Eintreten statt Austreten

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Eintreten statt Austreten
Datum: 20.01.2010, 12:50

Besonders auffällig ist die starke Präsenz von linkssozialistischem und radikalfeministischen Gedankengut in den Schulen, in den Kirchen, besonders stark in der Evangelischen Kirche Deutschlands, in den öffentlich-rechtlichen Medien und an den Gerichten.  Es ist aber im Laufe der Jahrzehnte keine einzige Institution verschont geblieben.  Dutschke hatte von Anfang an erklärt,
 
„Heute würden Permanenzrevolutionäre, nicht Wortschwätzer (die Revolutionsdiskussion ist inzwischen von uns als Ersatz für die praktische Arbeit entlarvt worden); die in den Fabriken, in den landwirtschaftlichen Großbetrieben, in der Bundeswehr, in der staatlichen Bürokratie systematisch den Laden durcheinanderbringen, von allen Lohnabhängigen vollkommen akzeptiert werden… Den ,Laden in Unordnung bringen’ heißt nur, die Lohnabhängigen und andere mehr unterstützen, bei ihnen lernen, neue revolutionäre Fraktionen herauszubrechen. Die Permanenzrevolutionäre können immer wieder hinausgeworfen werden, immer wieder in neue Institutionen eindringen: Das ist der lange Marsch durch die Institutionen.“  

Heute ist selbst eine Alice Schwarzer, die mit solchen Äußerungen wie  „Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. (…) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich!" - (Emma Nr. 2/1994, S. 34f; gemeint ist die US-Amerikanerin Lorena Bobbit, die ihrem schlafenden Mann John den Penis abgetrennt hatte)

, von sich Reden gemacht hat, überall ein gern gesehener Gast (GastIn_in?); während eine Erika Steinbach selbst in der eigenen Partei eine „Persona non grata“ ist – obwohl die vielen Wahlerfolge der Union in der Geschichte der Union ohne die Unterstützung der Vertriebenen kaum denkbar gewesen wären.  

Es verwundert daher nicht, dass das massenhaft enttäuschte Konservative und Liberale den Unionsparteien, den Kirchen (wobei das natürlich auch eine Glaubensfrage ist) und anderen Institutionen den Rücken kehren.  Hin und wieder setzen ein paar ihre Hoffnungen auf eine Parteineugründung – und werden immer wieder eines Besseren belehrt, denn diese Parteien werden von niemandem Ernst genommen.

Wer Institutionen in seinem Sinne formen will, darf sie nicht verlassen.  Im Moment des Austritts wird jeglicher Einfluss aufgegeben.  Nur wer standhaft bleibt, wer es schafft Mobbing, Schikanen und ehrverletzende Angriffe zu ertragen, hat langfristig eine Chance.  Eintreten statt Austreten.

Sven von Storch

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