Entstellende Kunst

Obelisken gibt es in Deutschland an einigen Orten. Sie erinnern an die deutschen Opfer von 70/71 und 14/18; später kommen noch sowjetischen Toten des Zweiten Weltkriegs hinzu; von einem Obelisken für die gefallenen deutschen Soldaten ist mir nichts bekannt. Diese Ehre widerfuhr nur den sowjetischen Toten.

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Seit kurzem gibt es in Deutschland einen weiteren Obelisk. Er steht auf dem Königsplatz in Kassel und wurde von der documenta bestellt. Gestaltet hat ihn ein in Schwarzafrika geborener US-Amerikaner. Aufgestellt wurde er auf einem zentral gelegenen Platz. Dieser Obelisk erinnert nicht an die Gefallenen eines Krieges - er soll durch ein Zitat aus der Bibel an Flüchtlingsschicksale erinnern. In vier Sprachen heißt es auf den vier Seiten des Obelisk: »Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt«.

Das ist für eine documenta, diese Weihfestspiele staatlicher Subventionskunst, eine ungewöhnlich verständliche Sprache. Üblicherweise braucht es ein Kunststudium deutlich jenseits der Regelstudienzeit um zu verstehen, was ein Künstler dem Betrachter mitteilen will - falls er denn überhaupt etwas mitteilen will. Im Fall des Obelisken ist dagegen klar: Der Bibelspruch soll Mitleid mit dem Flüchtling erregen; dieses Lieblingsgefühl vieler Deutscher.

So weit, so gut. Doch nun hat ein AfD-Stadtverordneter im Kulturausschuss Kassels den Obelisken als »ideologisch polarisierende, entstellte Kunst« kritisiert und damit einen Sturm der Entrüstung bewirkt. Nicht weil er den Obelisk »ideologisch polarisierend« bezeichnet; das ist er auch in den Augen des Künstlers, das soll er sein. Sondern weil der Vertreter der AfD es wagt, die Worte »entstellte Kunst« auszusprechen. Denn »entstellt« erinnert einige wohl an »entartet« und damit wären wir bei der Rede von »entarteter Kunst«, mit der die Nationalsozialisten unliebsame Werke titulierten.

Schon richtig - der Klang der beiden Worte ist ähnlich. Doch »entstellen« steht nach Wiki für »verunstalten, verunzieren, verhunzen, verschandeln, verfälschen, verkehren«; es lässt sich ersetzen durch »deformieren, verstümmeln, verbiegen, verdrehen, verstümmeln«. Eine breite Palette von Worten also - nur haben sie herzlich wenig mit »entarten« zu tun. Zu diesem indizierten Wort heißt es bei Wiki, es stehe für »in negativer Weise von bestimmten Gesetznormen abweichen, sich ausarten, verkehren in etwas Negatives«. Man kann es durch »ausarten, ausufern, degenerieren, verderben« ersetzen; »entstellen« steht nicht in der Liste. Die unterstellte Verbindung besteht also vor allem in den Ohren und Köpfen jener, die sich über den Stadtverordneten echauffieren. Sie sorgen dafür, dass die Sprache der Nazis präsent bleibt.

Aber ist der Obelisk »ideologisch polarisierende, entstellte Kunst«? Verunstaltet, verunziert oder verschandelt er den Königsplatz Kassels? - Schwer zu sagen, denn über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Aber zumindest für viele Bürger passt der phallische Pfeiler ins Zentrum des Runds; eine Eigenschaft, die für fast alle Produkte, die unter dem Titel documenta ausgestellt wurden und werden, notorisch nicht gilt. Kein Wunder, dass die lokale Presse die Höhe des Obelisken herausstellt und ein örtlicher Backwarenhändler ins Schwärmen gerät: »Der zieht aber die Kunden an. Das ist gut.«

Bliebe die Frage, ob der Obelisk verfälscht, verkehrt, verstümmelt, verbiegt, verdreht, oder verstümmelt? Und diese Frage kennt nur eine einzige Antwort: Ja, das macht der Obelisk. Denn es ist ja nicht wirklich die Säule, um die es geht. Es geht um die Message. Es geht um den Spruch aus der Bibel: »Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt«, Matthäus, 25.35.

Schon der scheinbare Internationalismus ist eine Verfälschung. In vier Sprachen wurde der Spruch auf die Seiten gedruckt: Auf Deutsch für die Anwohner Kassels, auf Englisch für die Touristen und dann noch auf Arabisch und Türkisch. Das mag vom US-Amerikaner mit schwarzafrikanischen Wurzeln zukunftsweisend gemeint sein. Allerdings scheint er die Regeln in der Türkei und in arabischen Ländern nicht wirklich zu kennen. In Saudi Arabien ist die Bibel im öffentlichen Raum schlichtweg verboten. Ein Spruch aus der Bibel auf einem Obelisken hätte drastische Folgen. Für die Türkei gilt das gleiche, nur sind die Strafen nicht ganz so dramatisch. Der Spruch verfälscht also ganz sicher die Sicht auf die islamischen Länder. Aber das ist ja nun wahrlich nichts neues.

