Grüne Kohlendioxid-Phobie: Fakten zum lebensnotwendigen Spurengas

Am 20. Februar 2019 wurde berichtet, dass Vertreter der „Ökopartei“ Bündnis 90/Die Grünen ein Osterfeuer-Verbot fordern (https://www.freiewelt.net/nachricht/gruene-fordern-osterfeuer-verbot-10077110). Offensichtlich ist diesen selbsternannten „Bio-Fanatikern“ bisher entgangen, dass die Pflanzen komplett vom Spurengas Kohlendioxid (CO2) abhängig sind – eine Klarstellung.

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Am 5. Februar 2019 habe ich unter der Überschrift „Klimawandel-Hysterie und globale Photosynthese“ (https://www.freiewelt.net/blog/klimawandel-hysterie-und-globale-photosynthese-10076978) einen Kommentar veröffentlicht, in dem mit Verweis auf ein kath.net-Interview die Bedeutung des Spurengases Kohlendioxid (CO2) für die Pflanzenwelt dargelegt ist. Da die dort vorgestellten Fakten offensichtlich im Kreise „Grüner Klimawandel-Weltuntergangs-Propheten“ nicht angekommen sind, sollen nachfolgend einige belegte Forschungsergebnisse rekapituliert werden.

            Wie im aktuellen Fachbuch Physiologie der Pflanzen. Sensible Gewächse in Aktion (http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-14226-9) in Kapitel 10 (Photosynthese: Pflanzen als lebende Sonnenkraftwerke und Treibhausgas-Entsorger) dargelegt ist, sterben Landpflanzen, wie auch Algen und Cyanobakterien (d. h. photoautotrophe Organismen) bei Entzug des lebensnotwendigen CO2. Im besagten Kapitel ist auf Seite 332 ein Modellversuch mit der Welt-Wirtschaftspflanze Reis dargestellt, wobei eine ansteigende CO2-Konzentrationsreihe und deren Wirkung auf das Wachstum dieser Nutzpflanze abgebildet sind. Bei zu geringen Kohlendioxid-Konzentrationen (30 bis 40 µl CO2 pro Liter Luft, d. h. ppm) sterben die Pflanzen – sie werden, trotz optimaler Bedingungen (Licht, Wasser, Nährsalze) braun und verdorren, weil ihnen das lebensnotwendige „Grundnahrungsmittel“ Kohlendioxid nicht ausreicht („Hunger nach mehr CO2!) (s. Abb. 10.31 im Fachbuch). Mit steigendem CO2-Gehalt der Luft setzt ein verstärktes Wachstum ein, das bei experimenteller Verdoppelung von derzeit ca. 400 ppm auf 800 ppm (Horror-Szenario Grüner Klimaschutz-Fanatiker!) drastisch zunimmt.

            Mit diesen und zahlreichen anderen im Fachbuch dargestellten Experimenten wird belegt, dass das Spurengas CO2 über die in den Chloroplasten lokalisierte Photosynthese absolut überlebensnotwendig ist – für die Produzenten (grüne Pflanzen) wie auch alle Konsumenten der Biosphäre (die meisten Bakterien, Pilze, Tiere und Menschen).

            Allerdings sei vermerkt, dass die „grünen Treibhausgas-Entsorger“ (d. h. die Vegetation der Erde), die derzeit ca. 1/3 des anthropogen in die Luft geblasenen CO2 in stabile Biomasse (Holz) deponieren, nur eine begrenzte „Puffer-Kapazität“ besitzen. Mein Lösungsvorschlag zur Abminderung der Klimawandel-Hysterie lautet daher kurz zusammengefasst wie folgt: Reduktion der CO2-Emission, z. B. durch Geschwindigkeits-Begrenzungen auf Autobahnen, weltweiter Stopp aller Waldrodungen und systematische Aufforstung mit jenen Holzgewächsen, die besonders effizient CO2 binden und somit entsorgen können. Gemeinsam mit der systematischen Erforschung der Photosynthese, plus daraus entwickelter „künstlicher Blätter“ (PS II-Systeme, vereinfacht gesagt: Wasser-Spaltung im Licht, Sauerstoff- und H2-Produktion) kann die Erderwärmungs-Problematik im Prinzip rational-biowissenschaftlich gelöst werden.

