Familien leben – ohne das Mantra „Vereinbarkeit“

Sie ist wieder da“, so titelte der SPIEGEL kürzlich einen Artikel über die Sehnsucht von Frauen nach einem Leben mit Kindern.

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Von den klassischen Medien kaum wahrgenommen, häufen sich in letzter Zeit Beiträge im Netz, die das Mantra der Vereinbarkeit von Beruf und Familie kritisch hinterfragen.………..Und das nach Jahren propagierter Regierungspolitik der Machbarkeit, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen.

Rollen leben – statt Rollentausch

Regierungsorientierte Umfragen zur Work-Life Balance unterstützten in den letzten Jahren einen vermeintlichen Trendsettern wie „Immer mehr Väter wollen Zeit für die Familie“. Das scheint zu gelingen, man hat den Eindruck, dass für viele Mütter nach der Geburt heißt: raus aus dem Kreissaal, rein in den Beruf.

Aber da gab es kürzlich zwei Professorinnen. Sie versuchten den Nachweis über einen vermeintlich stattgefundenen Rollentausch zu finden, und das mit einer Umfrage in Familien, in denen Frauen die Haupternährer sind, und Männer – wiederum vermeintlich - die Frauenrolle übernommen haben. Voller Erstaunen stellten sie nach der Auswertung fest: trotz des Trends „Rollentausch“ fand kaum eine Arbeitsverlagerung der klassischen Hausfrauentätigkeit auf den Mann statt. Ein unerwartetes Ergebnis, da nicht vorab geplant…..

Deutet dieses Umfrageergebnis und die zunehmende Zahl von kritischen Stimmen zur Vereinbarkeit auf eine verfehlte millionenschwere Frauenförderung? Es hat den Anschein:

Versuchsprogramm „Vereinbarkeit“

Die Frauenpolitik, mittlerweile eine Art „Staatsideologie“ (Michael Klein), initiierte und finanzierte mit unzähligen Projekten jahrzehntelang die Stärkung und Gleichstellung der Frauen. Die Gleichstellung von Mann und Frau wurde nach überwiegender Auffassung durch die gesetzlich dokumentierte Gleichberechtigung weitestgehend erreicht. So nicht die Meinung der „Radikalfeministinnen“ (Norbert Bolz). Sie nutzen bis heute die bundesweit entstandene Infrastruktur der Gleichstellungsbeauftragtinnen für ihren eigenen Machtausbau in der Politik, in der Gesellschaft und – zunehmend – in der Wirtschaft aus. Stets mit der Begründung, die Gleichstellung der Frau sei noch längst nicht erreicht.

Nur in Haushalt und Kindererziehung taten sich die Gleichstellungs-Funktionärinnen mit Umsetzung ihres Modells „Rollentausch“ schwer. Es fehlten bislang die vorzeigbaren Beweise eines Durchbruchs im Rollenverhalten der Eltern – trotz eines professionellen Marketings in den Medien. Die bisherigen Aktionen des Frauenministeriums hatten Elemente eines bundesweit angelegten Großversuchsprogramms „Vereinbarkeit“ von Familie und Beruf, mit den Testpersonen Vater und Mutter. Fotoserien mit Elementen aus der Produktwerbung machten den Anfang: Vater mit Kleinkind im Brustsack am Herd oder im Sandkasten, Mutter, bzw. Frau im grauen Businessanzug bei einer Power-Point Präsentation im Konferenzraum, oder die Ministerin im Stuhlkreis einer KiTa. Mit solchen Bildern sollte offensichtlich ein Mainstream, ein Trend gezielt auf das Unterbewusstsein junger Eltern kreiert werden. Die Begleitmusik dazu lieferten Mantras („Hidden Agendas“) wie „Immer mehr Männer wollen in die Teilzeit gehen!“ Ständige „Immer mehr“ - Wiederholungen – auch für Frauen - eines virtuellen Trends in Politik und Medien sollten Unentschlossenen das Gefühl vermitteln, dazu zu gehören. Und zwar dann , wenn ich mit den klassischen Rollenbildern breche und solche Mainstreambilder in meiner Familie umsetze. Das Umdenken hat bereits in der Gesellschaft stattgefunden: Früher stellte man der Mutter nach der Geburt die Frage beispielsweise nach dem Namen des Kindes, heute fragt man die Mutter, wann sie denn wieder arbeiten würde…….

