Mogelpackung CDU
Mogelpackung CDU
Datum: 25.06.2009, 17:30
Glauben Sie, dass ein drei Monate altes Kind in der Fremdbetreuung besser aufgehoben ist als bei seiner Mutter? Halten Sie Vätermonate für eine legitime Regulierung des Familienlebens und wünschen Sie sich die Einführung von islamischem Religionsunterricht in Deutschland? Dann wählen Sie doch am besten CDU.
Verantwortung
Keine Partei interessiert sich so wenig für die Wünsche der eigenen Wähler wie die Christdemokraten. Oft wird sich mit EU-Richtlinien oder anderen internationalen Verpflichtungen entschuldigt. Das zeigt aber letzten Endes nur, dass die CDU-Entscheidungsträger noch nicht einmal die Verantwortung für Ihr Handeln übernehmen wollen - ein problematisches Verhalten für Menschen, die sich in einer Position befinden, in der sie so großen Einfluss auf das Leben anderer haben wie es bei Politikern der Fall ist. Es passt jedoch gut zum Umgang mit Leuten aus den eigenen Reihen, die sich Angriffen des politischen Gegners ausgesetzt sehen. Besonders unrühmlich ist hier für die CDU die Geschichte von Peter D. Krause, der 2008 ursprünglich als thüringischer Kultusminster vorgesehen gewesen war.
Feigheit
Krause, der in der DDR aus politischen Gründen schikaniert worden war, wurde von SPD und Linkspartei angegriffen, weil er nach dem Mauerfall ein paar Monate für die "Junge Freiheit" gearbeitet hatte.
Krause, in dessen Artikeln man keinen einzigen inhaltlichen Angriffspunkt fand und der seine Mitarbeit bei der Jungen Freiheit lange zuvor beendet hatte, wurde fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel und erklärte schließlich "freiwillig" seinen Verzicht auf das angestrebte Amt.
Identifikation
Der immer größer werdende Unterschied zwischen CDU-Wählern und CDU-Politikern wird auch in der Führungsriege der Partei immer deutlicher. Claudia Roth mag nicht für jeden ein Vorbild an Kompetenz und Weitsicht sein, doch viele Wählerinnen der Grünen können sich mit ihr identifizieren. Ob für Ursula von der Leyen und die Wählerinnen der CDU dasselbe gilt, ist fragwürdig.
Fazit
Die Talfahrt der CDU wird derzeit nur von den Misserfolgen der SPD kaschiert. Doch etwas langsamer zu fallen als der Nebenmann ist auf dem Weg nach unten ein schwacher Trost - Entweder man findet gerade noch rechtzeitig einen Halt oder man wird am Boden zerschmettert.
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