Das von Grünen Politikern geforderte Osterfeuer-Verbot ist, unter Berücksichtigung der damit verursachten zusätzlichen (geringen) CO2-Emissionen, unsinnig. Es sollte eher mit dem Bestreben dieser (und anderer) Parteien in Verbindung gebracht werden, kulturelle (christliche) Bräuche Mitteleuropas auf dem Altar politischer Ideologien zu opfern. Eine Rückkehr zu Logik, gesundem Menschenverstand und naturwissenschaftlicher Denkweise, ist somit dringend geboten – die Grüne CO2-Phobie kann nur durch Aufklärung überwunden werden!

 

Weiterführende Informationen:

1. U. Kutschera: Physiologie der Pflanzen. Sensible Gewächse in Aktion. LIT-Verlag, Berlin 2019. Google-Books mit Inhaltsverzeichnis und ausgewählten Seiten (https://books.google.de/books/about/Physiologie_der_Pflanzen.html?id=rKfOvAEACAAJ&redir_esc=y)

 

2. YouTube-Video zur „Physiologie der Pflanzen“ mit Vorstellung der biowissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweise (https://www.youtube.com/watch?v=vUAM-houLQI&list=PLbym-MVwM8QUaLD5Y4U9LIvtCrNvcWOAw).

 

3. Webpage: www.evolutionsbiologen.de mit weiteren Infos zum Thema

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Elmar Oberdörffer

Sehr geehrter Herr Professor,
vielen Dank für Ihre Darstellung der Wichtigkeit des CO2 für alles Leben auf dieser Erde. Im Gegensatz zu der wissenschaftlich einwandfrei bewiesenen Notwendigkeit des CO2 für die Photosythese der Pflanzen und der Steigerung des Pflanzenwuchses einschließlich der Ernteerträge bei Zunahme des CO2-Gehalts der Luft ist die Wirkung des CO2 als sogenanntes Treibhausgas oder gar "Klimakiller" wissenschaftlich durchaus nicht bewiesen. Diese Behauptung stützt sich auf rein theoretische Annahmen und Berechnungen, wird aber bisher durch keine Messung und kein Experiment bestätigt. Ein vernünftiger Mensch würde also der gesicherten Erkenntnis folgen und die Zunahme des CO2-Gehalts der Atmosphäre auch durch menschliche Aktivitäten begrüßen, statt sie aufgrund der ungesicherten Erkenntnis zu verdammen. Und vielleicht gestatten Sie mir ein herzhaftes Gelächter über Ihre Vorschläge, den anthropogenen CO2-Ausstoß mit Geschwindigkeitsbeschränkungen, dem Verzicht auf Waldrodungen und dem Anpflanzen besonders photoaktiver Pflanzen zu begrenzen? In China, Indien und einigen anderen Entwicklungsländern werden derzeit weit über 1000 neue Kohlekraftwerke gebaut oder geplant, die für die nächsten 50 bis 60 Jahre eine deutliche Zunahme des CO2-Ausstoßes bewirken werden, ganz gleich, ob wir in Europa sämtliche Kohlekraftwerke abschalten oder nicht. Zur Zeit werden Wälder abgeholzt. um "nachhaltigen" Brennstoff zu gewinnen. Das Holz wird zu Pellets für die Pelletheizungen verarbeitet, und in England wird ein ganzes Großkraftwerk mit Holz aus Kanade befeuert.
Es enttäuscht mich, daß Sie mit Ihren Vorschlägen die Klimahysterie und den Klimaschwindel unterstützen, statt klar zu sagen, daß die Zunahme des CO2-Gehalts ein Segen ist.
Mit freundlichen Grüßen
Elmar Oberdörffer

