Wir, die Bekloppten
Wir, die Bekloppten
Datum: 27.04.2014, 20:06
Ein Bundesminister äußert zur deutschen Energiewende, was längst fällig ist – aber zieht daraus nicht die nötigen Konsequenzen, nämlich weg mit dem EEG. Die erneuerbaren Energien sind nichts weiter als die verteuerbaren Energien
Wer wohl hat diese beiden Wahrheiten ausgesprochen? Erste Wahrheit: „Der hehre Anspruch: dezentrale Energieversorgung, Autarkie – das ist natürlich der helle Wahnsinn.“ Die zweite Wahrheit: „Aufregend ist, dass diejenigen, die die Motoren der Energiewende sind – das sind Sie doch – nicht sehen, wie knapp wir vor dem Scheitern der Energiewende stehen.“ Es ist der Bundesminister für Wirtschaft und Energie Siegmar Gabriel.
Auf allen Feldern die Komplexität der Energiewende überschätzt
Und auch dies hat Gabriel gesagt: “Die Wahrheit ist, dass wir auf allen Feldern die Komplexität der Energiewende unterschätzt haben.” Und: "Für die meisten anderen Länder in Europa sind wir sowieso Bekloppte." Gesagt hat er das am 17. April in Kassel bei einem Vortrag vor geladenen Gästen der Firma SMA Solar Technology AG über die EEG-Reform. Siehe hier und hier und hier. Neu sind diese Erkenntnisse zwar nicht, aber neu ist, dass sie ein deutscher Minister und Vizekanzler öffentlich ausspricht und das bei einem Unternehmen vor dessen vermutlich sehr branchennahen Gästen, das zu den Profiteueren und Nassauern der „Energiewende“ gehört und ohne die damit verbundenen Subventionen schwerlich so entstanden wäre.
Energiewende bedeutet Kosten ohne Ende
Gleichwohl, zum Jubeln besteht noch kein Anlass. Denn Gabriel sprach nur über die Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG), nicht darüber, dass es komplett abzuschaffen sei – was notwendig wäre. Die Gründe dafür habe ich auf dieser Web-Seite und haben viele Fachleute seit Jahren immer wieder dargelegt. Der subventionierte Bau vor allem von noch mehr Windkraftanlagen geht weiter, alle Kosten-Dämpfungsversprechen sind damit unglaubwürdig. Die Stromverbraucher-Schutzvereinigung NAEB (hier und hier) schrieb schon im Januar: „Die angebliche Deckelung des jährlichen Windkraftausbaus auf 2.500 Megawatt jährlich liegt um 31 Prozent höher als der Installationsdurchschnitt der letzten sechs Jahre und ist damit fast schon als arglistige Täuschung zu bezeichnen.“ In der Tat, Deutschland ist bekloppt.Energiewende bedeutet Kosten ohne Ende. Sie führt Deutschland in den wirtschaftlichen Ruin.
Frage aus Österreich: Wann setzt der deutsche Michel dem Spuk ein Ende?
Der promovierte Techniker Peter Kafka schrieb in einer E-Mail aus Österreich zu Gabriels Äußerungen: „Worauf wartet der Deutsche Michel denn noch …? Braucht der Michel noch mehr für sein Hirn um dem Spuk ein Ende zu setzen? Wartet er noch bis Wind und Sonne seine Steckdose rund um die Uhr beglücken? Hirnlose Politiker träumen heute immer noch von den 100-Prozent-Erneuerbaren … Zur Erinnerung: Fachleute haben den politischen Energiewendern vom Beginn an die Fehlentscheidung der Physikerin Frau Dr. Merkel an alle verfügbaren öffentlichen Wände gemalt. Nur keiner wollte sie sehen. Die einträglichen Geschäftsmodelle, einschließlich der weltweiten Kolonialisierung über das CO2-Gespenst - alles gespeist durch Enteignung der Bürger - haben gewonnen. Freundliche Grüße aus Österreich …“
Das EEG abschaffen will nur die Alternative für Deutschland (AfD)
Aber der deutsche Wahnsinn geht weiter. Und das, obwohl Gabriels Äußerungen in Kassel zeigen, dass der Minister und Vizekanzler sehr wohl weiß, was Sache ist. Aber das EEG abschaffen will keine der etablierten Altparteien, das will nur die junge Partei Alternative für Deutschland (AfD). In ihrem Programm für die Wahl zum EU-Parlament am 25. Mai steht:
„Das EEG muss komplett abgeschafft werden. Ansprüche von Altanlagen-Besitzern sind rechtskonform abzufinden. Alle Energiemarkt-Eingriffe durch Subventionen wie z. B. staatlich garantierte Vergütungen oder Vorrangeinspeisung für bestimmte Stromerzeugungsanlagen, sind sofort einzustellen. Sie führen zu einer noch stärkeren Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im EU-Binnenmarkt und weltweit, denn sie verteuern den Strom in Deutschland auf unverantwortliche Weise und schädigen die bisher hohe Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland. Neue Zielvorgaben für den Ausbau erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz nach 2020 lehnt die AfD als ein schädliches Wettbewerbshemmnis ab, solange andere hochindustrialisierte Länder nicht gleichartige Maßnahmen ergreifen.“
Der Begriff „erneuerbare Energien“ ist physikalisch falsch
Die „erneuerbaren Energien“ sind nichts weiter als die verteuerbaren Energien und obendrein nur unbeständige und daher unverlässliche Stromlieferanten. Erneuerbar ist Energie ohnehin nicht, physikalisch ist das Schwachsinn. Aber wenn Wind weht und die Sonne scheint, liefern beide Energie, die sich, wenn wir sie nutzen, nicht erschöpft. Erneuert also wird sie nicht, sie ist da. Sie geht auch nicht verloren, wenn wir sie nutzen. Wir wandeln sie nur um in eine andere Form, zum Beispiel in elektrische Energie (Strom). Erneuert wird auch da nichts. Nach dem Energieerhaltungssatz lässt sich Energie weder vernichten noch erschaffen, sondern nur in verschiedene Formen umwandeln. Andere Energieformen sind die chemische Energie, Wärmeenergie und die potentielle Energie.
Wir sollten sie alternative oder unverlässliche Energien nennen
Im Unterschied zu derjenigen Energie, die in Kohle, Erdöl, Erdgas und Uran steckt, sollte die aus Wind, Sonne und Pflanzenmasse genutzte Energie besser „alternative Energie“ genannt werden. Weil aber Wind und Sonne zur Stromerzeugung nicht immer, nicht gleichmäßig und daher nicht verlässlich zur Verfügung stehen, müssten sie zutreffender ephemere Energien (griechisch: εφημϵϱος = für einen Tag) oder flüchtige Energien heißen. Am besten nennt man sie unverlässliche Energien.
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