Das Messer als Machtinstrument_ Symbol eines Kulturbruchs
Das Messer als Machtinstrument_ Symbol eines Kulturbruchs
Datum: 08.01.2018, 20:50
Da schreiben schon seit Wochen die Feuilletons der Leitmedien seitenlange Analysen über die Zunahme sexueller Übergriffe am Arbeitsplatz und jetzt zunehmend auch im Showbusiness, einerseits. Und andererseits versuchen die gleichen Leitmedien, unterstützt von der Politszene, die Zunahme der Kriminalitätsrate durch Flüchtlinge zu beschweigen und zu beschwichtigen, anstatt sich genauso darüber zu empören wie über den neuen Sexismus.
Und nun Kandel, im Pfälzischen, Tatort eines schrecklichen Verbrechens.
Früher bekamen Jungen ein „Fahrtenmesser“ von ihrem Vater geschenkt, als eine Art Auszeichnung, dafür, dass sein Sohn nun das Alter hat, mit einem solchen Messer verantwortungsvoll um zu gehen.
Es scheint andere Kulturen zu geben, in denen Jugendliche sich Messer beschaffen, um damit ihre Männlichkeit zu beweisen, verstärkt durch den Hintergrund eines anderen Menschen- und Frauenbildes. Das Messer wird gleichsam ein Teil des Mannes. Sein Gebrauch gehorcht schlicht den Gesetzen des Stärkeren ohne Empathie für das Opfer. Das „Nein“ einer Frau entspricht nicht dem Weltbild der meisten Männer und kann fürchterliche Reaktionen für die Frau zur Folge haben bis hin zum Mord. Möglich ist, dass dieses Täterverhalten für den Täter in Kandel zutrifft, mit der vollendeten Tötung gleichsam als letztes nonverbales “Argument”. Diese Art von Abläufen treten in der Häufigkeit und mit den möglichen tödlichen Folgen in unseren Breiten relativ selten auf.
Die Szenen „Messer und Mann“ werden allmählich „Teil“ unserer Kultur, das zeigt eine kurze, aktuelle Internet- Recherche: Bei der Eingabe der Suchwörter „Mann“ und „Messer“ erscheinen auf über 10 Google -Seiten um die Hundert(!) Hinweise auf Messer–Attacken in den letzten Wochen: das ist neu. Unfassbar. Und, was vor allem beunruhigt, ist der wachsende Anteil der jugendlichen, unbegleiteten Migranten als Täter. Eine Entwicklung, die in ihrem massenhaften Auftritt beunruhigt und einen bevorstehenden Kulturbruch erahnen läßt.
Noch bleibt die hohe Migranten-Beteiligung hinsichtlich der Entwicklung der Straftaten ein Tabu. Bundesinnenminister de Maziere bringt es auf den Punkt: So schränkte er auf einer Pressekonferenz zur Absage eines Länderspiels ein Teil seiner Antworten mit dem Argument ein: „…… Sie würden den Bürger verunsichern.“ Nicht nur das, die angeblich positiven Entwicklungen der Flüchtlingspolitik könnten ja in Frage gestellt werden, wie z. B. die angeblichen positiven Auswirkungen auf die deutsche Geburtenrate, auf den Fachkräftemangel, und die notwendige „Durchmischung“ der deutschen Bevölkerung (so der frühere Finanzminister Schäuble).
Die Messerattacken passen nicht in das von der Bundesregierung vermittelte positive Bild ihrer Einwanderungspolitik. Deswegen werden sie in einer Art „Kulturrelativismus“, häufig als simple „Einzelfälle“ relativiert und abgetan. Das beruhigt die Gemüter. Es gibt in der Tat Experten, die behaupten, dass das Relativieren kritischer Entwicklungen auf das Phänomen „nur Einzelfälle“ die Wahrnehmung von „Bad News“ überdeckt und damit zur seelischen Gesundheit des Bürgers, besonders auch der Gutmenschen, beiträgt.
Was tun? Bundespräsident Steinmeier fordert vom Bürger in seiner diesjährigen Weihnachtsansprache mehr Vertrauen in die Politik. Dem kann man nur zustimmen. Aber ein solches Vertrauen setzt eine Bringschuld der Politik voraus. Wie sieht es damit aus?