Das Regierungsprogramm Vereinbarkeit täuscht einen Trend vor, der mangels erkenntnistheoretischer Belege kaum vorhanden ist. Solche Aktionen, die über das Unterbewusstsein den Menschen indoktrinieren sollen, erinnern stark an Instrumente aus der Werbebranche im Sinne von Bedürfnisweckung, ja sogar, noch greulicher, an die sogenannten Agitprop-Programme in der DDR.

Als Haupthindernis für einen (Wieder-)Einstieg der Frauen in die Berufswelt der Männer sahen Protagonisten wie Beauvoir, Schwarzer und Badinter, schon sehr früh die Mutterrolle. Solche ein Paradigmenwechsel setzt allerdings einen gesellschaftlichen, längerfristigen Prozess und ein Umdenken in der Wirtschaft voraus.

Gender Mainstreaming

Die Geschichte der Ideologien zeigt Umerziehungsprogramme auf, die versucht haben, gewünschte gesellschaftliche Prozesse auf dem Verordnungswege „ex cathedra“ zu verkürzen. Das sogenannte „Gender Mainstreaming“ (GM) war und ist ein solches (ungeschriebenes) Programm, konkreter: eine Losblattsammlung von Hypothesen. Es lieferte vor rd. 20 Jahren feministisch orientierten Gruppen ein Instrumentarium, um u.a. Mann und Frau für einen Rollentausch Mann-Frau vorzubereiten. Dieses käme einer kulturellen Revolution gleich. Wir sind nicht weit entfernt davon: das GM-Instrumentarium beeinflußt – kaum wahrnehmbar – Parlament und Regierung. Unzählige Gesetze in Verwaltung und Wirtschaft bereiten den Einstieg der Frau in Männerpositionen vor. Prominentes Beispiel ist die 30% - Frauenquote für die Wirtschaft. In den politischen Institutionen ist bereits schon eine fast 50% - Quote erreicht, weniger auf Grund von individuellen Entscheidungen, als auf politischen Vorgaben.

Dilemma „Familienmanagement“

„Work-Life-Balance“ bedeutet tägliches, ja stündliches Managen eines normalen 24-h-Tages von Mutter und Vater. Dabei mutierte der Reproduktiv-Faktor „Kind“ zu einem Störfaktor, der dem Produktiv-Faktor „Vater und Mutter“ häufig entgegensteht (Günter Buchholz). Das „Outsourcen“ des eigenen Kindes in die Fremdbetreuung wird häufig mit der notwendigen Sozialisierung des (Klein-)Kindes begründet, stellt aber meistens eine notwendige Folge der mütterlichen Abwesenheit dar. Überdies verlangt der Bring- und Holservice gerade für das Kind ein professionelles Zeitmanagement beider Eltern.

Der letzte Erzieherinnenstreik offenbarte die Abhängigkeit der „modernen“ Familie von staatlichen Leistungen. Und: das Kind wurde zum Spielball elterlicher Egoismen und politischer Interessen. Die Gefühlswelt der Kinder war in allen Aktionen häufig nur Nebensache. Der Streik zeigte allerdings etwas Positives: die Potentiale der klassischen Familie, wie die Großeltern, als sichere Auffangposition für entnervte Eltern.

Über dem Familienmanagement berufstätiger Eltern schwebt zudem in kritischen Situation als Damoklesschwert die drohende Trennung der Ehepartner - überwiegend ausgelöst von den Frauen – verbunden mit einem wenig thematisierten, radikalen Einschnitt für das weitere Leben des Kindes.

Der große Frust

Die in letzter Zeit zunehmend kritischen Online - Beiträge überregionaler Printmedien (beispielsweise FAZ, ZEIT, SPIEGEL) offenbaren: staatliche Propaganda vermochte es nicht, die Eltern zu einem Rollentausch zu bewegen, mit der Ausnahme vorwiegend freiberuflicher Eltern. Die kritischen Beiträge berichten über Phänomene wie „Burn Out“ - Phänomene, herrührend aus einer möglichen kontinuierlichen Überforderung von Vater und Mutter, allem und jedem gerecht zu werden.