Gravatar: Hans-Peter Klein

Ihre Vorschläge zu Waldrodung und Bio-Wasserstoff klingen gut. Weniger gut klingt, das das Verbrennen fossiler Ressourcen sehr eindimensional auf die CO2 Diskussion verengt wird.
Die Widersprüchlichkeit der Energiewendegegner zeigt sich immer beim Tanz um die Bedeutung von 400.ppm.
Passts ihnen in den Kram dann ist es gut für die gesamte Biomasse der Erde, was übrigens niemand leugnet auch nicht die Grünen.
Passts nicht, dann sind dieselben 400 ppm auf einmal viel zu wenig um die Wärmeabsorption in der Atmosphäre zu erklären.
Wenn ich Sie richtig verstanden habe dann plädieren auch Sie für einen umfassenden Ressourcenschutz und für eine langfristig nachhaltige Energieversorgung. Damit geht es auch Ihnen nicht um das "ob" der Energiewende sondern um das "wie".

Damit kann ich gut leben, Herr Professor,
im Gegensatz zur hiesigen EIKE-Front.
MfG, HPK

Gravatar: Tom der Erste

Bei meinen Großeltern stand früher ein " Glasgarten" also ein großer Weinballon , gefüllt mit Kies, Ton und Erde, darin einige Pflanzen und oben ein fest verschlossener Stöpsel. Den Pflanzen ging es gut, sobald genug Sonne da war , das eingeschlossene Wasser kam wieder zur Erde zurück und irgendwie brauchten die Pflanzen auch keine Luft von außen. Der Opa hatte uns erzählt, daß die Pflanzen nur Sonnenlicht brauchen und sonst nichts. Also war das ebenfalls eingeschlossene CO2 überhaupt nicht schädlich.

Gravatar: Jürgen Althoff

Wenn man berücksichtigt, dass mehr als 90% der 400ppm CO2 nicht menschengemacht sind, sondern aus biologischen Kreisläufen stammen, sind die von Herrn Kutschera vorgeschlagenen "Einsparmöglichkeiten" ziemlich lächerlich.
Übrigens lernen seine Kollegen aus der Geologie, dass erdgeschichtlich CO2-Anstiege immer zeitverzögert NACH Temperaturanstiegen erfolgt sind(Eisbohrkerne!). Kennt auch der Biologe aus dem täglichen Leben: CO2 aus Bier oder Sprudel entweicht mit Erwärmung der Flüssigkeit.

Gravatar: Hans-Peter Klein

@ J Althoff

Quellen für Ihre Behauptungen?
Nachgewiesen anhand von Messdaten ist das der CO2 Anteil Mitte des 19. Jhdts. bei deutlich unter 300 ppm lag und seitdem kontinuierlich auf heute über 400 ppm gestiegen ist.
Nachgewiesen für Deutschland ist ein Anstieg der mittleren Jahrestemperaturen und eine Häufung überdurchschnittlich warmer Jahre seit Anfang der 90er Jahre.
Ich rede von Nachweisem auf Basis offiziell erhobener Messdaten des DWD.
Können Sie mit dergleichen aufwarten?
MfG, HPK

Gravatar: Jomenk

Herr Prof, Sie können die Dinge solange unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten betrachten, wie sie wollen. Es bringt nichts. Wir haben es mit einer Ideologie zu tun. Und wenn die Deutschen vom Wahnsinn ergriffen werden, gibt es kein halten mehr. Da können sie mit Sinn und Verstand argumentieren, bis sie platzen. Fakten interessiert diese Leute nicht. Sie verplempern nur ihre Zeit, mehr nicht. Der Weg, den unser Land beschreitet, steht fest. Und dieser Weg führt wie so oft in unserer Geschichte in eine Katastrophe.

