Nordkorea und die Berliner Schulpolitik

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Nordkorea und die Berliner Schulpolitik
Datum: 24.06.2010, 09:56

 orientierte Wirtschaftspolitik zu einer besseren Versorgungslage führt, dürfte spätestens seit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums und dem Aufschwung der Tigerstaaten klar sein.  Südkorea, Feind- und Bruderstaat zugleich, macht es seit Jahrzehnten vor.

Dennoch hielt man lange, viel zu lange aus ideologischen Gründen an den alten planwirtschaftlichen Prinzipien fest und verursachte so in den 1990er Jahren eine der schlimmsten Hungersnöte des 20. Jahrhunderts. 

Das Land Berlin ist natürlich nicht Nordkorea.  Doch auch in der Berliner Schulpolitik hört man doch immer wieder mit besonders hoher Lautstärke jene Stimmen, die lieber aus ideologischen Gründen an gescheiterten Konzepten (Zusammenlegung, der ersten bis dritten Klassen, Abschaffung des Gymnasiums, Quotenregelungen) festhalten bzw. diese ausbauen wollen, statt sich an den Ländern (wie Bayern oder Baden-Württemberg) zu orientieren, die die besten Ergebnisse erzielen. 

Und wenn die „Financial Times Deutschland“ eine Sammlung von Pressestimmen veröffentlicht, in denen in erster Linie die angeblich größere Chancengleichheit in Berlin gelobt wird, fragt man sich, doch, was für eine Chancengleichheit das sein soll.   Denn wenn sich der Abschluss von jemandem Abitur nennt, derjenige aber nicht über die Fertigkeiten verfügt, die von Abiturienten erwartet werden, hat er auch nicht die gleichen Chancen (so oder so eine Illusion, man kann höchstens so etwas wie eine „Leistungsbelohnungsgleichheit“ anstreben und Leuten, die in irgendeiner Form benachteiligt sind, kann man zum Beispiel mit Förderunterricht helfen, nicht jedoch mit Bevorzugung durch Quoten).  Oder würden Sie einen Elektriker rufen, dem man aufgrund derartiger Überlegungen einen Gesellenbrief verliehen hat, der aber keine Kabel verlegen kann?

Sven von Storch

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