Rosenkranzbetrachtung_ Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast

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Rosenkranzbetrachtung_ Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast
Datum: 06.10.2014, 17:15

Und da heute Montag ist und an diesem Tag die freudenreichen Geheimnisse gebetet werden, stoße ich gleich auf das erste Geheimnis, das bei nicht wenigen Widerspruch hervorrufen wird. Da ist vom Heiligen Geist die Rede, der vielen von uns sowieso als unbekannte Größe Gottes erscheint. Und dieser Heilige Geist ist es, der dafür sorgt, dass Maria mit Jesus schwanger wird. Das ist heute nicht weniger unglaublich, als es das damals war und bedeutet sozusagen eine doppelte Glaubensaussage:

Maria bestätigt ihren Glauben an Gott, an einen Gott, von dem sie annimmt, dass er Gutes für sie will, dessen Willen sie sich – freiwillig! – als Instrument zur Verfügung stellt. Ihr „Ja“ ist eine Herausforderung an jeden von uns: Wie hätte ich gehandelt? Wenn vielfach die Frage gestellt wird, wie Jesus in bestimmten Situationen gehandelt hätte, dann ist diese Frage womöglich noch naheliegender: Wie hätte Maria gehandelt? – „WWMD – What would Mary do?“ Ihr Handeln und Ihre Antwort ist die Frucht eines unbedingten Glaubens an Gott, dem wir nur nacheifern können.

Und die ganze Geschichte fordert eben auch unseren Glauben heraus: Glaube ich, dass das so gewesen ist? Die Menschen in Marias Umfeld werden gezweifelt haben an der Rechtschaffenheit des jungen Mädchens, selbst Josef, ihr Verlobter wollte sie klammheimlich verlassen; er will sie einerseits nicht bloßstellen, geht aber doch davon aus, dass sie ihn betrogen hat. Und wie sollte er – vor der Botschaft des Engels an ihn – auch eine andere Variante in Erwägung ziehen? Wir kennen heute die weitere Lebensgeschichte Jesu, aber schon die Empfängnis durch den Heiligen Geist fordert unseren Verstand heraus: Glaube ich, dass Maria „voll der Gnade“ und ohne Sünde war, glaube ich, dass Gott sie ausgewählt hat für seine Menschwerdung, glaube ich, dass sie aus freiem Willen zu der Bitte Gottes „ja“ gesagt hat?

Wenn ich letzteres alles glaube, dann ist auch die weitere Geschichte Jesu quasi ohne Wunder, denn dann ist er Gott, dann kann er all das tun, was von ihm berichtet wird. Stelle ich diese Geschichte bereits in Frage, stelle ich in den Raum, dass Jesus vielleicht doch nur der „uneheliche“ Sohn von Maria und Josef oder Maria und jemand ganz anderem sein könnte – dann wird es schwierig mit dem Rest seiner Geschichte. Für viele ist Jesus eben einfach nur ein guter Mensch, vielleicht auch ein „exemplarischer“ Mensch, aber auch nicht mehr.

Beginnt man einen Rosenkranz-Zyklus also am Montag mit diesem Geheimnis, stellt sich direkt die Glaubensfrage, an die sich alle anderen Anfragen Gottes und Jesu und des Heiligen Geistes an uns anschließen. Wir sind gefordert, zu Gottes Aufträgen und Bitten an uns ebenfalls „ja“ zu sagen, und der erste Lackmustest ist die Frage: Glaube ich, dass Maria Jesus vom Heiligen Geist empfangen hat?

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Sven von Storch

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