Der Frieden von Münster trägt heute Uniform.

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Einführung

Die NATO soll heute in Münster den Westfälischen Friedenspreis erhalten. Die Wahl des Preisträgers stellt eine alte, zugleich dringliche Frage: Welche Rolle spielt militärische Stärke bei der Sicherung des Friedens?

Im historischen Rathaus von Münster soll heute ein Militärbündnis einen Friedenspreis entgegennehmen. Der Schauplatz hat Gewicht: In dieser Stadt wurde einst über das Ende des Dreißigjährigen Krieges verhandelt. Generalsekretär Mark Rutte vertritt die NATO, Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Laudatio. Stadt Münster – Preisverleihung

Am Morgen liegt die Verleihung noch vor uns. Das Programm sieht auch einen Besuch beim deutsch-niederländischen Korps und Gespräche zwischen Rutte, Merz und dem niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten vor. Die öffentlichen Auftritte sind für den Nachmittag angekündigt. Bundesregierung – Termin 1. Oktober NATO – Besuch in Münster

Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe würdigt die NATO für Stabilität, Zusammenarbeit und transatlantische Partnerschaft. Ihre Begründung verbindet militärische Stärke mit der Verhinderung von Krieg. Gerade diese Verbindung verdient eine genaue Betrachtung. WWL – Friedenspreis 2026

Das Gedächtnis der Stadt

Der Westfälische Frieden von 1648 wurde in Münster und Osnabrück ausgehandelt. Seine historische Bedeutung liegt in Verhandlungen zwischen verfeindeten Mächten und einer neuen Ordnung ihres Zusammenlebens. Der 1998 geschaffene Preis trägt diese Erinnerung in die Gegenwart. Stadt Münster – Preisverleihung

Die damaligen Verhandlungen fanden in einer vom Krieg erschöpften Welt statt. Politische und religiöse Gegensätze brauchten Regeln, denen die Gegner zustimmen konnten. Geschichte erinnert daran: Macht erzeugt Druck, eine Vereinbarung gibt dem Ergebnis Dauer. Stadt Münster - Preisverleihung

Der Name des Preises richtet daher eine Frage an seinen heutigen Empfänger. Welche Gestalt hat Frieden in einer Zeit, in der Europas Sicherheit auch auf Soldaten und Waffen beruht? Eine Antwort braucht Verteidigung und ein politisches Ziel.

Münster zeigt den Vergleich in seinen eigenen Mauern. Das Rathaus erinnert an Verhandlungen, der heutige Besuch beim Korps an Bereitschaft. Beides gehört zu Europas Geschichte der Sicherheit. Bundesregierung - Termin 1. Oktober Stadt Münster - Preisverleihung

Artikel 1 des Nordatlantikvertrags verpflichtet die Mitglieder zur friedlichen Beilegung internationaler Streitigkeiten. Artikel 5 beschreibt die gemeinsame Hilfe nach einem bewaffneten Angriff. Die Allianz verbindet damit das Gebot friedlicher Konfliktlösung mit der Fähigkeit zur kollektiven Verteidigung. NATO - Nordatlantikvertrag

Vertrag und Abschreckung

Abschreckung beruht auf der Annahme, dass die Kosten eines Angriffs seinen erwarteten Gewinn übersteigen. Glaubwürdige Zusagen und verantwortliche Entscheidungen tragen dieses Kalkül. Jede öffentliche Erklärung besitzt deshalb neben einer militärischen auch eine politische Wirkung.

Für kleinere europäische Staaten bedeutet das Bündnisversprechen eine konkrete Garantie. Ihr Gebiet und ihre eigenen Streitkräfte würden allein einen engeren Raum für Verteidigung setzen. Gemeinsame Planung verändert die Rechnung jedes möglichen Angreifers.

Die Veranstalter nennen die Aufnahme Finnlands und Schwedens als freiwillige Partnerschaft souveräner Staaten. Dieses Argument betont das Recht eines Landes, seine sicherheitspolitische Bindung zu wählen. Jede Erweiterung verändert zugleich das strategische Umfeld Europas. WWL - Friedenspreis 2026

Ein Friedenspreis verlangt allerdings mehr als wirksame Verteidigung der Mitglieder. Er fragt auch, wie aus Bereitschaft Raum für Diplomatie entsteht. Streitkräfte können Zeit gewinnen; die politische Führung muss wissen, wofür sie diese Zeit nutzt.