Die kognitive Dissonanz zwischen Wunsch (geäußert in Umfragen) und Handeln (in realiter) zeigt zwei Welten:

  • Die widerspruchsfreie „schöne neue Welt“ staatlicher Propaganda, die Welt der „immer-mehr“ – Mantras mit Vorzeigefamilien in Hochglanzbroschüren und

  • Die reale Welt, in der Familien einen nervenzerrenden Zeit- und Finanzmanagement versuchen, halbwegs über die Runden zu kommen.

Regierungsfreundliche Studien („GenderStudies“) bzw. Umfragen versuchen, fehlende Erfahrungen und Vorbilder für den Rollentausch zu verschleiern, anstatt die gefrusteten Familien in ihren Sorgen und Nöten ab zu holen. Frust gilt als tabu.

Die Erkenntnis der meisten Autorinnen bzw. Zweiflerinnen liegt deswegen auf der Hand: es scheint letzten Endes nur um ein „entweder/oder“ in jungen Familien zu gehen: entweder steht in den ersten zwei bis drei Jahren des Kindes die Sorge um das Kind im Mittelpunkt, oder die Frau (und ihr Partner) verzichtet auf Familie. Je geringer das Familieneinkommen, um so mehr wird diese Entscheidung allerdings auf Basis des verfügbaren Netto-Familieneinkommen entschieden. Seltsamerweise findet dabei der allgemeine Kosten/Ertrags Vergleich beim Wiedereinstieg der Mutter wenig Beachtung: Häufig entspricht das Netto- Teilzeiteinkommen in etwa der Fixkostensumme monatlicher Autokosten inklusive KiTa Gebühren……

Mann/Frau im gesellschaftlichen Prozess

Der bundesweite, staatliche verordnete Versuch eines Rollentausches und die drauffolgende Frustphase junger Eltern legen die Vermutungen nahe:

  • Familienpolitik, konkreter: die Vereinbarkeit, kann nicht (top down) verordnet werden

  • Das Rollenspiel Mann/Frau bzw. Vater/Mutter ist seit eh und je das Ergebnis persönlicher Arrangements und eines gesellschaftlichen Prozesses (bottom up).

Zukünftige Familienpolitik muss wieder Teil eines gesellschaftlichen Prozesses werden, eines Prozesses, der auch die wirtschaftliche und kulturelle Wirklichkeit für die Familien abbildet. Auf diese Weise kann sich ein neues – individuell geprägtes - geschlechterpolitisches Arrangement zwischen Mann und Frau (Gerhard Amendt) entwickeln. Der staatliche Einfluß sollte dazu ein Angebot von Leitplanken liefern. Sie stellen die kindliche Frühbetreuung in der Familie und ein berufliches Wiedereinstiegsprogramm für die Mutter sicher. Eine solche Rollenteilung von Mann und Vater, sowie zwischen Frau und Mutter, wird damit wieder ein Teil der Natur des Menschen. 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: dw-seneca

Tja, gegen die Instinktmuster, die sich in Millionen von Jahren gebildet haben, und die für das Überleben einer Spezies essentiell sind, haben die wenigen Jahre Terror gegen die Frau als Hausfrau und Mutter keine Chance.
Also hört auf, die Jungen und Mädchen in eine Rolle zwingen zu wollen, die nicht paßt, und die nur zu psychischen Problemen führt.

Leider ist der Weg zur Doppelbelastung einer Mutter eine Einbahnstraße, denn jede arbeitende Mutter bringt dem Staat tausende von Euro (im Durchschnitt 40.000 pro Jahr). Auf dieses Geld kann der Staat natürlich nicht verzichten. Außerdem reicht ein Gehalt von Ausnahmen abgesehen schon lange nicht mehr für eine komplette Familie. Tja, es lebe der Sozialismus.

