Umfrage zur Energiewende für den Bundestag

Veröffentlicht:

Umfrage zur Energiewende für den Bundestag
Datum: 08.12.2014, 17:14

Aus diesem Ansatz folgt unmittelbar die Idee, politisches Handeln könne den Weg des technischen Fortschrittes definieren. Es wäre demnach mittels gesetzlicher Regelungen möglich, Entwicklungen in bestimmten Bereichen gezielt zu verhindern und in anderen Bereichen gezielt zu erzeugen. Eine Entscheidungsgrundlage liefert die sogenannte Technikfolgenabschätzung, die als geeignet angesehen wird, Risiken und Gefahren denkbarer Technologien im Vorfeld ebenso einschätzen zu können, wie deren potentiellen Nutzen.

Und da es unserem Gesetzgeber, also dem Bundestag, für diese Art der Zukunftsforschung an Kompetenz mangelt, gibt es seit 20 Jahren ein durch die öffentliche Hand finanziertes Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie. Durch das ein Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) betrieben wird. Letzteres wiederum versorgt die Parlamentarier mit Studien und Untersuchungen zu aktuellen Themen, oft auf Anfrage, häufig aber auch aus eigenem Antrieb.

Daneben existieren noch viele weitere Beratungseinrichtungen, die in der Technikfolgenabschätzung tätig sind und sich fast ausschließlich durch öffentliche Aufträge ernähren. Eines davon ist das Berliner IZT. Und von diesem habe ich eine Mail erhalten:

Sehr geehrte Damen und Herrn, sehr geehrte energiepolitisch Interessierte,

bitte verbreiten Sie diesen Hinweis in Ihren Netzwerken, Institutionen und Verbänden. Über eine kurze Rückmeldung von Ihnen würden wir uns sehr freuen.

Beim Bundestag: Online-Umfrage „Stromnetze und Energiewende“ bis 31. Dezember

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag setzt auf die Beteiligung unterschiedlicher gesellschaftlicher Interessengruppen: Am 26.11. startete die erste Online-Umfrage zu einem umstrittenen Zukunftsthema: „Stromnetze und Energiewende“. Diese Umfrage läuft noch bis zum 31. Dezember 2014. Jährlich sind zwei bis drei Umfragen zum wissenschaftlich-technischen Wandel geplant. Die Themen bestimmt der Bundestag. Fest steht bereits: Die Verfahren der „Online-Bürgerbeteiligung“ selbst sollen Anfang 2015 zum Gegenstand einer Befragung gemacht werden.

Mittels der Befragungen sollen Konflikte und Potenziale neuer Technologien frühzeitig erkannt und Gestaltungsoptionen identifiziert werden.

Für die Befragungsrunden entstand eine neue Online-Plattform, das Stakeholder Panel Technikfolgenabschätzung, kurz „Stakeholder Panel TA“. Die Plattform richtet sich vorrangig an gesellschaftsrelevante Gruppen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Medien, Zivilgesellschaft und Umwelt. Auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sind gefragt, Mitglied des Panels zu werden. Es geht darum, die Herausforderungen und Folgen von Wissenschaft und Technik aus verschiedensten Blickwinkeln zu diskutieren.

Das „Stakeholder Panel TA“ will eine möglichst umfassende gesellschaftliche Perspektive auf die Befragungsthemen abbilden. Vor allem weibliche Panel-Mitglieder werden noch gesucht. Das Panel will nicht nur mittels Online-Befragungen die Meinungen und Positionen unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure erkunden und in die wissenschaftliche Arbeit für den Deutschen Bundestag einbringen. Der Austausch soll zukünftig in Diskussionsveranstaltungen und Kreativ-Workshops sowie über Online-Formate intensiviert werden.

Für das „Stakeholder Panel TA“ verantwortlich ist das gemeinnützige und unabhängige IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung. Dieses Berliner Institut erforscht Technikfolgen seit über 30 Jahren mit einem beteiligungsorientierten Ansatz und ist Konsortialpartner des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag.

LINKS:

Aktuelle Befragung „Stromnetze und Energiewende“:

www.stakeholderpanel.de/sosci/Stromnetze/

Stakeholder Panel Technikfolgenabschätzung:

www.stakeholderpanel.de

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.