EZB akzeptiert griechische Staatsanleihen nicht mehr

Alexis Tsipras und sein Finanzminsiter reisen durch Europa, um für einen Schuldenschnitt für Griechenland zu werben. Dabei haben sie schon viel Porzellan zerschlagen.

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Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein Finanzminister Yanis Varoufakis reisen jetzt kreuz und quer durch Europa, um für ihre Pläne zu werben (siehe ‘Griechenland will Schuldenschnitt anders nennen’). Doch sie haben innerhalb weniger Tage schon viel Porzellan zerschlagen (siehe‘Stolze Griechen lehnen neuen Milliardenkredit ab’). Gestern hat Herr Varoufakis in Frankfurt den EZB-Präsidenten Mario Draghi besucht, aber ihn offensichtlich nicht überzeugen können. Denn am Abend wurde mitgeteilt:“EZB zieht Zügel an”.

Ab nächster Woche dürfen griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheiten für Kredite bei der EZB eingesetzt werden, was vor allem die griechischen Banken hart treffen würde. Eigentlich war die Qualität der griechischen Staatsanleihen dafür ohnehin zu niedrig, doch die Verhandlungen mit der Troika wurden bisher als Rechtfertigung für eine Ausnahme herangezogen. Da die neue griechische Regierung diese Verhandlungen einseitig aufgekündigt hat, gilt die Ausnahme nun nicht mehr. Allerdings darf die griechische Zentralbank mit Notfallkrediten einspringen, so dass die unmittelbaren Folgen noch nicht so groß sind. Aber die EZB könnte der griechischen Zentralbank auch diese Erlaubnis entziehen. Dann steht Griechenland quasi ohne Geld da und der Grexit wird fast unausweichlich. Morgen hat allerdings Herr Varoufakis noch die Möglichkeit, Herrn Schäuble dazu zu überreden, unsere Portemonnaies weiter zu öffnen.

Beitrag erschien auch auf: alexanderdilger.wordpress.com

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: MAX

Nachdem die EZB genug griechische Schrottanleihen gekauft hat ,
wird uns nun diese neue Massnahme als Heilsbringer verkauft.
Dieser Aufkauf von Schrottpapieren war immer ein Verstoss
gegen die Richtlinien der EZB.
Griechische Staatsanleihen sind das Papier nicht wert , auf dem sie gedruckt wurden und werden.

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