Happy Birthday oder: Linke erschießen von hinten

Ja, ich weiß, der Geburtstag des ersten kommunistischen Staates war gestern. Aber ich habe den Geburtstag nicht etwa vergessen. Ich wollte nur einmal sehen, wie vergessliche die Linken diesmal denn sind. Denn sie mögen sich ja ihrer Jahrestage erinnern - ihre Verbrechen vergessen sie so eiligst wie möglich. Und so ist es ihnen gelungen, sich heute als Retter von Weltfrieden, Wohlstand, Bürgerrechten, Klima und Flüchtlingen darzustellen. Und das ohne einen Anflug von Scham, es sei denn, man deutet ihr Rot als Werden eines schlechten Gewissens, was ich erst einmal ausschließen möchte.

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Dabei ist die Liste der Verbrechen durch Linke mörderisch lang. Und immer kreisen die Taten um das, wofür man heute angeblich kämpft.

Es beginnt mit der Revolution im russischen Oktober vor hundert Jahren. An die Macht geputscht und keine Spur demokratisch beginnen die Bolschewiki mit dem, was Linke am liebsten beginnen: Mit Krieg. Nicht irgendein Krieg. Nein, sie haben sich auf die böseste Art des Krieges, den Bürgerkrieg, spezialisiert. In anderen Ländern werden sie es später immer wieder genauso probieren: China, Griechenland, Korea, Vietnam, Jemen, Kambodscha sind nur eine kleine Auswahl vieler Stationen auf dieser blutigen Fahrt.

Und trotzdem schwafeln Linke weiter vom Frieden. Einige verbreiten sogar, links sei mit Frieden identisch. Unwissenheit oder Lüge? - Ich kann es nicht sagen.

Kaum ist die Macht konsolidiert, geht es mit der jungen Sowjetunion wirtschaftlich abwärts. Noch in keinem einzigen linken Land hat linkes Wirtschaften Erfolge gezeitigt. Aufwärts ging es immer nur dann, wenn man es mit ein klein wenig Kapitalismus versuchte. In Russland nannte man sie NEP; nicht von Nepper, sondern von Neue Ökonomische Politik; wie ich schon sagte, eine verbrämte Form des Kleinkapitalismus. Nun war man aber nicht kapitalistisch. Also war die ein klein wenig liberalere Ära sehr bald vorbei. Und wieder ging es schnurstracks in Richtung ökonomischen Abgrund.

Und trotzdem schwafeln Linke weiter von sozialistischer Wirtschaft. Unwissenheit oder Lüge? - Ich kann es nicht sagen.

Um den wirtschaftlichen Niedergang aufzuhalten, begann die linke Partei der Sowjetunion systematisch das Volk auszuplündern. Natürlich wurde der Raubzug ideologisch fundiert; er richtete sich gegen sogenannte »Kulaken«. Schon bald war jeder Kulak, der nicht Kommunist war. Der Massenmord wurde aus dem Kommunistischen Manifest in die Realitäten erhoben. Der Boden der Ukraine wurde so zum ersten Mal im 20. Jahrhundert zum Menschenschlachthaus Europas. Голодомор, Holodomor, Ermordung durch Hunger, nennt man es heute in Anspielung an den Holocaust. Der einzige Unterschied zum national-sozialistischen Massenmorden ist, dass die Opfer der Linken begrifflichen Selektion auf der Rampe verhungern. Zwischen dreieinhalb und vierzehn Millionen Menschen verreckten auf diese Art in den frühen 1930er Jahren.

Und trotzdem schwafeln Linke über die Hungersnöte im Kapitalismus. Unwissenheit oder Lüge? - Ich kann es nicht sagen.

Dieses Massenmorden verfolgte einen ideologischen Zweck: Dem Volk wurde deutlich gemacht, was ihm blühte, wenn es gegen die linken Verbrechen aufstehen sollte. Das Große Schweigen begann. Aber zuvor mussten die Linken noch die eigenen Reihen von Kritikern säubern. Es begann ein gleichsam kommunistischer Selbstmord. Dem Großen Schweigen ging der Große Terror voraus. Deutlich über eine Millionen Parteimitglieder und Sympathisanten verschwanden. Noch heute dürften Linke sich eigentlich brüsten, mehr Linke ermordet zu haben, als sämtliche Kapitalisten und Faschisten zusammen.