In der Bibel ist an besagter Stelle von einem Fremden die Rede, von einem Gast. Von einem Flüchtling steht dort kein Wort. Denn Gäste gehen bekanntlich am Ende des Gastmahls; die heutigen Flüchtlinge wollen aber nicht gehen. Sie benehmen sich in den meisten Fällen auch nicht wie Gäste. Das Zitat verdreht daher das Bibel-Zitat. Und wenn man den Kontext in der Bibel hinzunimmt, dass zeigt sich, dass der Sinn der Passage ins Gegenteil seiner Bedeutung verkehrt wird.

Matthäus 25 besteht nicht nur aus dem Zitat. Dort ist auch von klugen und von törichten Jungfrauen die Rede. Und töricht sind die, die sich auf die Voraussicht der klugen Jungfraun verlassen. Sie sind träge und werden zu recht für ihre Trägheit bestraft. Zur Rechtfertigung einer Flucht in reichere Länder der Erde taugt dieses Kapitel aus dem Neuen Testament damit wohl kaum. Sorgt für euch selber, will es sagen. Und die es nicht tun, über die heißt es in der Bibel: »Wahrlich ich sage euch: Ich kenne euch nicht.« 

Wer diese für heutige im Sozialstaat versorgten Ohren schwer verständliche Aufforderung nicht glauben will, dem sei auch gleich den darauf folgende Abschnitt empfohlen. Sein Credo steht in Sätzen: »Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. Und den unnützen Knecht werft hinaus in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern.« (Matthäus, 25.29f) Mit diesen Worten wäre der Obelisk wahrlich ein sinnvolles Mahnmal. Er liest sich als Aufruf fleißig zu sein und nicht von anderer Leute Arbeit zu leben. Hehre Werte aus einer längst vergessenen Zeit.

Aber der Obelisk steht auf der documenta - diesem Sinnbild dafür, wie man von anderer Leute Arbeit sich einen schönen Tag machen kann. Er verfälscht, verdreht und verbiegt. Und er verstümmelt. Der scheinbar so fremdenfreundliche Text droht am Ende jenen, die den Fremden nicht aufnehmen wollen, mit drakonischen Strafen: »Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engel!« Wo der Obelisk scheinbar bedenklich daherkommt, verweist er tatsächlich auf eine Drohung.

Völlig zu recht wird der Obelisk daher als Propaganda bezeichnet. Er steht also durchaus zu recht in der Mitte des Platzes. Wie in vergangenen Zeiten setzt dieser Staat sich hier eine steinerne Marke. Dem Bürger wird die Wahrheit auf einem Obelisken verkündet wie zu Zeiten des Kaisers. Und sie wird genauso entstellt. Ein Obelisk mit einem Mindestmaß an moralischem Anspruch hätte das Bibelzitat auf der einen Seite gezeigt und auf den anderen drei die Namen der Opfer islamischer Mörder, die als Flüchtlinge eingereist sind. Für die anderen reichte der Platz nicht.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Ede Wachsam

Wenn er nicht so grenzenlos dumm wäre, könnte ich mich über den plumpen Beitrag des Users ropow amüsieren. Na ja und wenn man keine blasse Ahnung von Ackerbau und Viehzucht hat, wäre es besser nach dem lateinischen Sprichwort zu handeln: Si tacuisses philosophus mansisses!

Natürlich hat der US Schwarzafrikaner, der sich selbst als Nichtchrist bezeichnet, aber offenbar aus einer Christenfamilie stammt, diesen Text auf dem Freimaurerobelisken völlig verdreht, denn der hat in der Tat mit den hier von Merkel & Co. angelandeten, zum größten Teil muslimischen Invasoren nichts das Geringste zu tun.

Jeshua bezeichnete dort lediglich sein eigenes Volk als "seine Brüder" welche von den "Bocknationen", wie z.B. auch Deutschland nicht nur schlecht behandelt wurden, sondern wir haben sogar sehr viele ohne Grund ermordet. Barmherzigkeit – Fehlanzeige. (Protest ist hier zwecklos, denn was gehen uns die anderen Nationen an, welche sich auch an den Juden über die letzten 2.000 Jahre, ebenfalls als Feinde erwiesen haben, inklusive der großen Kirchen.) Wir haben daher immer nur vor unserer eigenen Türe zu kehren.

Also weiter: Nun scheidet der Weltenrichter auf dem Thron die Bocknationen von den Schafnationen, die es offenbar auch gibt, am Ende dieser Weltzeit (die ist sehr bald erreicht) voneinander und jede bekommt ihren Lohn je nachdem wie sie mit SEINEN Brüdern, den Juden/Israelis umgegangen sind.

