Vom Profisport lernen

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Vom Profisport lernen
Datum: 24.11.2009, 14:44

werden können.

So wird zwar als Lösung unserer Bildungsprobleme das Modell des „längeren gemeinsamen Lernens“ gepredigt, vom „längeren gemeinsamen Trainieren“ spricht jedoch niemand.  Denn offensichtlich hätten die begabteren Sportler nichts davon.  Wessen Name heute auf Weltranglisten steht, der ist schon sehr früh von jenen getrennt worden, bei denen es nur für die Kreisklasse reicht.  Denn die wichtigsten Grundlagen für späteren Erfolg sind:

1.    Entsprechende, angeborene Fähigkeiten
2.    Disziplin
3.    Individuelle Förderung

Und zwar in dieser Reihenfolge.  Egal, ob es um Mozart, Einstein oder Podolski geht:  Ohne bestimmte genetische Voraussetzungen sind keine Höchstleistungen möglich – auch mit noch so viel Förderung nicht.  Deshalb dürfen bei der Debatte um Bildung und Schulstrukturen nicht die Begabten vergessen werden.  Wäre Mozart ein besserer Musiker geworden, hätte er  im Schulchor mitsingen müssen?  Hätte Podolski alle seine Tricks im Schulsport lernen können?

Schwächere Schüler im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu fördern und auch ihr Potenzial voll auszureizen ist selbstverständlich wünschenswert – es darf aber nicht auf Kosten der stärkeren Schüler gehen.  Im Prinzip ist individuelle Förderung auch in einem Gesamtschulsystem möglich – allerdings nur dann, wenn der Unterricht nicht in allen Fächern gemeinsam stattfindet, auch die übliche Trennung in zwei unterschiedliche Niveaus dürfte kaum ausreichend sein (überlegen Sie mal, wie viele Fußballligen es gibt...) .  In jeder US-amerikanischen Grundschule existieren Programme für hochbegabte Schüler, in denen diese getrennt unterrichtet werden.   Ein eher an Kursen als an Klassen orientiertes Schulsystem auch schon vor der Oberstufe würde den Vorteil bieten, das Schulen individuellen Stärken besser gerecht werden könnten – wer ein hervorragender Mathematiker ist, kann schließlich trotzdem Schwierigkeiten mit Fremdsprachen haben oder umgekehrt.  Erst die gegebenen Fakten anzuerkennen, gibt uns die Freiheit ideologiefrei die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Auch im wirtschaftlichen Bereich bietet sich die Sportmetapher an.  Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, in der freien Marktwirtschaft ginge es darum, den Schiedsrichter, der symbolisch für den Staat steht, zu schwächen oder abzuschaffen.  Der Schiedsrichter wird jedoch aus gutem Grund auch „Der Unparteiische“ genannt.  Es ist zwar seine Aufgabe, die Einhaltung der für einen fairen Spielverlauf erforderlichen Regeln zu überwachen, nicht jedoch gleichzeitig Trainer oder Manager eines Teams zu sein.  Hier wie dort gilt:  Für den Spielablauf nicht notwendige Regeln würden stören und zu Verzögerungen führen und ein einseitiger Eingriff des Schiedsrichters kann nur auf Kosten anderer erfolgen.   Nur im freien Spiel, kann sich die bessere Mannschaft durchsetzen.  Wer das verhindert, sorgt nur dafür, dass am Ende alle verlieren.  Denn wer will nicht die beste Mannschaft gewinnen sehen, das beste Auto fahren und die bestmögliche Bildung erhalten?  Die Alternative wäre die Mannschaft, die der Schiedsrichter bevorzugt, das am höchsten subventionierte Auto und eine schlechtere Bildung, die einem naturwissenschaftlich nicht haltbaren Gleichheitsideal huldigt.

Sven von Storch

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