Und trotzdem schwafeln Linke über die Rechte der Bürger. Unwissenheit oder Lüge? - Ich kann es nicht sagen.

Im 2. Weltkrieg kam dann in puncto Morden, Lügen und Unfähigkeit alles zusammen. Ein Abkommen mit dem angeblichen Feind in Berlin verschaffte das Vorfeld, in dem das linke Regime, dessen Geburtstag einige gestern glaubten feiern zu müssen, sich richtig austoben konnte. Ein beinahe verlorener Krieg gegen Finnland, die Ausrottung polnischer Offiziere in Katyn, der Einmarsch in die Baltischen Staaten und bis zuletzt die Versorgung Hitlers mit Rohstoff und Material, damit dieser seinen Krieg gegen den Rest von Europa fortsetzen kann - auch diese mörderische Liste ist lang. Die Linke wusste, auf welcher Seite sie steht.

Und trotzdem schwafeln Linke von ihrem Antifaschismus. Das aber ist eine Lüge.

Das linke Regime in Moskau hat Hitler so gut es ging unterstützt. Bis in die Morgenstunden des 22. Juni 1941 rollten die Züge nach Westen. Es war der treulose Hitler, der seine Kumpanen in Moskau verriet und seine Wehrmacht losschickte, dem linken Reich ein Ende zu machen. Es folgte ein Sammelsurium aus falschen Entscheidungen, drakonischer Maßnahmen und nacktem Terror; am Ende standen die Roten Armeen in der Mitte Europas. Die russischen Verluste waren, nicht zuletzt wegen der eigenen gnadenlosen Unfähigkeit, horrend. Aber die Linke stand im Begriff, den Kontinent komplett zu erobern.

Und trotzdem schwafeln Linke vom Sieg über Hitlers Armeen und den Opfern des russischen Volkes. Das ist in vielen Fällen schlichte Unwissenheit. Aber auch Selbsttäuschung ist im Spiel. Man will die Inkompetenz der ideologischen Kumpanen nicht sehen.

Auch nicht, wer die Waffen der Roten Armee direkt oder indirekt produzierte. Am Ende des Krieges sind schätzungsweise 8 Millionen Menschen in Haft; die höhere Schätzung lautet 15 Millionen. Von diesen werden um 1950 5% einfach ermordet. 400.000 bis 750.000 Opfer der Linken sind das.

Als das Massenmorden endlich ein Ende findet, wird die linke Macht psychologisch. Und das im doppelten Sinne: Sie setzt auf der einen Seite auf Symbole wie die Flüge ins All auf der Spitze von Naziraketen. Auf der anderen Seite werden die Gegner der Linken nicht mehr in die Totenhäuser gesteckt, sondern finden sich im Irrenhaus wieder. Das Reich der Linken erlangt einen gewissen Grad von Normalität. Immer ist diese bedroht. Immer kann die Linke gegen ihre vermeintlichen Feinde ausholen und morden. 1953 in Deutschland, 1956 in Ungarn und Polen, ab 1961 wieder in Deutschland, 1968 in Prag. Und neuerlich ergibt sich eine mörderisch lange Liste aus Terror und Utopie. Erst 1989, nach einem langen und verlorenen Krieg in einem bergigen Land, ist der elende Spuk endlich beendet.

Nur die Linke lebt weiter. Sie propagiert sich noch immer als Retter der Welt. Und noch immer sind die Mittel dieselben: Lüge und Unwissenheit.

Wenn die Linke sich heute aufbauscht, der Retter des Flüchtlings zu sein, dann stellt sie, insbesondere als deutsche Linke, die Realitäten der Geschichte arg auf den Kopf. Denn jeder linke Staat brauchte Grenzen, die einem Gefängniszaun gleichen. Auf Flüchtlinge wurde an jeder linken Grenze ohne Zögern geschossen. Denn linke Staaten brauchen die Mauer in der ein oder anderen Form. Das unterscheidet sie von allen anderen Staaten. Die brauchen Grenzen um sich zu schützen. An deren Grenzen wird den Übertretern der Grenze in die Augen gesehen und im Notfall geschossen. An Grenzen linker Staaten wird dagegen in den Rücken des Flüchtlings geschossen. Linke erschießen von hinten.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Gutartiges Geschwulst

Ihr Artikel ist eine Granate, Wolfgang Hebold!