Die Jury verweist auf den langjährigen KFOR-Einsatz im Kosovo. Sein Mandat beruht auf der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates, die Mission besteht seit Juni 1999. Das ist ein konkreter Sicherheitsauftrag, dessen Ergebnis sich auch am Leben der Zivilbevölkerung misst. WWL - Friedenspreis 2026 NATO - KFOR-Mission

Zwei Vorstellungen vom Frieden

Die zivile Friedensbewegung betont eine andere Seite der Gleichung. pax christi Münster hat für heute zum Protest gegen die Auszeichnung der NATO aufgerufen. Dieser Einspruch gehört zur öffentlichen Debatte darüber, wen eine Gesellschaft als Friedensstifter ehrt. pax christi Münster – Protestaufruf

Der Protest ist angekündigt; sein Verlauf wird sich erst im Laufe des Tages zeigen. Neben der Zeremonie werden Stimmen hörbar, die Abrüstung und zivile Wege in den Mittelpunkt rücken. Die Stadt gibt beiden Positionen denselben Tag und denselben Platz. pax christi Münster – Protestaufruf

Die eine Sicht erkennt in der NATO einen Schutz vor Krieg. Die andere fürchtet, dass eine Auszeichnung des Militärbündnisses die Aufmerksamkeit von Verhandlungen abzieht. Eine ernsthafte Betrachtung nimmt die Gründe beider Seiten auf.

Die Veranstalter vergeben zugleich den Jugendpreis an socioMovens. Die Arbeit mit jungen Menschen aus Europa zeigt Frieden als Beziehung zwischen Gesellschaften. Diese Dimension steht neben strategischen Karten und militärischer Planung. WWL – Friedenspreis 2026

Im Alltag zeigt sich Frieden in sicheren Schulen, offenen Wegen und Zeit für Arbeit. Menschen erleben ihn als Möglichkeit, ihre Zukunft zu planen. Politik muss Sicherheitsstrategien deshalb in verlässliche Lebensbedingungen übersetzen.

Preis und Verantwortung

Merz’ Laudatio wird auch eine politische Rede über Europas Sicherheitsordnung sein. Die Veranstalter geben dem Preis damit eine Bedeutung über den Festakt hinaus. Seine Worte lassen sich nach der Rede beurteilen. Bundesregierung – Termin 1. Oktober

Eine öffentliche Auszeichnung schafft einen öffentlichen Anspruch. Der Preisträger muss sich am Umgang mit Verbündeten, dem Völkerrecht und Gesprächsmöglichkeiten messen lassen. Auf diese Weise wird aus Anerkennung Verantwortung.

Der Preis ist zwischen Haupt- und Jugendpreisträger geteilt. Das eröffnet einen hilfreichen Blick: Sicherheit braucht Institutionen und eine Generation, die zur Zusammenarbeit fähig ist. Gesellschaftliches Vertrauen entsteht lange vor der nächsten Krise. Stadt Münster – Preisverleihung

Die Erinnerung an Westfalen bleibt gerade durch die Spannung zwischen Stärke und Verständigung lebendig. Die Geschichte zeigt die Mühe des Verhandelns, die Gegenwart prüft die Glaubwürdigkeit der Verteidigung. Europäische Politik braucht beide Fähigkeiten zur richtigen Zeit.

Die Frage des Tages

Die heutige Feier wird Bilder, Reden und Reaktionen erzeugen. Dauerhafter wirkt sie, falls sie eine redliche Debatte über Verantwortung für den Frieden anstößt. Eine Ehrung ersetzt keine Strategie.

Goldmanns Frage gilt den politisch Verantwortlichen: Wie machen sie aus militärischer Bereitschaft Berechenbarkeit, Gespräche und Sicherheit für Menschen? Auch die angekündigten Demonstranten haben das Recht, diese Frage zu stellen.

Die NATO erhält heute in Münster einen Preis mit historischem Namen. Den Wert dieser Ehrung zeigen künftige Entscheidungen, die Krieg verhindern und Wege zur Verständigung öffnen. Kann Europa beide Ansprüche zusammenhalten?

Quellen:

Sven von Storch

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Blog-Kommentare

Nato und "Friedenspreis" ???

Das ist ja der reinste Hohn! Die Nato als Hauptinstrument der USA.

Die Nato als Bollwerk in Europa zur Nato-Ost-Erweiterung und ständige Provokation gegen Russland um einen Krieg zu provozieren?

