Vererbungslehre_ Use or lose it!
Vererbungslehre_ Use or lose it!
Datum: 08.09.2010, 21:03
Das heißt aber nicht, dass Sie alles was in unserem Leben passiert, auf unsere Gene schieben sollten. Bei Lernprozessen, werden Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen in unserem Gehirn angelegt, sogenannte Synapsen. In unserer Kindheit entstehen viele dieser Verbindungen auf Verdacht. Etwa ab dem 10. Lebensjahr greift dann massiv das Prinzip „Use or lose it“ - was nicht benutzt wird, verkümmert oder wird wieder abgebaut. „Übung macht den Meister“ wissen Volksmund und Neurowissenschaft gleichermaßen.
Wenn man die Diskussion um das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen also schon auf einer naturwissenschaftlichen Ebene führen will, sollte man das „Use or lose it“-Prinzip berücksichtigen. Wenn zum Beispiel Mädchen Schwimmunterricht verweigert wird, werden die Synapsen dafür auch nicht angelegt. Das ist für die Betroffenen nachteilhaft und auch für die Gesellschaft, in der sie leben, die so unter Umständen auf Talente verzichten muss, weil diese nicht gefördert werden. Eine Kultur kann also durchaus der einen über- oder unterlegen sein, was sich vor allem daran festmacht, ob sie Potenzial fördert oder unterdrückt. Die Vorstellung von genetisch minder- oder höherwertigen Volksgruppen ist aber schon aufgrund der massiven genetischen Vermischungen in ganz Eurasien nicht haltbar.
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