Maskenpflicht in Theorie und Praxis – eine Posse
Maskenpflicht in Theorie und Praxis – eine Posse
Datum: 17.07.2020, 12:54
Diese Kontroll - Vielfalt hat mitunter seltsame Abwicklungen zur Folge, die fast Satirecharakter haben. Der folgende Fall mag für die vielen ähnlichen Fälle stehen, die bundesweit im Internet zu finden sind:
Ort der Handlung: Ein Bus in einer größeren Stadt mit Maskenpflicht. Ein Fahrgast mit Maske fordert einen anderen Fahrgast auf, seine Maske aufzusetzen. Dieser weigert sich. Der darauf angesprochene Busfahrer weigert sich ebenso, irgendetwas zu tun.
Der Fahrgast beschwert sich daraufhin bei dem kommunalen Busunternehmen. Dieses nimmt den Fahrer in Schutz: Mit dem Lösen der Fahrkarte habe der Fahrgast den Anspruch auf Beförderung, mehr nicht. Außerdem sei die Überwachung der Maskenpflicht nicht Teil der Beförderungsbedingungen. Der Fahrer könne auch nicht feststellen, ob beispielsweise ein medizinischer Grund für das Nichttragen einer Maske vorläge. Kommt es zu Problemen, ist die Polizei durch den Fahrer über die Busleitstelle zu verständigen.
Seitens des noch hinzugezogenen Ordnungsamtes hieß es, die Maskenpflicht werde mit mehreren Kontrollkräften in Zivil überwacht, weitere Maßnahmen wären nicht geplant. Dass Nichtragen einer Maske sei überdies im Sinne eines Verstoßes nicht „bußgeldbewährt“. Das Amt setzte weiterhin drauf, „dass durch den sozialen Druck auf andere Fahrgäste, die Maskenpflicht eingehalten werde“.
Sozialer Druck? Selbstverantwortung des Individuums war mal, heutzutage ist Selbstjustiz, sogar amtlich verordnete, gefragt....... Kontrollblick links – rechts – geradeaus - Zugriff: „Maske!“ Das sind Augenblicke eigener Machtvollkommenheit mit kurzzeitiger Dopaminausschüttung. Befehlsverweigerung? Dann heißt es Nachsetzen.....die weiteren Folgen sind unvorhersehbar. Posse Ende.
Woher kommt diese Hilflosigkeit staatlicher Stellen mit dem Kompetenzen Wirrwarr, und dem Chaos in der Umsetzung ? Hier ein Erklärungsversuch: die fast wöchentlich wechselnden Corona-Expertenmeinungen haben bundesweit sich widersprechende amtliche Verlautbarungen zur Folge. Es fehlt die amtliche Eindeutigkeit zum Maskentragen. Unsicherheit kann dann ganz schnell in Angst umschlagen.
Vor Allem: Wann fällt der Maskenzwang? Zeitpunkt unbestimmt. Diese flexible Zeitangabe war denn wohl Basis für folgende Ausschreibung des Bundeswirtschaftsministeriums (lt. Ärzteblatt v.8.Juni 2020) : Bis Ende Juni 2021 sollen die Produzenten in der Lage sein, jährlich bis zu sieben(!) Milliarden Masken in Filtervlies herzustellen. Welch‘ Wahnsinnsmenge. Das ist “Weltstandard“, so würde das im DDR - Deutsch heißen. „Deutschland – Maskenland“?
Schließlich sollte eine Posse auch einen spaßigen Schluß haben: In Sachsen fand im Frühjahr ein Großversuch mit 2000 Schülern, 500 Lehrer und 24 Haushalten statt – ohne Corona Hygienemaßnahmen. Die Auswertung durch die TU Dresden nach drei Monaten ergab eine Infektionsrate im einstelligen(!) Bereich. Daraus folgerte das sächsische Bildungsministerium: Mit Ferienende wird die Maskenpflicht an sächsischen Schulen aufgehoben.........
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