Ohne Spekulanten geht es nicht
Ohne Spekulanten geht es nicht
Datum: 18.06.2016, 09:14
Ich schrieb schon einmal: Das Wort Spekulant hat im Deutschen einen schlechten Klang. Spekulanten gelten als windige Gesellen, gehen anrüchigen Geschäften nach, bereichern sich auf Kosten anderer Bürger, streichen unverdiente, weil angeblich leistungslose, Gewinne ein, fügen damit braven, ordentlichen Leuten Verluste zu. Man empfindet sie als Hasardeure, Spielernaturen, Nichtstuer und als Drohnen der Wirtschaft, die anständige Menschen ausbeuten. Auch deutschsprachige Schweizer mögen so denken, zumindest jene, die in der Schweiz vor einiger Zeit die Volksinitiative „Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln!“ auf den Weg brachten, aber damit gescheitert sind. In der Volksabstimmung darüber am 28. Februar 2016 haben die Schweizer das Begehren mit 60 Prozent der Stimmen abgelehnt. Die Schweizer Regierung reagierte erleichtert. Recht so. Warum?
Das angestrebte Verbot
Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland und woanders glauben viele, Spekulation mit Grundnahrungsmitteln, vor allem mit Agrarrohstoffen wie Weizen und Mais, führe zu höheren Preisen oder zumindest zu hohen Preisausschlägen. Gewinnstrebende Finanzjongleure und Banken trieben mit ihren Spekulationsgeschäften die Preise hoch und seien somit mitschuldig am Hunger in der Welt. Also seien solche Geschäfte zu verbieten - oder genauer: branchenfremde vom Börsenhandel mit Nahrungsmitteln auszuschließen. Also sollten Banken und andere Anleger nicht mit solchen Finanzinstrumenten hantieren dürfen, die sich auf Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel bezögen. In der Schweiz hatten vor allem die Jungsozialisten die Volksinitiative eingebracht und unterstützt. Das Verlangen nach einem Spekulationsverbot taucht zeitweilig immer wieder aus der Versenkung auf.
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