Die Helden (_) vom AKW Fukushima

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Die Helden (_) vom AKW Fukushima
Datum: 21.03.2011, 14:26

Es ist schon irritierend, wie deutsche  Journalisten die Eigenverantwortung der Männer in der AKW Einsatztruppe herunterspielen. Sie werden z.B. zu „Objekten“ des Missmanagements der Betreiberfirmen des AKWs abgestempelt. Zum anderen gehöre es zum ganz natürliche Verhalten von Menschen in Extremsituationen,  sich immer gegenseitig bei zu stehen. Oder:  „Feuerwehrmänner in Deutschland handeln ebenso, weil es einfach ihr Job ist“, so ein Dipl.-Pädagoge. Und außerdem – immer wiederkehrend - die Aussage: Das sei doch alles ganz normal  in Japan: „Gemeinsinn geht vor Eigensinn“ läge einfach in der japanischen Erziehung begründet.

Dass das Verhalten der japanischen Männer nicht nur auf landesspezifischen  Aspekten beruht, zeigen z. B. die über 300 Feuerwehrmänner, die beim Einsatz im World Trade Center in New York ihr Leben ließen. In den USA werden sie als Helden gefeiert, In den deutschen Printmedien werden die AKW Männer neutral als „Mitarbeiter“, „Helfer“, bzw. „Leute“ tituliert. Schön, dass es nur Männer sind, sonst hätte sich die Personenbezeichnung verdoppelt....

Warum ist man in Deutschland nicht in der Lage – im Gegensatz zu vielen amerikanischen Printmedien– die AKW Männer schlicht als „Helden“ zu titulieren? Man kann sich zudem des Eindrucks nicht erwehren, dass der Einsatz dieser Männer klamm heimlich bespöttelt wird. Liegt dahinter etwa die Attitüde einer gewissen kulturellen Überheblichkeit ?

Als völlig daneben empfand ich die Aussage eines deutschen „Strahlenschutzexperten“ vor ein paar Tagen: das hohe Sicherheitsrisiko würde eine Einsatztruppe vor Ort nicht rechtfertigen…. Wie bitte? Hätte dieser Experte als AKW-Betriebsleiter abgewartet, bis alles mit katastropalen Folgen vorbei ist?? Unverantwortlich, denn jetzt sieht es so aus, als ob der Einsatz der Männer zum gewünschten Erfolg führen würde.

Zusammengefasst: Die Männer vom AKW sind für mich Helden der Moderne. Männer, die ohne persönliche Nutzenabwägung schlicht ihre Pflicht erfüllen – obwohl bereits vor ihrem Einsatz feststand, dass sie gesundheitliche Schäden davontragen werden. Nicht alle wurden dazu beauftragt. Bestärkt wurden die Männer in ihrer Pflichterfüllung, in einem selbstverständlichen Rollenspiel von Mann und Frau in der japanischen Gesellschaft. Gerade in Katastrophensituationen stabiliisiert die klassische Rollenverteilung ein lebensrettende Agieren von Mann-Frau. Das gilt auch für die Frau: Viel zu wenig wird in dieser Katastrophensituation das heldenhafte Verhalten unzähliger Frauen, ihre Familie zu sichern, hervorgehoben.

Und noch was: Man hat den Eindruck, dass in unserer hedonistisch geprägten Gesellschaft Helden nicht mehr gefragt sind. Der Einsatz des eigenen Lebens für die Gemeinschaft liegt nicht mehr im moralischen Grundkonsens. Das wäre ja noch verständlich, hätten wir in unserer Gesellschaft für unsere Kinder viele andere identitätsstiftende Vorbilder. Haben wir die? Nein, denn die gibt es  noch nicht. Denn derzeit gilt für die moderne Pädagogik, "geschlechterstereotypische“ Rollenbilder zu überwinden, sprich: Überwindung des Männlichen und des Weiblichen durch "Vielfalt  der Geschlechter", also nicht nur Mann und Frau.

Schnitt:

DAS gesellschaftskritische Thema (außer Hartz IV) in Deutschland ist derzeit die Frauenquote für einige hundert  Aufsichtsräte. Dann fragt man sich doch – frei nach Darwin -,  welche Gesellschaft überlebensfähiger ist, die deutsche oder die japanische…...

 

Sven von Storch

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