@Steinweg: "Das ständig verwendete Wort "Geschwafel" passt besonders gut auf dieses hassvolle Geschwafel."

Ihr Kommentar besticht durch dieFHZ intelligente und ausführliche Begründung!
Darf ich annehmen, dass es sich um Ihre Doktorarbeit handelt?

Gravatar: Max

Der Gipfel unpoltischer poltischer Korrektnis ist die versofffene Käßmann. Ihr Credo lautet:
Alle die noch deutsche Großeltern haben sind per se Nazis...
Mao, chinesischer Kommunist hat bis zu 60 Millionen Chinesen umgebracht- ein Völkermord ohne gleichen. Kommunist / Sozialist.
Stalin und Lenin haben ca. 60-100 Millionen Sowjetbürger in Gulags, den Vorläufern der KZ`s umgebracht. Kommunisten / Sozialisten.
Die Roten Khmer waren eine maoistisch-nationalistische Guerillabewegung, die 1975 unter Führung von Pol Pot in Kambodscha an die Macht kam.
Ca. 2 Millionen Opfer . Und dann steht der SPD-Zausel Schulz auf und behauptet die Linken hätten mit Gewalt nix am Hut. Was für ein schräges Arschloch. Schlimmer ist noch, dass die bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen, Plünderungen, Brandschatzungen dem Steuerzahler auf`s Auge gedrückt wird.
Hier wird ganz offensichtlich die sozialistische Barbarei steuerlich verallgemeinert. M.E. sind die Brandschatzer für die Schäden verantwortlich und nicht die STEUERZAHLER.
So sieht der DDR Sozialismus heute in Deutschland aus-die ganze Scheiße aus einem Jahrhundert und Schulz der Multimilliönar schenkt noch mal nach-auf Kosten der Steuerzahler, was für eine Scheiße ist das denn? Den Sozialismus haben Kapitalisten erfunden. Ende

Gravatar: Jürg Rückert

Der Marxismus-Leninismus war immer eine Ideologie des Friedens. Deshalb ist er heute so befreundet mit der Religion des Friedens.

Es gibt Nährböden, in denen Hass vortrefflich wüten kann. Wo die Linke alle Klassenfeinde erledigte, beginnt sich der Hass triebhaft gegen die Eigenen zu wenden: Säuberung folgt auf Säuberung.

Gravatar: Roger Gruber

@ Steinweg: klar, was Linke nicht hören wollen, muss Hate-Speech sein. Euer Mind-Set ist so was von lächerlich...

Gravatar: Steinweg

Das ständig verwendete Wort "Geschwafel" passt besonders gut auf dieses hassvolle Geschwafel.

Gravatar: Peter der Kleine

"Der einzige Unterschied zum national-sozialistischen Massenmorden ist, dass die Opfer der Linken begrifflichen Selektion auf der Rampe verhungern."

Sehr geehrter Herr Hebold,
ein Zitat aus der Rede des Göbbels am Parteitag 1931 sagt uns, auf welcher Seite sich die Nationalsozialisten sahen: "Selbstverständlich sind wir eine linke Partei; mit dem satten Besitzbürgertum haben wir nichts zu schaffen!"

Wir dürfen die Opfer des Nationalsozialismus also getrost den Linken anrechnen, den Sozialisten.

Gravatar: Unmensch

Unwissenheit oder Lüge?
Unfähigkeit, würde ich sagen. Deswegen kann Aufklärung auch nicht zu denen durchdringen. Die können einfach nicht besser als, voller Jubel für ihre Ideale, voller Panik vor der Realität, Druck und Gewalt ausüben um wenigstens den Schein zu wahren.

Gravatar: Grit

Wenn die Roten an die Macht kommen wissen wir ja was dabei heraus kommt. Siehe Frankreich erst machen sie die wohlhabenden einen Kopf kürzer und wenn das nicht mehr reicht untereinander.

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