Krieg an der Ostflanke spielen, Schiffe kapern, Schiffe bedrohen, Kaliningrad als Ziel markieren?

 

30. September, 20:08 Uhr
NATO-Chef bestätigt Erhalt russischer Warnung vor potenzieller Kaliningrad-Blockade
Mark Rutte rief die baltischen Staaten auf, ihre Sorgen zu beenden, und die NATO-Mitglieder dazu auf, die Ukraine weiterhin zu unterstützen und in Waffen zu investieren.
BRÜSSEL, 30. September (TASS). NATO-Generalsekretär Mark Rutte bestätigte, dass das Bündnis von Russland eine Warnung erhalten habe, dass es sein gesamtes Arsenal, einschließlich Atomwaffen, einsetzen werde, falls die NATO versuchen sollte, eine Luft- oder Seeblockade gegen die Region Kaliningrad zu verhängen.

„Ich darf nicht offenlegen, was sie uns geschickt haben, aber das ist im Wesentlichen das, was sie berichtet haben“, sagte Rutte auf dem Euronews Defense and Space Summit 2026 in Brüssel.

Gleichzeitig rief er die baltischen Staaten zur Ruhe auf und forderte die NATO-Mitglieder auf, die Ukraine weiterhin zu unterstützen und in Waffen zu investieren. Der NATO-Generalsekretär bekräftigte, dass die NATO ein Verteidigungsbündnis sei.

Rutte merkte außerdem an, dass er keine Bedrohung durch Russland sehe.

(Das sehen Deutsche Politiker auf den Spuren des III-Reiches aber anders)

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Mittwoch, dass die russischen Strategiepapiere eine nukleare Antwort auf jegliche Versuche einer Blockade der Region Kaliningrad vorsehen und dass russische Diplomaten die Hitzköpfe in Europa genau daran erinnern.

Zuvor hatte die russische Botschaft in Brüssel mitgeteilt, sie habe der belgischen Regierung und dem NATO-Hauptquartier eine diplomatische Warnung zukommen lassen, wonach Brüssels „rücksichtsloses und unverantwortliches“ Vorgehen „das Risiko eines direkten bewaffneten Konflikts“ mit Russland „erheblich erhöht“. Die Botschaft warnte zudem, Russland sei „bereit, sein gesamtes Arsenal zur Verteidigung seines Territoriums einzusetzen, sollten NATO-Staaten versuchen, die Region Kaliningrad zu isolieren“.

Russland schaut sich das Kriegsgerassel der Spinner aus der deutschen Regierung nicht mher lange mit an!

 

"Krieg verhindern und Wege zur Verständigung öffnen. Kann Europa beide Ansprüche zusammenhalten?"

Europa könnte schon, aber die europäischen Knechte der US-globalistischen Kriegstreiber stimmen mit Worten und Taten täglich auf's Neue dagegen.

Und unsere(?) Medien sorgen bei den Unbedarften mit Panikmache oder zumindest mit dem Schüren von Zweifeln dafür, daß die Mehrheit das toleriert.

So titelt ntv heute wieder völlig ins Blaue hinein: "Ukrainischer Geheimdienst: Russland könnte Europa angreifen" ....

Russland hat weder ein Motiv noch die militärische Stärke um Europa bzw. die Nato anzugreifen. Aber die US-Globalisten treiben Europa immer mehr zu kriegerischen Handlungen gegen Russland.

Und die haben das Motiv, sowohl Russland als auch Europa für ihre Weltmachtambitionen zu schwächen - und das auch noch weitgehend auf Risiken und Kosten Europas.

Wann wählt Europa endlich deren landesverräterische Knechte ab? 

Ausgerechnet bei der Veranstaltung zum Westfälischen Friedenspreis hat sich Herr Merz in einer Rede wieder als Sprachrohr der globalistischen Kriegstreiber hervorgetan und völlig realitätsfremd vor einem Angriff Russlands auf den Rest Europas gewarnt - falls die Ukraine fällt.

Ihm fehlen einfach das Rückgrat und die Unabhängigkeit, die fremdbefohlene und für uns so teure und gefährliche Unterstützung der Ukraine zu beenden.

Kein Wunder, daß er nur noch 10% Zustimmung hat - und seine Abnickerpartei befindet sich mit im Sturzflug.

Graf von Henneberg

02.10.2026 | 11:14

Es ist anzunehmen, daß keiner der "Ausgezeichneten" sich mit den Umständen des Westfälischen Friedens und den davorliegenden 30 Jahren auskennt. 

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