Fangen wir an mit der Informationspolitik durch die politischen Gremien. Durch das Beschweigen und Beschwichtigen wichtiger Informationen über die Einwanderer und ihrer Negativfolgen für die Gesellschaft wird der Bürger ruhig gehalten. Auf diese Weise findet er auch immer weniger Anlass, sich zu empören, geschweige denn Widerstand zu leisten. Ob das gewollt ist ? Der normale Bürger erfährt zumeist nur Meldungen aus seinem Umfeld und versucht selten, sich ein Gesamtbild (wie über die obige Google-Recherche) zu machen. Er lehnt sich zurück, gibt sich zufrieden mit der medial verbreiteten Erkenntnis, dass, das was er liest und hört, wirklich „nur“ Einzelfälle seien.
Und wenn das nicht ausreicht, wird gerne noch von den Gutmenschen ein Argument hinterher geschoben: „Deutsche Männer vergewaltigen ja auch”. Im Übrigen ginge doch die Kriminalität zurück, so die Verlautbarungen offizieller Stellen. Dabei kann eine geschickte Auswahl des Statistik- Zeitraumes, oder eine selektive Kategorisierung der relevanten Kriminalfälle die gewünschten Aussagen bestätigen.
Diese Art der selektiven Informationspolitik vermittelt dem Bürger überdies das Gefühl der Sicherheit, Das Vermitteln der Botschaft: “Unser Land ist sicher!” war seit eh und je das Markenzeichen der Merkel-Politik und entwickelt sich jetzt zu einer Art Beschwörungsformel.
Die Wirklichkeit sieht anders aus: der zunehmende Kauf von Pfefferspray durch Frauen, besonders Mütter und Töchter, ist ein Beispiel dafür, wie unsicher sich inzwischen viele Frauen, besonders in Städten, fühlen. Sie haben einfach Angst, sich im öffentlichen Raum weiterhin frei zu bewegen. Diese Einstellung ist der zunehmenden Veränderung des Straßenbildes, oder in den großen Bahnhöfen, mit dunkelhäutigen Gesichtern geschuldet. Wo bleiben eigentlich die Feministinnen, die sich darüber empören ??? Gerade sie müßten doch wegen einer solchen Angst von Frauen ein gesteigertes Interesse an einer wahrheitsgemäßen Informationspolitik haben.
Und dennoch: Nach Kandel wird der Ruf nach noch mehr Integration zunehmen, aber hoffentlich auch die Erkenntnis eines zunehmenden Kulturbruchs. Bisher sah es allerdings nicht danach aus, kulturelle Bruchlinien wurden von der Politik und den Medien immer eingeebnet. Das Erlernen der Landessprache unterliegt kaum einem strafbaren Zwang. Aber die allgemeine Erfahrung mit unterschiedlichen Kulturen lehrt: mangelhafte zwischenmenschliche Kommunikation, erschweren den alltäglichen Umgang mit Flüchtlingen aus anderen Kulturen. Dazu gehört auch die völlig unterschiedliche nonverbale Kommunikation in den Herkunftsländern.
Und wie in der Vergangenheit, so wird auch zum Fall Kandel – wie bereits erkennbar – das mediale Interesse sich dem Täterprofil zuwenden und weniger den Angehörigen des Opfers. So ist jetzt, wenige Tage nach dem Mord, zu lesen: die Herkunftskultur der Täters hat sein Verhalten beeinflusst, er konnte nicht anders handeln, oder: Politiker warnen vor einem erneuten Aufflackern des Fremdenhasses, oder: Recherchen werden gefordert hinsichtlich des Alters des Täters. Nebenbei bemerkt: die fortwährende Diskussion über das Alter des Täters überdeckt sehr elegant die eigentliche Dramatik des Verbrechens.
Meine Gedanken gehen jetzt zu den Eltern des Opfers, die den Täter – lange Zeit vor der Tat – in ihrer Familie aufgenommen hatten und jetzt ihre Barmherzigkeitsgefühle durch den Mord an ihrer Tochter „bestraft“ sehen.
(Erstveröffentlichung auf AGENS)
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