Gravatar: Michaela Wingen

Niemand kann einem die Jahre die man mit seinen Kindern gelebt hat und Zeit für sie hatte ersetzen. Es ist wirklich erschreckend wie es sich durchgesetzt hat Kinder im Kleinkindalter fremdbetreuen zulassen und das auch noch als Fortschritt zu loben. Ich bin um jedes Jahr froh dass ich mit meinen Kindern Zuhause verbracht habe. Ich mußte auch keinen Arbeitgeber fürchten der meine Kinderwunsch kommentiert.
An alle jungen Familie ,Mütter sind unersetzlich, laßt euch nicht die schönen Jahre mit euren Kindern nehmen.
Arbeiten kann man noch lange genug wenn die Kinder selbstständig werden . Niemand liebt die Kinder so wie es Eltern tuen, gebt das Recht auf elterliche Sorge nicht an eine seelenlose Sozialindustrie ab. Es lohnt sich.

Gravatar: Andi

Die Natur ist glücklicherweise doch stärker als Propaganda und Gehirnwäsche. Ich habe auch noch ein tolles Beispiel, bei uns im Maschinenbau Betrieb. 1989, als ich die Lehre anfing: Bis auf 2 Mädels alles Andere Jungens. Heute 2016, gleiches Bild. 2 Mädels, der Rest Jungens. Trotz Girls Day und was weiß ich nicht Alles. Also, die Natur lässt sich nicht weg reden, genauso wenig, wie z.B. auch die Physik. Auch wenn sich Jemand 40 Jahre lang jeden Tag einreden würde: "Ich kann fliegen", könnte Er Es trotzdem NICHT. Und das ist auch gut so.

Gravatar: Hebel

Nur die Mutter kann die optimale kognitive Initialzündung für ihr Kind in den ersten Lebensjahren geben. Wenn dies infolge zu früher Fremdbetreuung immer weniger gegeben ist, ist zu befürchten, dass der wichtigste Schatz, den Deutschland besitzt, nur ungenügend sprachlich und kognitiv entwickelt vorliegen wird. (Siehe Ärztereport der Barmer Ersatzkasse vom Januar 2012 mit bereits jetzt schon ca. 40% sprachgestörten Kindern im Alter von 5 - 6 Jahren (Gründe: Zunahme Tagesmütter: 2006 ca. 14%, bereits 2010: 23%;; enorme Lärmpegel in Kitas); logopädische Behandlungskosten etwa 1 Milliarde Euro).
Bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig ist, zumal in diesem Zeitraum zumindest zwei kürzere Phasen besonders begierigem Sprechlernen des Kleinkindes individuell verschieden auftreten [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014, ISBN 978-3-9814303-9-4]

Gravatar: Ulrike

Guter Kommentar, dw-seneca!

Gravatar: Baglafecht

Es gab einmal,eine Zeit, da definierte sich der soziale Status einer Frau dadurch, ob sie verheiratet war oder nicht. Eigenständigkeit gab es nicht, Selbstbestimmung schon gar nicht. Wer nicht als alte Jungfer enden wollte, als unbezahlte Hilfs- und Pflegekraft innerhalb der Familie, der brauchte einen Ehepartner. Wenn alles gut ging, brachte man es gemeinsam zu Wohlstand; wenn es nicht so gut lief, blieb der Frau als letzte Zuflucht nur der Weg ins Wasser. Der Kampf für Gleichberechtigung hat letztendlich dazu geführt, daß es jetzt Männer und Männinnen gibt; der Betriebsmodus "Mutter" gilt als nicht mehr zeitgemäß und Kinderbetreuung wird "outgesourct". Mir kann keiner einreden, daß die Gesellschaft jetzt besser funktioniert oder daß die Menschen dadurch glücklicher geworden sind, die Kinder sind es jedenfalls nicht. Da versucht man, eine Entwicklung immer weiter zu differenzieren, deren ursprüngliches Ziel schon längst aus den Augen verloren wurde: politisch das allgemeine und gleiche Wahlrecht, juristische Gleichbehandlung und Zugang zu allen Bildungswegen. In einer Familie ist die Mutter unersetzlich, das ist so, und das ist bei allen Säugetieren gleich. In der Arbeitswelt gibt es für jeden Erwerbstätigen schnell Ersatz, mit gleicher Qualifikation. Wir alle sollten dankbar sein daß Frauen heute sebst entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten. Heute haben sie die Wahl, das ist der Unterschied zu früher. Unsere Aufgabe heute ist nicht, letzte geschlechtliche Unterschiede einzuebnen sondern verhindern, daß den Frauen diese Wahlmöglichkeit wieder genommen wird: indem sie sich verhüllen sollen, indem ihnen verboten wird, bestimmte Orte aufzusuchen, einen Beruf zu erlernen und auch auszuüben, indem sie von einem gleichberechtigten Subjekt zum Besitzstand eines Mannes degradiert werden. Grün ist die Farbe des Propheten, also überlegt Euch gut, wen Ihr wählt und was Ihr haben wollt!