Da dies aber mit den knapp 1 % echten Flüchtlingen nicht das Geringste zu tun hat, denn da gelten noch andere Gesetze Gottes für, ist dies Ganze Obeliskengedöns nicht nur eine gewaltige Lüge, sondern auch eine weitere Inszenierung unsere Identität als Christen und Deutsche in Mißkredit zu bringen und letztlich zu zerstören. Es ist Teil der Verfolgung, wie man noch sehen wird. Nun, da Kassel meine Geburtsstadt ist, bin ich voll dafür, dass dieses Lügen-Schandmal so wie auch das Schandmal in Wittenberg, die sog. Judensau an der Stadtkirche, wieder restlos entfernt wird. Kassel hat schon über sich einen griechischen Götzen thronen, und der reicht schon als Fluch für die Stadt völlig aus. Die Geschichte Kassels ist daher alles andere als ein Ruhmesblatt. Wir haben zwar als kleine Gruppen Buße getan, zuletzt am 19.10.2014 mit dem Marsch des Lebens, aber einen Durchbruch gab es nicht, denn die Kirchen waren immer außen vor.

Was folgern wir aus dieser Angelegenheit? Es ist ein Armutszeugnis, dass so wenige Christen ihren Mund auftun, oder gar wissen was diese Bibelstelle wirklich ausgesagt hat.

Zum Schluß noch ein Wort zum User ropow. Natürlich kann auch einer ganzen Nation ihre Schuld vergeben werden, (2.Chr 7,14 wenn sie diese Schuld als solche anerkennt und Buße (Umkehr) tut. Jedoch die, welche auf ihrem Eigensinn beharren, die gehen unweigerlich in die ewige Verdammnis bis hin zu jedem einzelnen Menschen, der Jeshuas Heilstat für gering achtet, ablehnt oder meint im Endgericht ohne diesen Staranwalt Jeshua Erfolg zu haben. Keine Chance sage ich, die Schuldbeweise der Anklage werden in den jeweiligen Angeklagten selbst, erdrückend sein.

Merksatz: Joh 3,36 "Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm."

Um das recht zu verstehen: Alle Menschen sind von Geburt an unter dem "Zorn Gottes" (das ist der Satan, der seit dem 1. Sündenfall auch der Fürst dieser Weltzeit ist, solange bis Jeshua zurück gekommen ist) Besonderen Schutz haben Kinder bis zum 12. Lebensjahr, danach werden sie selbst strafmündig. (O-Ton Jeshua: „Den Kindern gehört das Himmelreich!“ Diejenigen Menschen aber die nicht an Jeshua glauben bleiben unter dem Zorn, solange bis sie Ihre Leben an Jeshua abgeben und von den alten sündhaften Wegen umkehren.

Diese wirklich "Ungläubigen" sind für Gott Tote, denn sie leben nicht indem was Gott unter „Leben“ versteht, sondern existieren nur wie Tiere mit einer Seele ohne Geist, bis sie ihre Leben Jeshua übergeben. Tun sie dies, dann bekommen sie einen besseren Geist, der Wiedergeburt zum wahren leben, nämlich den Heiligen Geist Gottes, eine sehr große Ehre für jeden für uns, als Gnadengeschenk. Der aber ist um Klassen besser als der alte Menschengeist, den die ersten Menschen vor dem Sündenfall hatten und der danach sofort gestorben ist. Danach "lebten" wir alle nicht mehr, sondern wir exisitierten nur noch in der 3-dimensionalen materialistischen Welt ohne den Zugang zum Reich Gottes. Was aber sagt die Schrift zu dem Heiligen Geist, den wir empfangen können und den jeder wiedergeborene Jude und Christ durch das Vertrauen zu Jeshua bekommt?

1. Korinther 2, 9-16
9 Sondern es ist gekommen, wie geschrieben steht (Jesaja 64,3): »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.«
10 Uns aber hat es Gott offenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit.
11 Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als allein der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes.
12 Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist.
13 Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen.
14 Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.
15 Der geistliche Mensch aber ergründet alles und wird doch selber von niemandem ergründet.
16 Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen«? (Jesaja 40,13) Wir aber haben Christi Sinn.

Gravatar: ropow

Dieses Zitat muss man im Zusammenhang mit dem Selektionsprozess („Weltgericht“) sehen, bei dem durch jemanden vorne an der Rampe - zur Verstärkung des Zynismus auf einem Thron sitzend - ehemals freie Menschen „voneinander geschieden werden, wie der Hirt Schafe von Böcken scheidet“ - nach eigenem Gutdünken des Thronenden und mit maximalem Ermessensspielraum:

Die überlebenswürdigen Paradiestauglichen auf der rechten (sic!) Seite - und die Lebensunwerten, für „das ewige Feuer“ (!) bestimmten auf der linken Seite. Und natürlich läßt auch hier der Rampendienst keinen Widerstand der Opfer zu (Matthäus 25.31-46).

Dieses „Kunstwerk“ ist daher nicht „entstellend“ sondern unfreiwillig entlarvend.

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