Gravatar: E. Schübel

Sehr geehrter Herr Prof. Kutschera,
Gestatten Sie mir nur ein paar Worte zu Ihrem Artikel.
Ich kann Sie nicht ganz verstehen: Einerseits führen Sie gut aus, wie wichtig CO2 für die Pflanzenwelt (und somit auch für die Menschen als letztes Glied in der Nahrungskette) ist, je mehr je besser.
Aber andererseits machen Sie Lösungsvorschläge zur Reduktion des CO2-Ausstosses zur Abminderung der Klimawandel-Hysterie.
Es tut mir leid, werter Herr Professor Kutschera. Ich verstehe das nicht. Vielleicht können Sie mir das erklären? Ihre Vorschläge an sich sind nicht schlecht, aber man darf sie nicht in Verbindung mit CO2 - Reduzierung bringen. Geschwindigkeit auf Autobahnen senken, nun gut, das ist vielleicht ein kleiner Beitrag, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, mit einer unsinnigen CO2-Reduzierung hat das wirklich nichts zu tun. Und Wälder nicht sinnlos abzuholzen ist auch okay, da sie ja über Photosynthese zum Sauerstoffhaushalt der Atmosphäre wesentlich beitragen.
Die Klimawandel-Hysterie abzumildern, ist keine gute Idee, man kann sie nur voll ablehnen, da sie die wahrscheinlich größte Lüge der Neuzeit ist.
Meine persönliche Meinung zum "Klimawandel":
Es gibt keinen Klimawandel, es gibt nur ein sich ständig änderndes Klima. Etwas, das sich schon immer geändert hat, mit Wandel zu bezeichnen, ist absolut irreführend. Warum begreifen das unsere schon länger hier lebenden Menschen (der Deutsche Michel) nicht?
Es ist weder möglich noch notwendig, etwas für oder gegen das Klima zu unternehmen. Das Klima macht auch ohne den Menschen was es will. So gesehen sind alle Aktivitäten gegen einen menschengemachten Klimawandel völliger Unsinn. Das einzige, was die Menschen machen können, ist, etwas gegen Umweltverschmutzung zu tun, was mit einem nicht möglichen Klimaschutz aber nichts zu tun hat.
Entschuldigen Sie, werter Herr Prof. Kutschera, meinen etwas ausführlichen Kommentar. Aber man muß sämtliche "Klima"- Probleme in einem Zusammenhang betrachten. Ein einzelnes Problem (z.B. CO2) kann man nicht losgelöst von anderen sehen (Treibhauslüge, Erdölentstehungslüge, gefälschte Statistiken, gut bezahlte Pseudo-Wissenschaftler, Volksverblödung durch politisch korrekte Massenmedien usw.).
Mir scheint es, daß Deutschland nicht von kompetenten Politikern sondern von ideologisch geprägten Beraterfirmen regiert wird.
Bis auf o.g. Einwände finde ich ansonsten Ihren Beitrag in Ordnung und absolut lesenswert.

Gravatar: Andreas Berlin

Als Nicht-Wissenschaftler würde ich dem hier in einigen Punkten offenbar uneins argumentierenden Professorenkollegium gern empfehlen: halten Sie die Politiker zurück!! Denn diese beschließen derzeit Gesetze für die Zukunft unseres Landes ganz offensichtlich auf der Grundlage von Fakten, die sich noch in der wissenschaftlichen Analyse befinden. Ihre Debatte hier ist das beste Beispiel dafür.

Gravatar: k. lauer

Jeder redet von Klimaerwärmung, aber keiner davon, wie man mit den Folgen klarkommt. Komisch. Wenn derzeit mehr als 1000 neue Kohlekraftwerke in Planung sind, gibt es wohl ziemlich viele Leute, die der Klimareligion nicht glauben. Vor allem nicht die Chinesen, die bekanntlich recht langfristig denken. Immerhin, eine SPD-Politikerin schlägt kürzlich vor, aus Klima-Gründen keine Kinder mehr zu bekommen. Und wahrscheinlich empfehlen die Grünen demnächst, das Atmen einzustellen. Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Nicht nur dem Klima zuliebe.

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