Gravatar: Ralf Renders

Die beste Familienpolitik ist keine Familienpolitik. Familien bilden sich ohne Zutun staatlicher Bevormunder. Das ist reine Geldverschwendung. Daher: Auflösung des Bundesministerium für Familie, Frauen und Gedöns.

Gravatar: Michael Bloch

Ein sehr guter Artikel, der aber das wichtigste Problem unserer Zeit nicht thematisiert: die Kinderlosigkeit, politisch korrekt auch als "demografischer Faktor" bezeichnet. Die Geburtenrate hat sich in den letzten 40 Jahren halbiert; Deutschland ist das kinderärmste Industrieland der Erde. Mit nur halb so viel Nachwuchs werden sich die Wirtschaftsleistung und auch die Renten in absehbarer Zeit ebenfalls halbieren. Genau diese Kinderlosigkeit ist die Ursache für die drohende Altersarmut, doch kein Politiker hat den Mut, das auszusprechen.
Um die Bevölkerungszahl zu halten, sind im Schnitt drei Kinder pro Familie nötig: zwei als Nachkommen für die Eltern und eins zum Ausgleich für Kinderlose. Doch drei Kinder machen so viel Arbeit, dass ihre Erziehung nicht mal eben nach Feierabend erledigt werden kann: Familienarbeit ist richtige Arbeit, die sehr viel Zeit kostet.
Das "Vereinbarkeits-Konzept" geht nur bei kleinen Familien mit maximal zwei Kindern, zum Erhalt der Bevölkerungszahl sind aber viele große Familien mit drei und mehr Kindern nötig. Allein das zeigt, dass die "Vereinbarkeit" der völlig falsche Weg ist - und auch die Ursache für den aktuellen Bevölkerungsschwund. Daher muss das Motto lauten "Familie als Beruf" statt "Familie und Beruf". Die Politik der Zukunft muss Familien bei Steuern und Sozialabgaben so entlasten, dass die Familien wieder von einem Einkommen leben können, damit der andere Partner die Familienarbeit leisten kann. Das ist der einzige Weg, um auch das Rentensystem wieder zu stabilisieren.

Gravatar: mah

Sehr guter Artikel und auch sehr inhaltsreiche Kommentare. Hat man auch nicht jeden Tag.
Genau solche Leute aus "der Mitte der Gesellschaft" sollten das Ruder in Berlin übernehmen. Das können sie aber nicht, weil sie eben mit Brötchenverdienen und Kinderaufzucht beschäftigt sind.
In diese Berliner Spitzenpositionen gelangen daher immer nur Leute, die komplett anders gestrickt sind
und dann wundern wir uns, was die da tun.
Wie wäre es denn mit folgendem Vorschlag: Niemand, der nicht Mutter oder Vater ist, ist wählbar für den Bundestag.
Zugegeben radikal.
Und?
Wir hätten dann immerhin Leute im Parlament, die wissen, wovon sie reden.
Das wäre ja schon mal ein mächtiger Fortschritt gegenüber der derzeitigen Situation.

Wie? Das wäre ja ein mächtiger Rückschritt zu den Räten der alten Männer?

Ehm - ja das wäre es.
Wenn Sie denn die demokratische Wahl von A.H. oder die getürkten Wahlen von H. Clinton oder wer immer da gewinnen mag für die bessere Variante halten - dann viel Glück.

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