung der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg.

Gemäß der Pressemitteilung wird am morgigen Freitag ein dreitägiges Symposium mit dem Titel „Wagner – Gender – Mythen“ beginnen. Veranstalter sind das Institut für Musik der Universität Oldenburg und das Oldenburgische Staatstheater. Was es mit der Veranstaltung wohl auf sich hat? Die Veranstalter erklären gerne und schreiben: „Die Geschlechterverhältnisse in der Opernwelt Richard Wagners scheinen klar. Strahlenden männlichen Helden oder genialen Künstlern stehen Urweiber gegenüber: Inkarnationen von Opfer oder Erlösung.“ Und Prof. Dr. Melanie Unseld, Hochschullehrerin für Kulturgeschichte der Musik sowie wissenschaftliche Leiterin der Tagung, stellt fest: „Die Wagnerrezeption hat sich in der Vergangenheit häufig mit Frauen um Wagner, Wagner-Sängerinnen und den Frauen in Wagners Werken beschäftigt. Dabei kam allerdings die kritische musikwissenschaftliche Genderperspektive auf Wagner zu kurz.“

Melanie Unseld gab in der Vergangenheit unter anderem Werke wie „Gender Studies in der Musikwissenschaft: Quo Vadis?“ und das „Lexikon Musik und Gender“ heraus. Literarische Werkzeuge, um die „gendersymmetrische Musikgeschichtsschreibung“ voranzubringen, wie es „Die Zeit“ im Sommer 2010 formulierte. Die Musikwissenschaftlerin arbeitete unter anderem von 2005 bis 2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, wo sie sich ab 2006 am Forschungszentrum für Musik und Gender betätigte.

Mit dem Symposium will sie nun einiges ändern, die „Wagnerschen Mythisierungen von Weib, Held und Künstler“ unter die Lupe nehmen. Fragen über Fragen: „Wie stellte sich der Mythos Weib, wie der Mythos Held bei Wagner dar? Wie gehen zeitgenössische SängerInnen damit um? Welche Auswirkungen hatten die Geschlechterbilder auf das Ehe- und Familienleben des Komponisten? Warum waren Wagners Gender-Mythen für Hollywood-Filme prägend? Und wie werden derartige Mythen heute rezipiert?“

Auch den Ungleichheitsfreunden ohne tiefgehende Wagner-Kenntnisse wird an dieser Stelle offenbar: Dekonstruktion und Relativismus treiben immer absurdere Blüten. Auch Kultur und Historie sind schon lange nicht mehr sicher vor der sich immer schneller drehenden, steuergeldangetriebenen Verforschungsspirale zeitgeistkonformer Pseudo-Wissenschaftler. Und Wagners Walküren werden sicher nicht ihre letzten Opfer bleiben.

Beitrag erschien zuerst auf: ef-magazin.de

Sven von Storch

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