Gleich, gleicher, am gleichesten
Gleich, gleicher, am gleichesten
Datum: 13.02.2009, 16:52
An den bei sehr vielen Stellenausschreibungen üblichen Satz "Bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt eingestellt", haben wir uns inzwischen gewöhnt. Während aber hier immerhin noch von "gleicher Qualifikation" die Rede ist, sollen jetzt die Einstellungsvoraussetzungen für bestimmte Gruppen - im aktuellen Beispiel Migranten - objektiv gesenkt werden. Als "positive Diskriminierung" werden derartige Maßnahmen hin und wieder bezeichnet - ein Widerspruch in sich, denn natürlich handelt es sich um ganz normale Diskriminierungen. Der einzige Unterschied ist, dass in diesen Fällen den Diskriminierten der Opferstatus aberkannt wird.
Es mag nun bei der Polizei einen gewissen Bedarf an Beamten geben, die sich in ausländischen Kulturkreisen auskennen, damit dort erfolgreich ermittelt werden kann. Daher ergibt es unter Umständen durchaus Sinn, solche Spezialkenntnisse bei Bewerbern positiv zu berücksichtigen. Wenn aber Grundvoraussetzungen für die Einstellung nicht erfüllt werden, wie sollen dann diese Bewerber ihren Beruf zufriedenstellend ausüben? Bei der Feuerwehr stellt sich noch vielmehr die Frage nach dem "Wozu?". Der Hinweis von Brandrat Thomas Knauer im "Tagesspiegel" auf sprachliche und kulturelle Verständigungsprobleme im Rettungsdienst gibt keine befriedigende Antwort. Denn es kann nicht angehen, dass die Qualität des gesamten Rettungsdienstes darunter leidet, dass einzelne nicht bereit sind, die Sprache des Landes, indem sie leben, zu lernen.
Letzten Endes ist es egal, ob es sich bei Vorschlägen dieser Art um die Einführung von Frauen-, Migranten- oder Sozialquoten oder um vergleichbare Modelle handelt. Immer wird nach dem Motto "Einige sind gleicher" und unter dem Deckmantel der Antidiskriminierung die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppen wichtiger als die tatsächliche Qualifikation. Wer das befürwortet, sollte sich fragen, ob er wirklich will, dass der Arzt, der ihn operiert, der Maurer, der sein Haus baut, der Pilot, der seine Urlaubsmaschine fliegt und der Lehrer, der seine Kinder unterrichtet nicht der jeweils Beste, sondern der angeblich am stärksten Diskriminierte ist.
Quellen:
www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Polizei-Migranten;art126,2700910
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